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Koblenz: Ludwig Museum plant schon für die Buga

Koblenz Bundesgartenschau rund um den Blumenhof und das Deutsche Eck - das bedeutet auch, dass das Koblenzer Ludwig Museum in unmittelbarer Nähe zur Buga 2011 liegt. Was bedeutet diese Situation für das moderne Kunstmuseum?

Besseres kann einem Museum eigentlich kaum passieren, als mitten im Gebiet einer Bundesgartenschau zu liegen. Sollte man zumindest meinen. Genau vor dieser Situation steht das Ludwig Museum, untergebracht im ehemaligen Deutschherrenhaus und damit nicht nur in einem der drei Kernbereiche der Buga 2011 angesiedelt, sondern auch in unmittelbarer Nachbarschaft zur Seilbahn über den Rhein, der Verbindung zum zentralen Buga-Schauplatz auf dem Ehrenbreitstein.

"Das ist für uns eine Riesenchance" , erklärt denn auch Museumsleiterin Dr. Beate Reifenscheid. Eine Chance, die sie nicht verpassen, sondern nutzen will. Deshalb laufen bereits die Überlegungen auf Hochtouren, womit und wie sich das Museum in die Bundesgartenschau einbringen will. Ein Skulpturenpark im Blumenhof, der im Vorfeld immer wieder im Gespräch war, wird dabei wohl nicht mitspielen. "Wenn die Pläne für die Umgestaltung des Blumenhofs realisiert werden, die in dem Teil, der dem Museum am nächsten liegt, eine Anhebung des Niveaus und ein Nachzeichnen der historischen Gebäudesituation vorsehen, dann ist dieser Platz mit Skulpturen kaum noch zu bespielen", sagt Beate Reifenscheid.

Einen Ausgleich dafür könnte die künstlerische Gestaltung des geplanten Brunnens im benachbarten Teil des Blumenhofs sein. "So was wie der Brunnen von Niki de Saint Phalle und Tinguely vor dem Centre Pompidou in Paris würde mir natürlich gut gefallen, ist aber finanziell wohl ziemlich utopisch", kommentiert die Museumsleiterin eine mögliche Variante.

Und damit sind wir bei einem Thema , das die Planungen für die Buga ebenso erschwert wie die ganz alltägliche Museumsarbeit: die Finanzen. "Bis jetzt habe ich nur eine eher vage Ahnung, wie viel Geld uns für unsere Aktionen zur Verfügung stehen wird, mal ist von 250 000 Euro, dann wieder nur von der Hälfte die Rede. Unter solchen Voraussetzungen ist es nicht ganz einfach, konkrete Vorschläge zu entwickeln." Einige Grundideen aber stehen trotzdem schon fest. Sowohl bei der Ausstellung im Museum wie bei den möglichen künstlerischen "Interventionen" im Bereich der Gartenschau entlang dem Rhein wird es um "Orte des Glücks" gehen, und das mit Arbeiten von internationalen Künstlern. "Ich würde selbstverständlich gerne mit den ganz großen Namen der Szene aufwarten, um eine entsprechende Publikumsresonanz zu erzielen. Beispielsweise bei der Ausstellung, die den Bogen von den Impressionisten über die Fauves bis zur aktuellen Kunst spannen wird. Aber das ist eben nicht unbedingt preiswert zu haben."

"Orte des Glücks", erläutert die Museumsleiterin, meine keinesfalls nur das Schwelgen in ungetrübter Idylle und heiler Welt, "es müssen in jedem Fall auch Kunstwerke berücksichtigt werden, die diese Idylle hinterfragen, mögliche Risse und Sprünge aufzeigen". Das Entscheidende müsse die Qualität der Arbeiten sein: "Wir wollen zwar mit der Kunst möglichst viele Menschen erreichen, anbiedern werden wir uns trotzdem nicht."

Die "Interventionen" entlang dem Rheinufer könnten beispielsweise kleine "Kunstzellen" sein, in denen auch Videokunst zu sehen sein könnte. "Oder vielleicht Kunst, die sich gezielt mit der Natur auseinandersetzt. Es gibt zum Beispiel Künstler, die mit Bienen oder mit Fledermäusen arbeiten. Da könnte man doch ideal alle Bereiche miteinander verbinden." Wichtig ist für Beate Reifenscheid letztlich nur eines: "Ich möchte gerne mit richtig guten Leuten arbeiten, aber das braucht nicht nur Geld, sondern Zeit." Auch deshalb hofft sie darauf, möglichst schnell exakte Zahlen an die Hand zu bekommen, "wie viel denn die Kunst für die Buga kosten darf und was wir wirklich, zusätzlich zu unserem eigenen Terrain, bespielen können und sollen".

Lieselotte Sauer-Kaulbach

RZO