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Lustwandeln in den Boboli-Gärten in Florenz

Florenz Der Lärm und die Tou­ris­ten­ströme von Florenz sind auf einmal weit ent­fernt: Beim Durch­wan­dern der Boboli-Gärten inmit­ten der tos­kani­schen Stadt haben Tou­ris­ten rasch das Gefühl, als befin­den sie sich in einer ganz eigenen Welt.

Eine ver­gan­gene Welt, die noch heute vom Lust­wan­deln der Medici und vom necki­schen Ver­steck­spiel junger Adels­damen in grünen Laby­rin­then erzählt. Jahr­hun­derte lang galt die Familie der Medici als eine der mächtigs­ten Dynas­tien Ita­liens. Ihre Mit­glie­der finan­zier­ten und waren selbst Päpste, sie ver­teil­ten Aufträge an Leo­nardo Da Vinci und Bot­ticelli, sie förderten das Talent von Miche­lan­gelo. Nicht zuletzt durch ihr Mäzena­ten­tum ent­wickel­ten sich Städte wie Florenz, Venedig und Genua zu den kul­turel­len und wirt­schaft­lichen Metro­polen der damals bekann­ten Welt. Auch die Boboli-Gärten sind eine Idee der Medici.

Denn es waren Cosimo I. de' Medici , der dama­lige Großherzog von Florenz, und seine Frau Eleo­nora da Toledo, die Mitte des 16. Jahr­hun­derts die ele­gante Grünanlage gleich hinter dem Palazzo Pitti erschaf­fen ließen. Im 17. und 18. Jahr­hun­dert fuhren die Medici und später die Loth­rin­ger damit fort, den Park weiter aus­deh­nen und verschönern zu lassen. Und so finden sich Besu­cher heute in einer grünen Oase wieder, die zahl­rei­che Kun­ste­pochen und den Zeit­geist ver­schie­dener Bau­her­ren und Bild­hauer vereint.

Wasserspiele, Skulp­turen, künstlich ange­legte Grotten und weite Zypres­sen-Alleen erwar­ten Natur- und Kunst­lieb­haber, die fernab von Uffi­zien und dem Dom Santa Maria del Fiore ein «anderes Florenz» genießen möchten. Zwi­schen Zitro­nenbäumchen und dem Okeanos-Brunnen von Giam­bolo­gna fällt es leicht, den Trubel der Stadt zu ver­ges­sen und dem südlichen «dolce far niente» (dem süßen Nichtstun) zu frönen.

Es ist kaum zu glauben, dass Johann Wolf­gang von Goethe bei seiner ersten «Ita­lie­nischen Reise» im Jahr 1786 nur drei Stunden in Florenz blieb, weil er es so eilig hatte, nach Rom zu kommen. «Die Stadt hatte ich eiligst durch­lau­fen, den Dom, das Bap­tis­terium. Hier tut sich wieder eine ganz neue, mir unbe­kannte Welt auf, an der ich nicht ver­wei­len will. Der Garten Boboli liegt köstlich. Ich eilte so schnell heraus als hinein», schrieb er später.

Dabei hat Goethe viel ver­passt, zum Bei­spiel das Amphi­thea­ter, das sich auf dem Hügel gleich hinter dem Palazzo Pitti erstreckt. In der Mitte thront ein ägyp­tischer Obelisk aus Luxor, rings­herum sind Statuen in kleinen Nischen ange­ord­net, die Gestal­ten aus der antiken Mytho­logie dar­stel­len. Beim Schlen­dern entlang der Rückseite des Palazzo Pitti bietet sich dem Besu­cher auch einer der schönsten Blicke auf Florenz: Die Stadt scheint sie zum Greifen nah mit ihren Kuppeln, den Glock­entürmen und dem impo­san­ten Palazzo Vecchio.

Informationen zu den Museen in Florenz (ita­lie­nisch / eng­lisch): www.polo­museale.firenze.it

Reiseinformationen über Florenz (ita­lie­nisch / eng­lisch): www.firen­zetu­rismo.it Die Boboli-Gärten in Florenz ÖFFNUNGSZEITEN: Die Boboli-Gärten am ersten und letzten Montag im Monat geschlos­sen und sonst täglich von 8.15 Uhr an geöffnet. Im Sommer schließt die Anlage um 19.30 Uhr, in den Monaten April, Mai, Sep­tem­ber und Oktober um 18.30 Uhr, von Novem­ber bis März noch eher. Es gibt mehrere Eingänge. Wer nur die Grünanlage besich­tigen will, kann lange Schlan­gen an der Kasse ver­mei­den, indem er nicht den Eingang durch den Palazzo Pitti benutzt, sondern an der Forte Bel­vedere, an der Via Romana oder an der Piaz­zale di Porta Romana.

EINTRITTSPREISE: Das Ticket kostet 11,50 Euro inklu­sive des Zutritts zum Palazzo Pitti. 6 Euro sind es nur für die Boboli-Gärten.

INFORMATIONEN: Tou­ris­musamt von Florenz, Via A. Manzoni 16, I-50121 Firenze (Telefon von Deutsch­land: 0039/055/29 08 32). Von Carola Frent­zen, dpa

dpa-infocom