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Kunst

Europas größte Yoko-Ono-Schau in Bielefeld

Bielefeld Wer die Bielefelder Kunsthalle sieht, wird sich wundern.

«Imagine Peace» - «Stelle Dir den Frieden vor» - steht da auf einem großen Plakat am Eingang des Museums, daneben parkt ein Leichenwagen. Um welche Art von Frieden es wohl geht?.

Tatsächlich handelt es sich nicht um den ewigen Frieden, sondern um eine poetische Vision der Konzeptkünstlerin Yoko Ono, die 1962 «Ride a coffin car all over the city» («Fahre im Leichenwagen durch die ganze Stadt») schrieb. Dies macht die Kunsthalle Bielefeld wahr, in einem alten Leichenwagen können die Besucher der Ausstellung «Yoko Ono. Between the Sky and my Head» (24. August bis 16. November) sich durch die Stadt fahren lassen. Es ist die europaweit größte Schau mit Werken der John-Lennon-Witwe.

Der Frieden war Yoko Ono immer ein wichtiges Anliegen. Bekannt wurde sie vor allem mit spektakulären Kunstaktionen mit politischem Anspruch. So sorgte sie einst mit einem Protestfilm gegen den Vietnamkrieg für Aufsehen. In dem Streifen «Bottoms» zeigte sie 80 Minuten lang insgesamt 365 nackte Hintern in Großaufnahme. Yoko Ono sei der festen Überzeugung, dass der Glaube an den Frieden in allen Köpfen und Herzen Frieden hervorbringen werde, sagte Kunsthallenleiter Thomas Kellein.

Aber noch eines ist ihr wichtig - Verwirrung zu stiften: Ein Goldfisch im Aquarium, ein Bettgestell als «Gemälde, um darauf zu schlafen». Und ein großes Schachbrett aus edlem Carrara-Marmor mit ausschließlich weißen Spielfiguren, eine bekannte, immer wieder variierte Installation der Künstlerin. Schon nach den ersten Zügen können die beiden Seiten ihre jeweiligen Figuren nicht mehr auseinanderhalten. «Play it by Trust - Spiele im Vertrauen» heißt die Installation.

Aber auch um das Thema Gewalt drehen sich ihre Werke. «Family Album» heißt eine Sammlung aus in Bronze gegossenen Alltagsgegenständen, darunter eine Garnrolle, ein Spiegel, Damenschuhe, die alle mit Blut bespritzt sind. Es geht um häusliche Gewalt.

Die Bielefelder Ausstellung zeigt rund 50 Werke der Künstlerin, die seit 1961 entstanden sind. Darunter sind Skulpturen und Tuschezeichnungen, Fotografien, Filme sowie Video- und Klanginstallationen. Zählt man beispielsweise die kleinen Zeichnungen der Reihe «Franklin Summer» einzeln, sind es sogar mehr als 200 Werke. Die 75-jährige Yoko Ono zählt zu den Pionieren der sogenannten Konzeptkunst. Die ausgebildete Musikerin war Mittelpunkt der US-Avantgarde der 1960er Jahre. Nach Kelleins Einschätzung ist Yoko Ono, eine der «großen Künstlerinnen unserer Zeit», einerseits sehr bekannt, andererseits in Museen eher selten zu finden. Die Ausstellung ist anschließend im britischen Gateshead zu sehen.

«Ich bin hauptsächlich an Kommunikation und damit an der Beteiligung aller interessiert», hatte Yoko Ono einmal gesagt. Daher will sie die Besucher in ihre Kunst einbinden. Am Eingang der Kunsthalle stehen zwei ihrer «Wish Trees» - «Wunschbäume» -, an die Schüler von fünf Bielefelder Schulklassen Wunschkarten hängen. Fünf leere Leinwände mit dem Titel «Meine Mami ist wunderschön» sollen die Besucher mit Fotos ihrer Mütter füllen. «Die Ausstellung ist ein großes Abenteuer», kommentiert Jon Hendricks, der Kurator Yoko Onos.

www.kunsthalle-bielefeld.de Von Thomas Strünkelnberg, dpa

dpa-infocom