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Udo Hilfers päppelt verletzte Störche auf

Berne Wenn sich ein Storch ver­letzt, ist er damit oft zum Tode ver­urteilt.

Der Tier­freund Udo Hilfers hat im niedersächsi­schen Berne eine Station auf­gebaut, in der ange­schla­gene Tiere ein Heim finden - rund 60 Störche wohnen mitt­ler­weile in dem Frei­gehege.

Mit Heu im Schnabel kehrt die Stor­chen­mut­ter zu ihren drei Jungen im Horst zurück. Sie will das vom Nie­sel­regen mat­schig gewor­dene Nest neu aus­pols­tern. Doch das Heim der Vogel-Familie befin­det sich nicht wie üblich auf einem Baum, Dach oder Mast, sondern nur wenige Zen­time­ter über der Erde. Denn die Eltern sind gehan­dicapt: Die Mutter hat nur einen Flügel, der Vater einen ver­form­ten Schna­bel. «In der freien Wild­bahn würden sie nicht über­leben», erklärt Udo Hilfers. Er hat die beiden Vögel in seiner Stor­chen­pfle­gesta­tion in Berne im Süden der Weser­marsch auf­genom­men.

Insgesamt leben in dem großen Frei­gehege neben dem Wohn­haus der Hilfers rund 60 Tiere. Etwa ein Drittel von ihnen hat sich beim Flug gegen eine Hoch­span­nungs­lei­tung oder ein Auto so stark ver­letzt, dass die Dau­erpa­tien­ten bis zu ihrem Lebens­ende bleiben müssen. Gemein­sam mit Ehefrau Anke und den zwei Kindern kümmert sich Hilfers ehren­amt­lich um die Tiere. Seine gesamte Frei­zeit inves­tiert der 51-Jährige, der in der Auto­mobil­indus­trie arbei­tet, dafür. Urlaub hat die Familie seit vielen Jahren nicht mehr gemacht. «Es steht das Wohl der Tiere an erster Stelle», sagt der Vogel­kund­ler und zeigt in die Wipfel der zahl­rei­chen Pappeln und Ahornbäume neben seinem Haus.

Dort nisten rund 50 gesunde Paare. Sie haben sich ange­sie­delt, weil Weißstörche gerne gesel­lig leben und in den Mar­schwie­sen Futter finden. «Die Station ist mit der Baum­brut­kolo­nie ein­zig­artig in Deutsch­land», meint Hilfers. «Viele Störche kommen jedes Jahr wieder.» In diesem Moment fliegt ein Storch vorbei und aus meh­reren Nestern ertönt ein lautes, auf­gereg­tes Klap­pern. «Den mögen sie nicht so, denn Kon­kur­ren­ten erken­nen sie sofort», erklärt der 51-Jährige lachend.

16 Jahre ist es her, dass er die Pfle­gesta­tion gründete. «Wir müssen unbe­dingt was machen», dachte sich Hilfers damals, weil gerade noch sechs Brut­paare die Weser­marsch besie­del­ten. 1940 waren es noch fast 200 Paare. Vor fast zwei Jahren gründete Hilfers dann den Verein «Stor­chen­pfle­gesta­tion Weser­marsch e.V.», den inzwi­schen mehr als 200 Mit­glie­der aus dem gesam­ten Bun­des­gebiet finan­ziell mit einem kleinen Beitrag unterstützen. Auch das Land Nie­der­sach­sen und Spon­soren geben Geld für die Stor­chen­pflege, den Rest bezahlt Familie Hilfers aus eigenen Mitteln.

Verletzte Störche einfangen , zum Tier­arzt bringen, füttern, mit einem Erken­nungs­ring ver­sehen, die Horste säubern - die Liste der Auf­gaben von Udo Hilfers ist lang. «Mitt­ler­weile hat die Arbeit für die Station so einen Umfang ange­nom­men, dass das ehren­amt­lich kaum noch zu bewältigen ist.» Doch Auf­geben käme für ihn nicht infrage, dafür ist die Begeis­terung für die als Glücks- oder Kin­der­bote bekann­ten Störche einfach zu groß. Das Sozi­alver­hal­ten der Tiere, ihre Art Nester zu bauen, ihre Aus­dauer auf dem bis zu 10 000 Kilo­meter langen Flug in die Win­ter­quar­tiere - Hilfers gerät ins Schwärmen, wenn er über «Meister Adebar» redet.

Die Arbeit seiner Familie hat dazu bei­getra­gen, dass es in der Weser­marsch inzwi­schen wieder 80 Stor­chen­paare gibt. Die Station ist zu einer Tou­ris­tenat­trak­tion gewor­den. Zahl­rei­che Kindergärten, Schul­klas­sen oder Rei­segrup­pen kommen zu dem Gehege. Doch die Besu­cher dürfen die Tiere nur mit genügend Abstand beob­ach­ten. «Das sind keine Kuschel­tiere», betont Hilfers. Die Störche dürften sich nicht zu sehr an Men­schen gewöhnen. Viele Besu­cher haben sich in einem Gästebuch ver­ewigt. Ein Urlau­ber aus den USA schreibt begeis­tert über Hilfers: «Mir war zumute, als ob ich den "Barm­her­zigen Sama­riter" der Störche gefun­den hätte.»

Informationen zur Station: www.stor­chen­sta­tion.de Von Ste­pha­nie Lettgen, dpa

dpa-infocom


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