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Bildung

Merkel will von Ländern mehr Geld für Bildung

Frankfurt/Darmstadt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat von den Ländern mehr Investitionen in die Bildung und eine bessere Zusammenarbeit mit dem Bund gefordert.

Bund und Länder müssten gemeinsam auf die Probleme schauen, sagte sie zum Auftakt einer Bildungsreise quer durch Deutschland am Donnerstag in Frankfurt. «Von den Ländern erwarte ich eine möglichst kreative Umsetzung, da wir natürlich sehr unterschiedliche Gegebenheiten haben.»

In Frankfurt besuchte Merkel einen Kindergarten, der sich besonders der Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund widmet. Beim anschließenden Besuch der Evangelischen Fachhochschule in Darmstadt betonte Merkel, die Ausbildung von Erziehern gehöre zu den «Kernfragen der Bildung». Die Ausbildung sei im frühkindlichen Bereich in den letzten Jahren «nicht ausreichend entwickelt» worden, sagte sie nach einem Gespräch Teilnehmern eines Verbundstudiengangs, der mit einem Abschluss als staatlicher Erzieher und einem Bachelor endet. SPD und Oppositionsparteien kritisierten die Reise als Showveranstaltung.

Merkel forderte die Länder auf, finanzielle Spielräume durch die sinkenden Schülerzahlen für eine bessere Ausstattung der Schulen zu nutzen. Computer seien heute «nun mal teurer als Tafel und Kreide», sagte sie der «Bild»-Zeitung. Die Schulen sollten sich besser auf die gestiegenen Anforderungen in technischen Berufen einstellen. Die Wirtschaft klage, dass 20 bis 25 Prozent der Schüler nach dem Schulabschluss nicht ausbildungsfähig seien.

Der Besuch in dem evangelischen Kindergarten in Frankfurt habe ihr gezeigt, dass «eine möglichst individuelle Förderung» wichtig sei. Notwendig sei auch die Einbeziehung der Eltern. «Der Kindergarten kann genauso wenig alles allein schaffen wie der Staat, Eltern müssen mit einbezogen werden», sagte die Kanzlerin, die vom hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) begleitet wurde.

Bereits unmittelbar vor Beginn der Merkel-Reise hatte die Bildungssprecherin der SPD-Länder, die rheinland-pfälzische Ministerin Doris Ahnen, der Deutschen Presse-Agentur dpa gesagt, wenn ihre Besuche «mehr sein sollen als nur Marketing», müsse der Bund «einen substanziellen Beitrag» zur Verbesserung des Bildungssystems leisten. Die Bildungspolitik der Union kritisierte sie als widersprüchlich.

Bis Mitte Oktober will die Kanzlerin weitere Bildungseinrichtungen besuchen. Ihre Eindrücke sollen in das Treffen mit den Ministerpräsidenten zur Zukunft der Bildung am 22. Oktober in Dresden einfließen.

Nach Auffassung der Grünen im Bundestag will Merkel mit ihrer Reise verdecken, dass sie in Sachen Bildung «nach der Föderalismusreform eine Königin ohne Land ist». Wenn Merkels Bildungsgipfel im Oktober mit den Ministerpräsidenten ein Erfolg werden solle, müsse das mit der Reform eingeführte Kooperationsverbot von Bund und Ländern in der Bildung fallen, sagte die bildungspolitische Sprecherin Priska Hinz.

Ihr FDP-Kollege Patrick Meinhardt sprach vom «ersten Akt des von der Kanzlerin inszenierten Bildungstheaters». Er forderte die gleichberechtigte Förderung von Bildungsangeboten von staatlichen Einrichtungen und denen in freier Trägerschaft. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mahnte eine nationale Bildungsstrategie von Bund, Ländern und Kommunen mit klar definierten Entwicklungszielen an.

dpa-infocom