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Wildkatzen sind scheue Jäger

Hamburg/Berlin Sie durch­strei­fen Wälder und bleiben am liebs­ten unter sich: Wild­kat­zen sind die heim­lichen Jäger in deut­schen Mit­tel­gebir­gen. Auf ihren Wan­derun­gen legen die scheuen Tiere große Distan­zen zurück.

Dabei wird ihnen der Mensch zur Gefahr: Oft werden Wild­kat­zen Opfer von Ver­kehrs­unfällen. Um sie zu schützen, werden daher zuneh­mend Wild­kat­zen­kor­ridore und Wildbrücken ange­legt.

«Wildkatzen gehören zur natürlichen Arten­aus­stat­tung in Deutsch­land», sagt Andreas Kinser von der Deut­schen Wild­tier Stif­tung in Hamburg. Obwohl sie lange beinahe aus­gestor­ben waren, hat sich ihre Zahl zuletzt wieder sta­bili­siert: «Schätzungen zufolge leben zurzeit etwa 2000 Wild­kat­zen in Deutsch­lands Wäldern.»

Im Aus­sehen unter­schei­den sie sich nur wenig von Haus­kat­zen. «Wild­kat­zen haben ein geti­ger­tes, sehr dichtes Fell und einen außergewöhnlich dicken Schwanz», sagt Fried­rich Wulf vom Bund für Umwelt und Natur­schutz Deutsch­land (BUND) in Berlin. Ihre Größe ent­spricht etwa der ihrer zahmen Art­genos­sen, doch ihr Körper ist gedrun­gener.

Wildkatzen ernähren sich von Mäusen , Vögeln oder Kanin­chen. Auch bei Schnee können die aus­gezeich­neten Jäger ihre Beute aufspüren. «Die Tiere haben ein sehr gutes Gehör, so dass sie die Geräusche von Mäusen auch noch durch den Schnee wahr­neh­men können», sagt Julian Hei­ermann, Zoologe beim Natur­schutz­bund Deutsch­land (NABU) in Berlin.

Der Lebens­raum der Jäger ist heute auf einige Wälder beschränkt. «Wir konnten Wild­kat­zen etwa in der Eifel, im Hes­sischen Ber­gland und im Harz nach­wei­sen», sagt Kinser. Dort sind die Bedin­gun­gen ideal: Die Tiere leben bevor­zugt in Wäldern mit urwald­arti­gen Struk­turen. «Wild­kat­zen suchen oftmals Schutz in alten, abge­stor­benen Bäumen.»

Zudem bevorzugen die wilden Samtpfoten abge­legene Orte, an denen sie nicht in Kontakt mit Men­schen kommen. «Sie sind dämme­rungs- und nacht­aktiv, sehr scheu und leben eher heim­lich in den Tiefen unserer Wälder», sagt Hei­ermann.

«Das Streif­gebiet einer Wild­katze ist durch­schnitt­lich etwa 200 Hektar groß», sagt Kinser. Ab einem bestimm­ten Alter ver­las­sen die Jung­tiere das Revier der Mutter und gehen auf Wan­der­schaft. Dabei legen sie bis zu 25 Kilo­meter pro Tag zurück. Das wird ihnen aber oft zum Verhängnis: «In Deutsch­land ist die Straßendichte im Ver­gleich zu allen anderen Ländern Europas am höchsten», sagt Wulf.

Auch die Veränderungen der Land­schaf­ten im Lauf der Jahr­hun­derte haben den Wild­kat­zen zuge­setzt: Zwi­schen den Wäldern erstre­cken sich jetzt offene Flächen, die die Tiere der feh­len­den Deckung wegen nicht über­win­den können. «Es kommt deshalb zuneh­mend zu Inzucht zwi­schen den Tieren ein­zel­ner Wald­gebiete, denn sie können nicht in Kontakt mit anderen Wild­kat­zen­grup­pen treten», erklärt Kinser.

Deshalb arbei­ten Tierschützer an Wild­tier­kor­rido­ren: Hecken oder kleine Waldstücke in offenen Kul­tur­land­schaf­ten. «Diese können die Katzen quasi als Tritt­steine benut­zen und so auch längere Stre­cken zwi­schen den Wald­gebie­ten zurücklegen», sagt Kinser.

Auch manche Autobahnen können die Vier­bei­ner mitt­ler­weile sicher über­win­den: über Wild­tierbrücken. «Dazu werden Brücken mit Büschen und Bäumen bepflanzt und mit einem Sicht­schutz an der Seite aus­gestat­tet», erklärt Julian Hei­ermann. Dadurch sind die Wild­kat­zen, aber auch andere Arten, vor Blicken geschützt und können ihrem natürlichen Wan­derungs­ver­hal­ten nach­gehen. Nach­weis von Wild­kat­zen Da sich Wild­kat­zen dem Men­schen nur selten zeigen, haben For­scher oft Pro­bleme mit ihrem Nach­weis in bestimm­ten Regio­nen. Sie bedie­nen sich daher eines Tricks: «For­scher stellen in einem Waldstück kleine Holzstücke mit dem Geruch von Bal­drian auf - Katzen lieben diesen Duft», sagt Andreas Kinser von der Deut­schen Wild­tier Stif­tung. Riechen die Tiere den Bal­drian, reiben sie sich an den Stöcken. «Ansch­ließend sammelt man die Kat­zen­haare, die hängen geblie­ben sind, und erstellt ein gene­tisches Profil.» Dieses gibt darüber Aus­kunft, ob das Tier eine Wild- oder eine Haus­katze war. Von Rebecca Müller, dpa

dpa-infocom


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