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Studie: Deutsche sehen Zukunft optimistisch

Hamburg Die Bundesbürger blicken wieder deutlich optimistischer in die Zukunft.

Von der Wohlstandsgesellschaft hätte die Bevölkerung sich mehr oder weniger verabschiedet und kämpfe nun über alle Generationen hinweg offensiv für mehr Lebensqualität.

Man könne fast von einer «Packen-wir's an»-Stimmung sprechen, heißt es in der Studie «Deutschland 2030 - Wie wir in Zukunft leben» der BAT Stiftung für Zukunftsfragen, die in Hamburg vorgestellt wurde. Gleichzeitig wird es demnach einen radikalen Wertewandel geben. Bei steigender Leistungsbereitschaft wachse die Lust auf mehr Lebensgenuss und die Sehnsucht nach Sinn.

Zwar belasten auch Sorgen und Ängste um eine nachlassende Konjunktur, steigende Preise und sinkenden Lebensstandard die Deutschen, aber «die Zuversicht überwiegt», sagte Horst W. Opaschowski, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Autor der fast 800-seitigen Studie. «Von der Politik erwarten und fordern die Menschen, dass sie die Kernaufgaben des Sozialstaats erfüllt und für die soziale Absicherung sorgt.»

«Als großer Hoffnungsträger erweist sich die Jugend», sagte er weiter. Zwei Drittel der Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren sind demnach davon überzeugt, dass sie die Zukunft problemlos meistern können. Ihre Leistungsorientierung nehme «explosionsartig» zu, 2030 würden 68 Prozent ihren Lebenssinn in der Arbeit suchen, zugleich aber auch das Leben genießen wollen. Opaschowski: «Lust ohne Leistung findet immer weniger Anhänger.»

«Gut leben statt viel haben» lautet das Motto der Zukunft. Familie, Freunde, gute Nachbarschaft und Hilfsbereitschaft werden wieder wichtiger, die Zeiten der «Ichlinge» sind vorbei. Aber auch Natur, Kultur und Religion gewinnen an Bedeutung, wie Opaschowski erläuterte. Lebensqualität werde wichtiger als Lebensstandard.

Frauen werden der Studie zufolge im Jahr 2030 auch in den oberen Führungsetagen angekommen sein, die Arbeitswelt wird weiblicher. Rollenwechsel seien daher angesagt, sagte Opaschowski. «Immer mehr Frauen werden bald mehr verdienen als ihre Männer.» Die Frage, wer künftig die Rolle des Zuverdieners spielen solle, werde sicher nicht ganz konfliktfrei ablaufen.

«Re-Start mit 50» nennt der Autor die zunehmende Bereitschaft der Älteren, freiwillig bis weit über das Rentenalter hinaus zu arbeiten. «Die gesetzliche Altersgrenze wird von immer mehr Menschen als Zwangsrente mit Fallbeilcharakter empfunden.» Fast drei Viertel (73 Prozent) aller Berufstätigen in Deutschland seien heute schon bereit, freiwillig über das 65. Lebensjahr hinaus zu arbeiten, wenn sie dadurch ihre Rente aufstocken können.

Horst W. Opaschowski: Deutschland 2030 - Wie wir in Zukunft leben, Gütersloher Verlagshaus, ISBN-13: 978-3-579-06991-3, 29,95 Euro

dpa-infocom