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Friedliche Einigung bei Conti

Hannover - Die wochenlange Übernahmeschlacht um den Autozulieferer Continental ist beendet.

Nach einer friedlichen Einigung über das Engagement der fränkischen Schaeffler-Gruppe bei dem DAX-Konzern in der Nacht zeigten sich am Donnerstag alle Seiten zufrieden.

Jetzt gelte es, den Blick nach vorne zu richten, hieß es bei der IG Bergbau, Chemie, Energie. Die IG Metall sieht neue Chancen für die Zukunft. Die Schaeffler-Geschäftsführung erklärte in Herzogenaurach, mit der Vereinbarung werde die Voraussetzung geschaffen «für die Kombination zweier deutscher Technologieführer, die innovative Lösungen für die künftigen Herausforderungen der Automobilindustrie liefern wird.» Conti nannte das Ergebnis akzeptabel.

Conti und das wesentlich kleinere Familienunternehmen Schaeffler aus Herzogenaurach einigten sich auf ein umfangreiches Gesamtpaket. Zugleich tritt Conti-Vorstandschef Chef Manfred Wennemer zurück. Der Bitte des 60-Jährigen an den Aufsichtsrat, ihn zum 31. August 2008 von seinem Amt zu entbinden, sei «mit großem Respekt» zugestimmt worden, hieß es. Sein Nachfolger werde kurzfristig bestellt.

Die Einigung nach intensiven Verhandlungen in den vergangenen Tagen sieht vor, dass die Schaeffler-Gruppe ihr bisheriges Übernahmeangebot von 70,12 Euro auf 75 Euro pro Aktie erhöht. Zudem sagte Schaeffler zu, das Engagement bei Conti innerhalb der nächsten vier Jahre auf eine Minderheitsbeteiligung von bis zu 49,99 Prozent zu beschränken. Zum Schutz der Arbeitnehmer gibt es umfangreiche Zusagen. Conti wird nicht zerschlagen. Garant für die Wahrung der Conti-Interessen sei Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Schaeffler hatte Mitte Juli überraschend ein Übernahmeangebot für Conti angekündigt. Conti-Chef Wennemer hatte zunächst eine harte Gegenwehr angekündigt und kritisiert, das Vorgehen der Franken sei «egoistisch, selbstherrlich und verantwortungslos». Schaeffler habe sich über Finanzgeschäfte, sogenannte Swap-Geschäfte, rechtswidrig an Conti «herangeschlichen». Aus Sicht der Finanzaufsicht hat Schaeffler aber keine Meldepflichten verletzt. Das teilte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) am Donnerstag in Bonn mit. Die Behörde hatte den Fall seit Mitte Juli überprüft.

Die IG Metall begrüßte, dass mit der nächtlichen Einigung auch für die Arbeitnehmer wichtige Eckpunkte verbindlich hätten geregelt werden können. «Damit ist der Grundstein für eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem neuen Großaktionär gelegt», erklärte IG Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine. Der Konzern bleibe in seiner Struktur erhalten und zudem garantiere die Schaeffler-Gruppe den Erhalt der Standorte und Arbeitsplätze bis mindestens 2014. Die paritätische Mitbestimmung im Aufsichtsrat sei gesichert. Zum Rücktritt von Wennemer verwies Meine auf die wiederholten heftigen Konflikte mit dem Conti-Chef. «Die Interessen der Beschäftigten wurden häufig mit Füßen getreten, insofern weinen die Arbeitnehmer Herrn Wennemer keine Träne nach.»

Der stellvertretende Aufsichtsratschef und IGBCE-Hauptvorstand Werner Bischoff, begrüßte, dass das Ergebnis auf dem Verhandlungswege habe erzielt werden können. «Die Zeit der Unsicherheit und Unklarheit ist vorüber, jetzt gilt es den Blick nach vorn zu richten.» Er hob ebenfalls hervor, dass Mitbestimmung, Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen nicht angetastet würden. Wennemers Entscheidung zum Rücktritt verdiene Respekt. «Für die Arbeitnehmervertretungen war Herr Wennemer ein harter, aber berechenbarer Verhandlungspartner.»

dpa-infocom