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Frodeno erkämpft erstes Triathlon-Gold

Peking - Im Ziel schrie er seine Freude mit einem inbrünstigen «Deutschlaaaand» heraus, bei der Pressekonferenz blickte er ungläubig auf die glänzende Medaille.

In der Hitzeschlacht von Peking hat Jan Frodeno acht Jahre nach dem Silber-Jubel von Stephan Vuckovic das erste Olympia-Gold für Deutschlands Triathleten erkämpft. «Ich konnte nicht glauben, was passiert ist. Das ist ein Moment, von dem man immer träumt», sagte Frodeno, der sich selbst einen Tag nach seinem 27. Geburtstag das schönste Geschenk machte. Etwa 150 Meter vor dem Ziel am Ming Tombs Reservoir nahe Peking zog der Saarbrücker einen unwiderstehlichen Spurt an und ließ Sydney- Olympiasieger Simon Whitfield aus Kanada um fünf Sekunden hinter sich. Dritter wurde der Athen-Zweite Bevan Docherty aus Neuseeland.

«Es war ein sehr weiter, ein sehr langer Weg. Ich bin durch dick und dünn mit meinen Freunden und meiner Familie gegangen», sagte Frodeno, der von seinen Eltern angefeuert und nach dem Sieg überglücklich geherzt wurde. «Das kommt alles in einem Moment zusammen - innerhalb von diesen 90 Sekunden bei der Nationalhymne lässt du das ganze Leben an dir vorbeilaufen», beschrieb Frodeno den Moment der Siegerehrung.

Geschlagen geben musste sich bei Temperaturen von über 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von über 80 Prozent Ex-Weltmeister Daniel Unger, Christian Prochnow aus Potsdam wurde 15. «Das war eine Chance, die erstmal weg ist», sagte der als einer der Topfavoriten ins Rennen gestartete Unger, der sich aber angesichts der hochklassigen Konkurrenz als Sechster achtbar schlug. «Ein vierter Platz wäre noch schlimmer gewesen. Ich habe ein gutes, aber kein sehr gutes Rennen gemacht.» Der Athlet aus Bad Saulgau freute sich im Ziel umso mehr mit Frodeno und nahm ihn mit einem lauten «Frodo» in die Arme. Dem herbeigeeilten ehemaligen deutschen NOK-Chef Klaus Steinbach wurde indes der Weg zum Sieger durch einen übereifrigen Volunteer versperrt. «Was für ein geiler Sprint», rief Steinbach Frodeno zu.

«Er war spektakulär», zollte auch der geschlagene Whitfield der großartigen Leistung Frodenos höchsten Respekt. Er weiß, wovon er spricht: Vor acht Jahren hatte der Kanadier dem Deutschen Vuckovic den fast schon sicher geglaubten Olympiasieg noch entrissen. Dass Frodeno in diesem Jahr selbst bereits einige Rennen im Spurt verloren hatte, war nun der Schlüssel zum Erfolg. «Daraus zieht man seine Lehren», sagte er. «Wahnsinn», meinten der Sportdirektor der Deutschen Triathlon-Union, Rolf Ebeling, und Bundestrainer Wolfgang Thiel, die nach dem enttäuschenden Damen-Rennen am Tag zuvor völlig aus dem Häuschen waren.

Taktisch clever blieb Frodeno, der zuvor noch keinen Weltcupsieg hatte landen können, von Beginn an in Schlagweite zur Konkurrenz um Weltmeister Javier Gomez, der am Ende Vierter wurde. Nach den 1,5 Kilometern Schwimmen im 27,2 Grad warmen Wasser des Stausees wechselte der gebürtige Kölner, der nach einem langjährigen Aufenthalt in Kapstadt mittlerweile in einer Wohngemeinschaft in Saarbrücken lebt, als Zwölfter aufs Rad: 40 Kilometer bei brütender Hitze. Und auch dabei ließ sich Frodeno nicht von Ausreißversuchen locken oder aus dem Konzept bringen.

Nachdem eine Dreiergruppe zwischenzeitlich über 40 Sekunden auf dem Rad herausgefahren hatte, fiel die Entscheidung wie erwartet am Ende des 10-Kilometer-Laufs. «Augen zu und durch und nicht daran denken, dass die Besten der Welt neben dir sind», so Frodenos Devise für die letzten Meter. Grundlage dafür waren Tausende von Trainings- Kilometern: 1100 im Wasser, 12 500 auf dem Rad und 4400 zu Fuß. Sie zahlen sich doppelt aus. «Mir fällt ein, dass ich ja ein paar ganz gut dotierte Prämien bekomme», meinte Frodeno schmunzelnd.

dpa-infocom