pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Reise   » News  » Deutschland  » Gesundheit  » Katalog  » Recht  » Traumziele  » Tipps  » Galerie

Zu Fuß durch den Urwald: Wanderung um den Edersee

Waldeck Unter den Stie­feln rascheln die Blätter, die Luft riecht nach feuch­ter Erde und Moos.

Ein erfri­schen­der Wind ver­schafft etwas Abkühlung, und nur gele­gent­lich stiehlt sich die Sonne durch das dichte Blätter­dach der eng ste­hen­den Bäume.

Der schmale Pfad scheint kein Ende zu nehmen. Doch dann öffnet sich ganz plötzlich der Wald und gibt die Aus­sicht frei auf den Edersee, einen Stausee im Norden Hessens, dessen Wasser in der Sonne glit­zert. Es sind diese starken Kon­traste zwi­schen Wasser und Wald, Berg und Tal, die den «Urwald­steig» in den Augen vieler Wan­derer so fas­zinie­rend machen.

Der knapp 70 Kilo­meter lange Wan­der­weg führt rings um den Edersee. Es geht durch unberührte Natur und vorbei an tou­ris­tischen Attrak­tio­nen wie dem Wal­decker Schloss. Ein Abschnitt liegt im 2004 eröffneten Natio­nal­park Kel­ler­wald-Edersee. Die Route bewegt sich meist zwi­schen 250 und 400 Höhen­metern und fordert wegen der kurzen, aber manch­mal deut­lichen Stei­gun­gen eine gute Kon­dition.

Es ist ein schmaler, steiniger Pfad , der sich unter­halb der «Hünsel­burg» an den Steilhängen entlang windet. Immer wieder blitzt das Wasser des Sees zwi­schen den Bäumen durch. Tritt­sicher­heit ist gefragt: Knor­rige Wurzeln und mancher umgestürzte Baum­stamm fordern die volle Kon­zen­tra­tion. Und plötzlich stehen die Wan­derer in einem Fluss aus Stein, der sich den Hang hinab in den See ergießt. Kaum eine Pflanze ist stark genug, sich im unsi­che­ren Unter­grund dieser Block­hal­den fest­zukral­len. Hier können einem Licht und Schat­ten auch schon mal einen Streich spielen: In dieser bizar­ren Land­schaft schei­nen Elfen und Zwerge sich zwi­schen den Steinen zu ver­ste­cken.

Weiter führt der Weg hinab zum Ufer des Sees, wo sich bequem eine Rast ein­legen lässt. Es ist nichts zu hören außer dem Plätschern der Wellen und dem Zwit­schern der Vögel in den Bäumen. Ab und zu zieht ein Boot mit geblähtem weißem Segel vorbei. Hektik und All­tagsstress sind mei­len­weit ent­fernt. Auch wenn der Edersee mit seinen vielen Win­dun­gen als natürliches Gewässer erscheint, ist er doch von Men­schen­hand erschaf­fen. Seit 1914 staut eine Tal­sperre nahe des Ortes Waldeck den Fluss Eder zu dem 27 Kilo­meter langen See auf.

Die nächsten Kilometer des Weges führen in einen der letzten Urwälder in deut­schen Mit­tel­gebir­gen. Der stei­nige Boden und die pralle Sonne machen die «Kahle Hardt» zur extre­men Her­aus­for­derung für Tiere und Pflan­zen. Die Hitze, die über den Felsen steht, kriecht einem förmlich in die Nase. Auf diesem Steil­hang gedei­hen seit Urzei­ten nur Eichen, deren Wurzeln bizarr aus der Erde ragen. Die Bäume schei­nen der Schwer­kraft zu trotzen, wie sie sich in quasi unmöglichen Win­dun­gen über den Abgrund zum See hin neigen. Hier zeigt er sich in seiner ganzen Schönheit, der Kon­trast von Wasser und Wald.

Informationen: Edersee Tou­ristic, Sach­senhäuser Straße 10, 34513 Waldeck, Telefon: 05623/999 80

Urwaldsteig Edersee: www.urwald­steig-edersee.de

Nationalpark Kel­ler­wald-Edersee: www.natio­nal­park-kel­ler­wald-edersee.de Von Rebecca Müller, dpa

dpa-infocom