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Alte Gemäuer: Herrenhäuser im Klützer Winkel

Klütz Die Wei­zen­fel­der reichen bis zum Hori­zont, ab und zu schim­mert in der Ferne die Ostsee.

Auch Gerste, Raps, Zuckerrüben und Mais wachsen im Klützer Winkel.

Wie so viele Regionen Mecklenburg- Vorpommerns ist der äußerste Nord­wes­ten des Landes stark vom Acker­bau geprägt, auch wenn der Tou­ris­mus hier eben­falls eine wich­tige Rolle spielt. Er kon­zen­triert sich aber vor allem auf den Badeort Bol­ten­hagen mit seinen rund 9000 Gäste­bet­ten, der an schönen Som­mer­wochen­enden zusätzlich von bis zu 15 000 Tagesgästen über­rannt wird. Abseits der Strände ist es deut­lich ruhiger.

Doch auch dort gibt es viel zu ent­decken - zum Bei­spiel mit den Schlössern Bothmer und Kalk­horst zwei beson­ders inter­essante unter den ins­gesamt 2000 Guts- und Herrenhäusern des Bun­des­lan­des. Schloss Bothmer liegt nahe der Stadt Klütz und gilt als schönste Barock­anlage ganz Meck­len­burgs. Für Sebas­tian Nord­mann, Inten­dant der Fest­spiele Meck­len­burg-Vor­pom­mern, ist das jährliche Konzert im Park einer der Höhepunkte seines Pro­gramms: «Es gibt vorher ein Pick­nick im Garten und hin­ter­her ein Feu­erwerk über dem Schloss - wun­der­bar.» Wenn gerade keine Musiker auf­spie­len, sind es vor allem der Park und eine 270 Meter lange Lin­den­allee, die die Besu­cher begeis­tern.

Gebaut wurde Schloss Bothmer in den Jahren 1726 bis 1732. Bis 1945 war es im Besitz der Familie von Bothmer, zu DDR-Zeiten diente es als Alten­pfle­geheim. Seit der Wende hat sich aller­dings wenig getan, mehrere Ver­suche einer Pri­vati­sie­rung schei­ter­ten. «Der Zustand ist noch schlech­ter als 1990», bedau­ert Nord­mann. Seit Februar gehört das Schloss wieder dem Land, das eine Sanie­rung für 18,5 Mil­lio­nen Euro plant.

Seit 1999 in Pri­vat­besitz ist dagegen Schloss Kalk­horst. Wenn das rot geklin­kerte Her­ren­haus spre­chen könnte, hätte es bestimmt einige span­nende Geschich­ten zu erzählen: Typhus­laza­rett und Lun­gen­kli­nik, Kurheim und Psych­iatrie - all das war das im 19. Jahr­hun­dert errich­tete Gebäude schon. SS-Chef Hein­rich Himmler war kurz vor Ende des Zweiten Welt­kriegs einige Zeit lang hier und ließ sich den Inhalt des Wein­kel­lers schme­cken. Später lebte die Schrift­stel­lerin Christa Wolff hier ein halbes Jahr lang. «Beschrie­ben hat sie die Region in ihrem Buch "Kind­heits­mus­ter"», erzählt «Schloss­herr» Manfred Rohde, der Zimmer in den alten Gemäuern ver­mie­tet, dort eine Steu­erbe­rater­kanz­lei betreibt und gerade im Sommer viele Hoch­zeits­paare zu Gast hat.

Denn für Hochzeitsfotos bietet sich das grüne Ambiente von Kalk­horst her­vor­ragend an. Der 13 Hektar große Land­schaftspark gelte als eine der arten­reichs­ten Gar­ten­anla­gen Deutsch­lands, sagt Rohde stolz: Von Orchi­deen bis zu einem gut 40 Meter hohen, 1871 gepflanz­ten Rie­sen­mam­mut­baum aus Kali­for­nien reicht die Band­breite. Auch eine Atlas­zeder von 1865 und einen Ging­kobaum aus Ost-China zählt Rohde zu den Stars seines Anwe­sens. Weit fällt der Blick über die von hohen Bäumen umfasste Rasenfläche. Die Ostsee und Bol­ten­hagen sind von hier aus gar nicht so weit, aber der Trubel am Bade­strand erscheint Licht­jahre ent­fernt.

Mecklenburg-Vor­pom­mern: www.auf-nach-mv.de

Rund ums Schloss: www.mv-schloes­ser.de

Kalkhorst: www.schloss-kalk­horst.de Schloss Bothmer und Schloss Kalk­horst Öffnungs­zei­ten: Die Park­anlage von Schloss Bothmer ist noch bis Sep­tem­ber täglich von 10.00 bis 20.00 Uhr geöffnet, im Oktober bis 18.00 Uhr. Der Park in Kalk­horst ist bis zum 3. Oktober täglich von 10.00 bis 15.30 Uhr zugänglich.

Eintrittspreise: In Schloss Bothmer werden bis Sep­tem­ber täglich um 10.30, 13.00 und 15.30 Uhr Führungen durch Schloss und Park für 3,50 Euro ange­boten. Ausführli­chere Touren gibt es an den Woche­nen­den und Fei­erta­gen jeweils um 11.30 und 14.30 Uhr für 6 Euro. In Kalk­horst kostet der Ein­tritt in den Park 2,50 Euro pro Person.

Infor­matio­nen: Tou­ris­mus­ver­band Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Platz der Freund­schaft 1, 18059 Rostock, Telefon: 0381/403 05 00 Von Chris­tian Röwekamp, dpa

dpa-infocom