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Das Englisch der Taxifahrer in Peking

Peking - Zu «where are you going?» (wo möchten Sie hin?) reicht es noch manchmal, aber bei Auskünften zum Wetter ist spätestens Schluss.

Eine nicht repräsentative Umfrage unter den 100 000 Pekinger Taxifahrern zeigt ganz klar: Olympisches Ziel verfehlt.

Zur Vorbereitung auf die Spiele in Peking waren die Chauffeure aufgerufen, ordentlich Englisch zu pauken. Stolz zeigt dann auch der Taxifahrer Gao Zhen ein ziemlich dickes Heft, vorne drauf ein Taxi, als Räder fungieren die olympischen Ringe. «Das haben wir bekommen, um die wichtigsten Vokabeln zu lernen», sagt er - auf Chinesisch.

Zwei Jahre habe er sich bemüht, des Englischen ein wenig mächtig zu werden. Eine Kostprobe: «Turn left, turn right» (links abbiegen, rechts abbiegen) oder «I want to Tian'anmen» (ich möchte zum Tian'anmen). «Viel mehr ist es leider nicht geworden», räumt Gao Zhen kleinlaut ein. Damit ist er in bester Gesellschaft. Auch sein Kollege Shi Yuanlei winkt ab: «Ich habe es wirklich versucht, aber Englisch ist sehr schwer.» Und der Taxifahrer Liu Baoquan meint: «Die jungen Kollegen haben für die Olympischen Spiele Englisch gebüffelt, ich kann mir das nicht merken.» Vor allem die Aussprache mache ihm zu schaffen. So ist es dann nicht verwunderlich, dass viele Olympia- Touristen über Irrfahrten klagen. Manchmal gelangen sie auch überhaupt nicht ans Ziel.

Das Olympia-Organisationskomitee BOCOG räumte vor wenigen Tagen ein, dass es Verständigungsprobleme zwischen Taxifahrern und Olympia- Gästen gebe und kündigte einen Funkdienst an. Seitdem ist allerdings noch nicht wirklich eine Besserung zu erkennen. Vor der Fahrt herrscht oft aufgeregtes Durcheinander: Der Taxifahrer versteht erst nach einigen Anläufen, wo die Fahrt hingehen soll. Manchmal fragt er dann gar - fast immer auf Chinesisch - die Gäste, wo die angegebene Adresse denn zu finden sei. Verständlicherweise erntet er ein Kopfschütteln. In der Hoffnung auf Klarheit, sprintet der Fahrer dann flugs zu einem Kollegen oder ins nahe Hotel. Obwohl er offenbar erhellt zurückkehrt, geht es dann offensichtlich nicht auf ganz direktem Weg zum Ziel.

Zu den mangelnden Englischkenntnissen gesellt sich bei vielen Pekinger Taxifahrern nämlich eine lückenhafte Ortskenntnis. Daher verwundert es auch nicht, wenn in Gao Zhens Büchlein mit hilfreichen Vokabeln unter den vielen bunten Bildern auch folgender Comic zu finden ist: Eine Taxifahrerin schaut verzweifelt zum Fahrgast, in die Sprechblase an ihrem Kopf sind Pfeile in beide Richtungen und drei Fragezeichen gemalt. Über dem Ganzen prangt schließlich der Satz: «I think we are lost» (Ich glaube, wir haben uns verfahren).

dpa-infocom