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Konflikte

Russland beginnt Rückzug aus Georgien

Moskau Russland wird den Abzug seiner Truppen aus dem georgischen Kerngebiet nach eigenen Angaben an diesem Freitag abschließen.

Das sagte der russische Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow am Donnerstagabend nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau.

Er bestätigte damit die vom Kreml vorgegebene Frist. Ausgenommen sind nach Angaben von Außenminister Sergej Lawrow etwa 500 Soldaten. Sie werden laut Serdjukow ab Freitagmorgen in einer Pufferzone um die abtrünnige Region Südossetien Stellung beziehen, um wie international vereinbart Sicherheitsaufgaben wahrzunehmen.

Nach Angaben der Heeresführung in Moskau werden sich die Truppen zunächst von georgischem Kerngebiet nach Südossetien zurückziehen und später die Grenze nach Russland überschreiten. Diese Operation nehme etwa zehn Tage in Anspruch, sagte der Befehlshaber der Bodentruppen, General Wladimir Boldyrew, in der nordossetischen Stadt Wladikawkas.

Russlands Vertreter bei der NATO , Dmitri Rogosin, bestätigte am Abend, dass Moskau die Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsbündnis bis auf weiteres auf Eis gelegt habe. Das russische Militär warte nach dem Südkaukasus-Konflikt auf eine Grundsatzentscheidung der politischen Führung in Moskau, wie die künftige Kooperation mit der NATO aussehen sollte, sagte Rogosin der Agentur Ria Nowosti.

In der stark zerstörten südossetischen Hauptstadt Zchinwali gab der russische Stardirigent Waleri Gergijew am Abend ein Freiluft- Benefizkonzert für die Opfer des Krieges. «Die internationale Gemeinschaft kritisiert das Vorrücken russischer Panzer nach Georgien. Niemand spricht aber über die Tragödie von Zchinwali, als Georgien eine schlafende Stadt unter Beschuss nahm», sagte der Leiter des Marijnski-Theaters in St. Petersburg, der aus einer ossetischen Familie stammt. Mehrere russische Fernsehsender übertrugen das Konzert mit Werken von Schostakowitsch und Tschaikowski live. Nach südossetischen Angaben starben beim Kampf um Zchinwali vor knapp zwei Wochen fast 1500 Menschen. Georgien bestreitet diese Zahl.

Unterstützung für die russische Militäroffensive nach Georgien kam am Donnerstag vom syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Er sagte nach einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew in der Schwarzmeerstadt Sotschi laut der Agentur Itar-Tass, er habe Verständnis für die «militärische Reaktion Russlands auf die georgische Provokation». Der von Moskau angeordnete Truppenabzug aus dem georgischen Kernland sei «mutig», betonte Al-Assad. Hingegen droht eine für November in Moskau geplante Nahost-Konferenz mit Israel zu platzen. Nach dem Südkaukasus-Krieg könnte US- amerikanischer Druck auf Israel dazu führen, die Teilnahme abzusagen, berichtete die israelische Zeitung «Maariv».

dpa-infocom