IVWPixel Zählpixel
kalaydo.de kalaydo.de Jobs Auto kaufen Immobilien Kleinanzeigen Bei kalaydo.de inserieren In der Rhein-Zeitung und ihren Heimatblättern inserieren Zeitungsanzeige aufgeben kalaydo.de
RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Tiere       » News         » Tipps zur Tierhaltung

Der Schwarzstorch fühlt sich wohl in Rheinland-Pfalz

Mainz Das Unter­holz des Wald­bodens knackt unter den Füßen von Thomas Isselbächer.

Der Biologe ist in den Wäldern von Rhein­land-Pfalz unter­wegs, auf der Suche nach seinem Schützling, dem Schwarz­storch.

Doch der ist scheu und verträgt mensch­liche Nähe schlecht - er ist ein «Kul­turflüchter». Isselbächer erklärt: «Der Schwarz­storch rea­giert sehr emp­find­lich auf Störungen in seinem Lebens­raum, ins­beson­dere während der Brut­zeit.»

Der schmale rasche Flügel­schlag verrät ihn. Auf seinem Horst lässt sich ein Schwarz­storch nieder, um die Jungstörche zu füttern. Isselbächer blickt mit dem Spektiv - eine Mischung aus Fern­glas und Tele­skop - hinauf in die Krone einer alten Eiche: Das schwarze Stor­chen­gefie­der glänzt in metal­lisch grünen und pur­pur­nen Farbtönen. Der Bauch ist weiß, Schna­bel und Beine leuch­ten rot. Bis auf 100 Meter könne man sich dem Schwarz­storch nähern, «dann sucht der das Weite», sagt Isselbächer.

Im Gegensatz zu seinem bekannten Ver­wand­ten, dem Weißstorch, der den mensch­lichen Sied­lungs­raum nicht scheut, lebt der Schwarz­storch zurückge­zogen im Wald. Das Stor­chen­paar errich­tet seinen Baum­horst aus Reisig und Moos hoch oben in den Baum­kro­nen. In Rhein­land-Pfalz gibt es nur wenige Brut­paare: «2007 haben wir lan­des­weit 40 Paare gezählt», so Isselbächer, der für die Gesell­schaft für Natur­schutz und Orni­tho­logie Rhein­land-Pfalz (GNOR) arbei­tet.

Dort hat sich 2001 ein Arbeits­kreis zum Schwarz­storch-Schutz gebil­det. «Wir erfas­sen den Bestand der Schwarzstörche in ganz Rhein­land-Pfalz und kon­trol­lie­ren bis zu dreimal im Jahr Bruter­folge. In der Regel brütet ein Stor­chen­paar zwei bis vier Junge aus.» Der Vogel ist ein Ein­zelbrüter und ver­tei­digt sein Revier auch gegen seine Art­genos­sen. «Die eigenen Jungen aus dem Vorjahr werden manch­mal im Revier gedul­det, dass ist aber nicht immer der Fall.»

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Schwarz­storch in Rhein­land-Pfalz sowie in weiten Teilen Europas ver­schwun­den. Mit Beginn der 80er Jahre kehrte er in die wald­rei­chen Regio­nen des Landes zurück. Im Wes­ter­wald, in der Eifel und im Hunsrück haben sich die schwar­zen Stelzvögel nie­der­gelas­sen.

Der Schwarz­storch ist kein ein­facher Vogel, in seinen Bedürfnis­sen an das Revier ist er sehr anspruchs­voll und auf eine intakte Umwelt ange­wie­sen. Er brauche stabile alte Bäume zum Nisten, erzählt Isselbächer. Dieses Gebiet müsse zudem störungs­arm sein und saubere Fließgewässer wie Waldbäche und -flüsse haben. Der Schwarz­storch sei nämlich auch in seiner Fut­ter­wahl sehr wähle­risch. Zwar ernähre er sich auch gele­gent­lich von Weich­tie­ren und Amphi­bien der Feucht­wie­sen, sei ansons­ten aber ein reiner Fisch­fres­ser.

Das sei auch der Grund, warum der Schwarz­storch fast aus­sch­ließlich im Norden von Rhein­land-Pfalz vor­komme. «Hier haben wir alt­holz­rei­chen Wald­bestand, gepaart mit großen Fließgewässern, in denen der Schwarz­storch genügend Fisch­bestand vor­fin­det», erläutert der Biologe. Rhein­land-Pfalz ist eines der wald­reichs­ten Bundesländer in Deutsch­land, etwa 40 Prozent der Fläche sind mit Wald bedeckt.

Der Arbeits­kreis Schwarz­storch will den der­zei­tig gerin­gen Bestand erhal­ten und die weitere Besie­delung ermöglichen. «Der Bestand ist stabil. Zumin­dest nimmt er momen­tan nicht ab», fasst Isselbächer die bis­heri­gen Bemühungen zusam­men.

Gesellschaft für Natur­schutz und Orni­tho­logie Rhein­land-Pfalz: www.gnor.de Von Rabea Wachs­mann, dpa

dpa-infocom


Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
Eventkalender
rz lexikon