IVWPixel Zählpixel
kalaydo.de kalaydo.de Jobs Auto kaufen Immobilien Kleinanzeigen Bei kalaydo.de inserieren In der Rhein-Zeitung und ihren Heimatblättern inserieren Zeitungsanzeige aufgeben kalaydo.de
RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Aus der Region     » RegioNews     » RegioTicker     » RegioLinks

Tierische Odyssee im Raum Koblenz: Hängebauchschwein sucht Zuhause

Koblenz/Polch Mit fünf Jahren ist er im besten Alter, mit 45 Kilo ist er gut genährt, in seinem derzeitigen Zuhause, einer Mühle bei Polch, hat er es richtig gut.

Und doch ist Frederik ein armes (Hänge- bauch-)Schwein. Niemand will ihn, zumindest nicht auf Dauer. Die Suche nach einer Bleibe nimmt verzweifelte Züge an, dabei hat er schon eine kleine Odyssee hinter sich.

Sie beginnt mit einer Art Trotzhandlung: Eine Joggerin meldete sich am ersten Weihnachtsfeiertag 2005 aufgeregt bei der Koblenzer Polizei: Ein Schwein habe sie verfolgt. Die alarmierten Polizisten entdeckten den vermeintlichen Übeltäter - und fanden ihn gar nicht so übel.

Was sie damals noch nicht wussten: Der von ihnen Fritz getaufte Frederik war zuvor auf einem Gelände untergebracht, wo ihn sein Besitzer vermeintlich kurzzeitig versorgen lassen wollte. Doch dann wollte er das Schwein nicht mehr zurücknehmen, wie Ernst Schäfer, Jagdpächter im Koblenzer Stadtwald, inzwischen weiß. Und zum Fest der Liebe erkundete das ungeliebte Schwein die Welt.

Und auch wenn sich schnell herausstellte, dass Frederik handzahm ist, aus der Hand frisst und keiner Seele was tut: Das wissen ja Jogger nicht. Für Frederik musste ein Platz gefunden werden: Zunächst am Forsthaus Kühkopf, wo Frederik wuchs und gedieh, dann wieder mit Auslauf in Vallendar. Die Welt schien viele Monate in Ordnung - bis das Telefon bei Ernst Schäfer klingelte. "In Frederik steckt auch ein Wildschwein, der wühlt im Boden rum", sagte Schäfer. Und das hatte überdeutlich auch der Gastgeber in Vallendar zu erfahren bekommen. "Der sagte mir Freitagsabends, dass es ihm reicht und er mir gleich das Schwein am Zaun anbindet."

Dem Mann war es ernst, Schäfer aber auch - er überzeugte den Mann, dass das keine gute Idee ist und rief bei der Polizei an. Und hatte eine Beamtin dran, die Rat wusste und Helmut Riehl kannte, der einen großen Hof an der Ruitscher Mühle bewohnt.

Da wohnt jetzt auch Frederik , freut sich über einen geräumigen Stall und 50 Quadratmeter Auslauf. "Aber ich kann ihn nicht auf Dauer nehmen", sagt Riehl. "Ich bin oft nicht zu Hause."

Schäfer will zwar, dass der frühere Besitzer von Frederik in die Pflicht genommen wird, aber "nicht, dass Frederik in der Wurst landet". Gemeinsam mit Riehl ist er auf der Suche nach einer dauerhaften Bleibe. Tierparks haben sie angefragt, Zoos im größeren Umkreis. Doch bislang hat niemand ein Zuhause für Frederik. (law)

RZO