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Europas IQ-Elite trifft sich in Köln

Köln (dpa) - Julian kommt mit acht Jahren schon in die vierte Klasse und hat einen erstaun­lichen Intel­ligenz-Quo­tien­ten von 142. Nicole Schus­ter ist 23 und hat bereits ein Phar­mazie­stu­dium abge­schlos­sen, ist Buch­auto­rin, Jour­nalis­tin und hält Vorträge.

Die beiden gehören zu den Schlaus­ten aus Europa, die sich in Köln treffen. 330 Hoch­begabte aus 20 Ländern sind bei der ersten europäischen Tagung (30. Juli bis 3. August) der beson­ders intel­ligen­ten Men­schen dabei, die der Elite-Zusam­menschluss Mensa für die - gemes­sen am IQ - oberen zwei Prozent der Bevölkerung ver­anstal­tet.

«Wir sind ganz normale Leute, nur eben mit einem IQ über 130. Es ist aber nicht so, dass hier lauter kleine Ein­steins rum­lau­fen», sagt Teil­neh­mer Arnd Felten aus Mainz. «Ich bin auf der Suche nach intel­ligen­ten Gesprächen und Erfri­schun­gen für den Kopf», erklärt der 26-jährige Medi­zin­stu­dent. «Es ist selten so, dass wir gene­rell für alles begabt sind, sondern wir sind bei bestimm­ten Themen beson­ders schnell und kommen auch besser in kom­plexe Themen rein.» Zugleich betont der Student: «Ein IQ über 130 ist kein Garant für ein erfolg­rei­ches Leben - Vor­teile ergeben sich nur, wenn man lernt, seine beson­dere Bega­bung richtig ein­zuset­zen.»

Autorin Nicole Schus­ter hat das mühsam gelernt. «Als Autis­tin und Hoch­begabte war ich lange ver­zwei­felt, fühlte mich als Kind und Jugend­liche abge­lehnt und kam mir überall wie ein Fremdkörper vor». Erst mit 18 Jahren wurde ihre Ver­anla­gung ent­deckt, dann gab sie Vollgas: «Ich habe ein foto­gra­fisches Gedächtnis für Details und schreibe lei­den­schaft­lich gern», erzählt die 23-Jährige. «Während meines Phar­mazie­stu­diums habe ich ange­fan­gen, bun­des­weit Vorträge über Hoch­bega­bung und den rich­tigen Umgang mit hoch­intel­ligen­ten Kindern zu halten - vor allem für Lehrer, denn die haben bei mir früher vieles falsch gemacht.»

Davon kann auch Julian Nogli (8) aus dem schles­wig-hol­stei­nischen Broks­tedt ein Lied singen, der die zweite Schul­klasse über­sprun­gen hat. «Es war alles so leicht in der ersten Klasse, vor allem in Mathe», erzählt der pfif­fige Knirps, der Geige spielt und gerne tüftelt und bastelt. «In der Schule war er auffällig und unglücklich, die Leh­rerin sprach von ADS oder dass er einfach schlecht erzogen ist», erzählt Julians Mutter. «Darauf­hin haben wir seinen IQ testen lassen - und durften uns dann eine belie­bige Klasse aus­suchen.» Inzwi­schen geht der Junge wieder gerne zur Schule und weiß bereits: «Ich werde später mal Archi­tekt oder viel­leicht auch Hai-For­scher.»

In Köln kann die IQ-Elite aus einem beson­deren Pro­gramm auswählen: «Wir bieten in einer sehr kon­zen­trier­ten Form eine geballte Menge an Wissen an - ent­spre­chend der schnel­len Auf­fas­sungs­gabe der Hochin­tel­ligen­ten», erklärt die Vize-Vor­sit­zende von Mensa in Deutsch­land, Chris­tine Warlies. «Hirn­nah­rung» wird ver­spro­chen. In den Refe­raten geht es um Themen wie die Masse des Merkurs, Chaos-Modelle, Schwarm-Intel­ligenz und -dumm­heit oder Sym­metrien. Die für den Durch­schnitts­men­schen mit einem IQ um die 100 eher schwer ver­dau­liche Kost wird den Teil­neh­mern zwi­schen sieben und 70 Jahren noch dazu in eng­lischer Sprache ser­viert.

Auch «Lebensfallen für Hochbegabte» werden von den schlauen Köpfen in Köln heiß dis­kutiert: «Eine Neben­wir­kung der Hoch­bega­bung ist ja, dass wir sehr schnell denken und erklären und uns dann wundern, dass unser Gegenüber uns nicht ver­steht», sagt Warlies. Hochin­tel­ligente sollten sich dieser Unter­schiede bewusst sein, denn: «Wer gilt schon gerne als Bes­ser­wis­ser oder Recht­haber?» Zu Beginn der Tagung schenkte Mensa dem Kölner Oberbürger­meis­ter Fritz Schramma (CDU) als Dank für seine Schirm­herr­schaft einen Gut­schein über einen IQ-Test. Den werde er zunächst mal in seinem Büro abstel­len, meinte der OB: «Ich muss vorher noch trai­nie­ren.»

Mensa in Deutsch­land e. V.: www.mensa.de Von Yuriko Wahl, dpa

dpa-infocom


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