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Notfälle

Leipziger Soko «Michelle» fahndet nach Mörder

Leipzig Mit einer großen Sonderkommission fahndet die Polizei in Leipzig fieberhaft nach dem Mörder der achtjährigen Michelle.

Der Teich, in dem Spaziergänger die Leiche des Mädchens am Donnerstag fanden, wurde am Freitag für die Suche nach Spuren leer gepumpt.

Eine Hundertschaft der Polizei durchkämmte erneut den umliegenden Park. Sogenannte Profiler - Fallanalysten der Polizei - versuchen, dem Täter auf die Spur zu kommen. Wie weit die Polizei bei ihren Ermittlungen bisher gekommen ist und wie Michelle genau gestorben ist, wurde auch am Freitag aus taktischen Gründen nicht mitgeteilt. Eine «heiße Spur» gibt es nach Angaben der Polizei nicht. 10 000 Euro Belohnung wurden für Hinweise zum Täter ausgesetzt.

Am Tag nach dem Fund von Michelles Leiche herrschte Trauer und große Anteilnahme in der Stadt. An diesem Samstagabend soll mit einem Gedenkgottesdienst in der Trinitatis-Kirche von dem Mädchen Abschied genommen werden. Menschen legten weiterhin Blumen vor die Einfahrt der Schule von Michelle und vor das Wohnhaus der Familie in der Nähe. Vor der Schule standen auf dem Bürgersteig inzwischen rund 100 Kerzen, daneben dutzende Stofftiere. Auf selbst gemalten Plakaten hieß es: «Warum nur, Michelle?» und «Wir vermissen Dich alle».

Kinder sollten nach Ansicht eines Psychologen aber mit Berichten über das Verbrechen verschont werden. Sie könnten solche Medieneindrücke nicht verarbeiten, sagte der Hannoveraner Kinderpsychologe Wolfgang Bergmann der dpa. Eltern sollten ihre Angst um ihr Kind nicht zeigen. «Dies würde eine allgemeine Ängstlichkeit erzeugen, und ängstliche Kinder werden eher Opfer», betonte Bergmann. Man sollte den Kindern die klare Anweisung geben: «Wenn Dich ein Mann anspricht, den Du nicht kennst, dann wende Dich an einen anderen Erwachsenen und frage ihn "Was will der Mann von mir?". Dann läuft der potenzielle Täter weg.»

Knapp 180 Mitglieder umfasst die Sonderkommission «Michelle» unter Leitung von Kriminaldirektor Uwe Matthias. Experten unterschiedlicher Richtungen sind in ihr vereint. Rund um die Uhr wird gearbeitet. Die «Profiler» sollen anhand der Spuren, des Fundortes und des Zustandes der Leiche psychologische Eigenschaften des Täters erkennen. Sprecherin Jana Kindt sagte, die Frage sei: «Was ist das für Mensch? Welche Bildung hat er genossen, in welchem Umfeld lebt er?»

Gezielt hält die Polizei bisher Erkenntnisse über die Gewalttat geheim. Je weniger der Täter wisse, welche Informationen die Polizei bisher habe, umso eher werde er einen Fehler machen, erklärte ein Beamter die Strategie. Die Polizei teilte daher auch nicht mit, ob bei der Tat sexueller Missbrauch eine Rolle gespielt hatte.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sagte in Dresden: «Ich bin in Gedanken bei den Eltern und bei der Familie. Es wird jetzt alles getan, um des Täters habhaft zu werden.»

Michelle war am Montagnachmittag auf dem Heimweg von der Ferienbetreuung in ihrer Schule verschwunden - nur wenige Gehminuten von ihrem Zuhause im Ostteil Leipzigs entfernt. In den folgenden Tagen suchte die Polizei mit einem Großaufgebot nach ihr. Die Leiche des Mädchens lag am Rande des Teiches im Wasser. Die Gegend war auch in den Tagen davor durchsucht worden.

dpa-infocom