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Wissenschaft

Studie legt unbekannten Magnetsinn bei Kühen nahe

Essen/Washington Kühe richten sich beim Fressen und Schlafen besonders häufig in Nord-Süd-Richtung aus.

Das deutet nach Ansicht von Wissenschaftlern auf einen bislang unbekannten Sinn für Magnetismus bei den Tieren hin.

So argumentieren Forscher der Universität Duisburg-Essen im Fachblatt «Proceedings» der US-Akademie der Wissenchaften («PNAS»; online vorab veröffentlicht). Die Wissenschaftler um Sabine Begall sind durch die Auswertung von Fotos des Satellitenbildprogramms Google Earth auf das Phänomen aufmerksam geworden. Sie analysierten Aufnahmen von weltweit 308 Weiden und insgesamt 8510 Tieren.

«Die Hintergründe dieses Verhaltens sind noch völlig unbekannt», sagte die federführende Essener Forscherin Begall. Denkbar sei ein Einfluss auf physiologische Vorgänge im Körper der Tiere wie etwa die Milchproduktion. Bei Vögeln ist die Orientierung am Magnetfeld der Erde bereits gut erforscht. Auch bei verschiedenen Nagetieren sowie einer Fledermausart ist ein Magnetsinn bekannt. So orientiert sich etwa der hamstergroße afrikanischen Graumull beim unterirdischen Nestbau am Magnetfeld der Erde, wie ebenfalls Essener Forscher nachgewiesen haben. Vermutet werde der Sinn für Magnetismus in der Hornhaut des Auges.

«Daraufhin ist die Idee entstanden , auch größere Säugetiere auf einen Sinn für Magnetismus zu untersuchen», berichtete Begall. Die bei den Kühen mit Hilfe von Google Earth gefunden Ergebnisse seien «hoch signifikant». Dabei könne man die Einflüsse von Wind und Sonne auf das Verhalten der Tiere weitgehend ausschließen. «Wenn sich die Tiere etwa nach der Sonne ausgerichtet hätte, hätte sich dies je nach der Uhrzeit ändern müssen», sagte Begall.

Aber auch bei der Wahl des meist geschützten nächtlichen Schlafplatzes von Rehen und Hirschen hätten tschechische Forscher bei Beobachtungen in der Natur eine weitgehende Nord-Süd-Ausrichtung nachgewiesen. Ob ein Sinn für Magnetismus auch beim Menschen vorhanden sei, sei derzeit noch unklar. Bei kommenden Forschungsarbeiten wollen sich die Essener Wissenschaftler zunächst auf andere große Säugetiere wie Schafe, Pferde oder Wildschweine konzentrieren.

dpa-infocom


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