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Baustelle eBay: Neue Preise für Profi-Händler

Berlin Beim Internet-Marktplatz eBay geht der Umbau weiter.

Im Februar wurde das Gebührenmodell für private Nutzer in Deutschland geändert, im Juni das Bewertungssystem umgekrempelt.

Jetzt wendet sich das Online-Handels- und Auktionshaus seinen gewerblichen Kunden zu. Profi-Händler können vom 25. September an eine monatliche Grundgebühr zahlen - und erhalten dafür bei einzelnen Artikeln günstigere Konditionen. Entscheiden sie sich für eine Monatspauschale von 299 Euro, dürfen sie unbegrenzt Artikel auf eBay einstellen. «Damit schaffen wir einen Anreiz für Verkäufer, die schon jetzt in großen Stückzahlen handeln, ihr Angebot noch einmal auszuweiten», sagte Geschäftsführer Stefan Groß-Selbeck am Mittwoch in Berlin.

Er will die Händler auch damit locken, dass die bisherige Trennung der eBay-Shops für gewerbliche Kunden vom übrigen Marktplatz mit seinen Auktionen aufgehoben wird. Die Shop-Artikel werden in der Angebotsliste jetzt zusammen mit den übrigen Festpreisartikeln aufgeführt. Sie würden damit deutlich aufgewertet, sagte Groß- Selbeck.

Das neue Gebührensystem senke die Einstellgebühr, die Provision werde nur bei tatsächlichem Verkauf fällig. «Ob es teurer oder billiger ist als bisher, lässt sich nicht sagen.» Das hänge vom Einzelfall ab. eBay kassiert zwei bis elf Prozent Verkaufsprovision, je nach Produkt gehen insgesamt 6 bis 17 Prozent des Erlöses an eBay.

Mit den Änderungen will der US-Konzern das Geschäft in seinem größten Auslandsmarkt Deutschland ankurbeln. Zuletzt stagnierte die Zahl aktiver Mitglieder der deutschen Plattform bei 14,5 Millionen. Zwar besitzt eBay nahezu ein Monopol bei Online-Auktionen, deren Reiz hat sich aber allmählich verflüchtigt, und beim konventionellen Vertrieb gibt es große Konkurrenz wie etwa Amazon. Seit seinem Amtsantritt im März versucht Konzernchef John Donahoe, den Warenumsatz wieder zu erhöhen. Fürs zweite Quartal legte er bereits ordentliche Zahlen vor. Umsatz und Gewinn kletterten um rund 20 Prozent. Zu diesem Wachstum trug besonders das elektronische Bezahlsystem PayPal bei, das eBay im Jahr 2002 erworben hatte.

PayPal funktioniert wie ein Treuhandkonto. Der Käufer zahlt den Produktpreis an PayPal, das wiederum das Geld an den Verkäufer weiterleitet. Der Käufer bekommt sein Geld bei Nichtlieferung zurück, der Verkäufer soll durch das System vor Nichtzahlung geschützt werden.

Doch erst am Dienstag wies das ARD-Magazin «Plusminus» auf Defizite bei PayPal hin. Berichtet wurde von Käufern, die mangelhafte Ware aus dem Ausland erhielten, ihr Geld aber nicht wiedersahen. In einem anderen Fall verlangte PayPal das Geld für ein in die USA verkauftes Notebook zurück. Der amerikanische Käufer soll PayPal mit einer fremden Kreditkarte bezahlt haben. Der Verkäufer Jochen Kolbe stand am Ende ohne Notebook und ohne Geld da.

Derartiges sollte sich nicht wiederholen. «Weist der Verkäufer den Versand der Ware nach, ist er nun bei allen Transaktionen - also auch bei internationalen Kreditkartenzahlungen - gegen Zahlungsausfall abgesichert», sagte Groß-Selbeck am Mittwoch. Außerdem sollen eBay- Käufer vom 1. September an ihr Geld von PayPal in unbegrenzter Höhe zurückbekommen, wenn ein Artikel trotz Bezahlung nicht versandt wird. Bislang galt ein Limit vom 1000 Euro. Von Bernd Röder, dpa

dpa-infocom


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