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Original trifft Fälschung

Peking - Es ist der größte Laden des Herzogenauracher Unternehmens adidas in der Welt: 3170 Quadratmeter im Norden Pekings, im Herzen des Chaoyang-Viertels unweit der Botschaften.

Viele Olympia-Touristen bestaunen täglich das futuristische Design des Gebäudes mit seinen spiegelnden Außenwänden. Viele staunen auch, als sie feststellen, dass im Schnäppchenmarkt nebenan viele Produkte ebenfalls mit dem Schriftzug «Adidas» angeboten werden - zu einem Bruchteil des Preises.

«Hier ist doch alles gefälscht» , sagt Dorian Ferrer. Der 37- jährige Olympia-Tourist kommt gerade aus dem Yashow-Markt und hat sich mit neuer Kleidung eingedeckt. Aber nicht mit den Produkten der Franken, wie der Franzose beteuert. Ein deutscher Käufer hat weniger Skrupel. Gerade hat er sich ein deutsches Fußballtrikot gekauft. An der Seite des Shirts prangen die drei schwarzen Streifen. «Das hat nur 60 Yuan gekostet» - umgerechnet fünf Euro.

Im Yashow-Markt ist viel los: «Bei mir ist alles billig», schallt es dem Besucher in Chinesisch, Englisch und teilweise sogar Deutsch von jungen Verkäuferinnen entgegen. Wie in einer großen Ausstellungshalle bieten sie an hunderten kleiner Stände ihre Produkte an. Mehr als 800 Läden gibt es im gesamten Markt. Dabei machen die Verkäuferinnen auch nicht davor Halt, potenzielle Kunden handgreiflich in ihre Stände zu ziehen. «Kauf bei mir», fordern sie die Interessenten mit Nachdruck auf.

«Das Geschäft läuft super» , freut sich Sun Xing, Manager im Yashow-Markt. Auf fünf Etagen werden Schuhe, Hosen, Anzüge und vieles mehr verkauft - vieles davon kopierte Markenprodukte. Levi's, Diesel, Lacoste - alles was das Herz begehrt, und alles gefälscht. Vor sechs Jahren hat der Markt eröffnet. «Während Olympia ist besonders viel los», sagt der 23-Jährige. Täglich kämen etwa 8000 Kunden. An den gelben Olympia-Akkreditierungen könnten sie erkennen, dass auch viele Sportler darunter seien.

Doch auch im Original-Geschäft nebenan kann man sich nicht beklagen. «Der Laden läuft gut», sagt Katja Schreiber, Pressesprecherin der Firma in China. Die Filiale ist am 5. Juli eröffnet worden und konnte schon viele Besucher anziehen: Alleine im Juli seien es 250 000 gewesen. Das sind umgerechnet 10 000 pro Tag und damit mehr als im Yashow-Markt. «Unsere Konsumenten wollen eine hohe Qualität und sind bereit mehr dafür auszugeben», sagt Schreiber.

Dennoch ist der Kampf gegen Produktpiraterie für ihr Unternehmen ein wichtiges Anliegen. «Wir arbeiten eng mit den chinesischen Behörden zusammen», sagt Schreiber. In Schulungen wird chinesischen Kontrolleuren der Unterschied zwischen Original und Fälschung beigebracht. «Wir wollen so gegen die Mittelsmänner vorgehen, die gefälschte Produkte weiter verteilen», sagt sie.

dpa-infocom