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Intel setzt auf «Turbo» für neue Computerchips

San Francisco Der Computerchip-Hersteller Intel setzt bei seinen neuen Prozessoren auf eine «Turbo»-Funktion, die hohe Leistung mit Stromeffizienz vereinen soll.

Die Prozessoren der Chipfamilie mit dem Codenamen «Nehalem» für Desktop-Computer sollen vor allem bei leistungshungrigen Anwendungen wie Videobearbeitung oder grafisch anspruchsvolle PC-Spielen die Rechenleistung erheblich beschleunigen. Ziel sei «eine schnellere Rechenleistung bei gleichzeitig optimierter Energieeffizienz», sagte Intel-Manager Pat Gelsinger am Dienstag auf dem hauseigenen Entwicklerforum (IDF) in San Francisco.

Mit dem neuen Turbo-Modus soll sich der Rechner bei intensiven Aufgaben einen Gang höher schalten lassen. Dem stets großen Energiehunger der Rechner soll das «Dynamic Power Management» beikommen. Dabei werden über Sensoren zum Beispiel Prozessor- Auslastung oder Temperatur gemessen, um den PC automatisch auszuschalten, sobald längere Zeit keine Aktivität gemessen wurde, erläuterte Intel-Mitarbeiter Rajesh Kumar.

Vor rund zehn Tagen hatte Intel die neuen Chips erstmals angekündigt, die das Unternehmen unter dem Namen «Core i7» ab 2009 auf den Markt bringen will. Die Prozessoren verfügen über vier Kerne und unterstützen auch Intels Technologie des sogenannten Hyper Threading. Damit werden mehr Kerne simuliert, als tatsächlich zur Verfügung stehen. Bei den ersten Modellen sollen auf diese Weise über die vier Kerne zunächst insgesamt acht Aufgaben gleichzeitig bearbeitet werden können.

Um die Rechenleistung weiter zu beschleunigen, haben die Chip- Designer eine Speichereinheit direkt auf die Prozessorplattform integriert. Der kleinere Konkurrent AMD hat entsprechend gebaute Prozessoren bereits seit etwa 2003 im Programm. Mit der von Intel mit «QuickPath Interconnect» bezeichneten Technologie werden Prozessor, der Chipsatz und die Speichereinheit miteinander verbunden. Damit sollen sich die Zugriffszeiten auf Anwendungen oder Inhalte erheblich verringern.

Mit der neuen Prozessor-Familie könnte sich Intel nach Meinung von Experten einen weiteren Vorsprung vor dem zur Zeit stark unter Druck stehenden Rivalen AMD verschaffen. AMD sei zuletzt bei der Entwicklung von neuen Prozessoren, die diese Technologie nutzt, zeitlich zurückgefallen und habe den Bedarf bei den Kunden nicht decken können, sagte Analyst David Wu von Global Crown Capital der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Intel könne deshalb zumindest bis 2010 technologisch die Nase vorn behalten, schätzt Wu.

Nach Erhebungen der Marktforscher von IDC hält Intel weltweit einen Marktanteil bei PC-Prozessoren von 77 Prozent, AMD weitgehend den verbleibenden Rest. Bei Chips für Server konnte Intel Terrain zurückerobern und kommt aktuell auf einen Marktanteil von 87 Prozent.

Zudem stellte Intel ein leistungsfähiges Flash-Laufwerk vor, das nach Worten Gelsingers einen tiefgreifenden Wandel bei Notebooks bewirken könnte. Die Flash-Speicher (SSD für Solid State Drive) bestehen anders als herkömmliche Magnet-Festplatten-Laufwerke aus Halbleitern und haben keine mechanischen Bestandteile. Die Karten sind mit ihren Eigenschaften ideal für den Einsatz in Laptops, waren aber bislang teuer in der Herstellung und dadurch kein gleichwertiger Ersatz zu den Magnet-Laufwerken.

Intels SSD-Laufwerke sind neben Notebooks sowohl für Desktop-PCs als auch für Unternehmens-Server gedacht. Die ersten Modelle X18-M und X25-M richten sich mit einer Speicherkapazität von 80 Gigabyte an den breiten Markt der Konsumenten. Mit ihrer Kapazität bis zu 160 Gigabyte und ihrer Schnelligkeit sollen sie bereits verfügbare SSD- Karten bei deutlich weniger Energieaufnahme um ein Vielfaches übertreffen. Als erste Partner wollen die PC-Hersteller Hewlett- Packard und Lenovo Notebooks mit Intels SSD-Speicher auf den Markt bringen.

dpa-infocom


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