IVWPixel Zählpixel
kalaydo.de kalaydo.de Jobs Auto kaufen Immobilien Kleinanzeigen Bei kalaydo.de inserieren In der Rhein-Zeitung und ihren Heimatblättern inserieren Zeitungsanzeige aufgeben kalaydo.de
RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Beruf & Bildung     » News     » Recht     » Weiterbildung     » Wie werde ich…?

Teures Pendeln: Telearbeit ist eine Alternative

Düssel­dorf Die stei­gen­den Kraft­stoff­preise machen das Pend­ler­leben teuer.

Das Haus mit Garten im Speckgürtel zu ver­kau­fen und in die Stadt zu ziehen, ist aber für viele aus­geschlos­sen. Fahr­gemein­schaf­ten zu gründen, ist oft kom­pli­ziert.

Eine Möglichkeit könnte es sein , ganz oder ein paar Tage pro Woche von zu Hause aus zu arbei­ten. Die Tele­arbeit könnte einen neuen Schub bekom­men, glaubt Hartmut Seifert von der Hans-Böckler-Stif­tung in Düssel­dorf. «Vor allem wenn Beschäftigte und Arbeit­geber rea­lisie­ren, dass die hohen Kraft­stoff­preise keine vorüber­gehende Erschei­nung sind.»

Derzeit bieten rund 20 Prozent der Unter­neh­men in Deutsch­land ihren Ange­stell­ten die Möglich­keit, ihrer Arbeit auch außerhalb des Fir­men­gebäudes nach­zuge­hen, schätzt Chris­tiane Flüter-Hoff­mann vom Insti­tut der deut­schen Wirt­schaft (IW) in Köln. «Der typi­sche Tele­arbei­ter ist übrigens keine Frau», erklärt die Exper­tin. Tele­arbei­ter sind meist männlich, gut qua­lifi­ziert und arbei­ten in der IT-Bera­tung oder einem ähnli­chen Berufs­feld. Es gebe Tele­arbeit aber auch im hand­werk­lichen Bereich. So könnten die in der Pro­duk­tion eines großen deut­schen Auto­her­stel­lers tätigen Meister ihre Pla­nungs­arbeit auch zu Hause erle­digen.

Nicht möglich ist die Telearbeit dort , wo die Arbeit an einen Ort und an Men­schen gebun­den ist: Das gilt zum Bei­spiel für Kran­ken­schwes­tern. Hinzu kommt, dass nicht jeder für die Tele­arbeit auch persönlich geeig­net ist: «Man muss sich moti­vie­ren und orga­nisie­ren können», sagt Chris­tiane Flüter-Hoff­mann. Hartmut Seifert von der Hans-Böckler-Stif­tung nennt einen wei­teren Punkt: Es sei nicht jeder­manns Sache, alleine vor sich hin­zuwer­keln. «Ich möchte nicht auf den persönlichen Schnack ver­zich­ten müssen.»

Abgesehen davon, gibt es Vor­gesetzte, die Tele­arbeit einfach nicht schätzen: «Das ist ein typisch deut­sches Phänomen - viele Chefs haben hier­zulande ihre Schäfchen lieber um sich», erläutert Chris­tiane Flüter-Hoff­mann. Viel­leicht ist es die Befürchtung, dass die Kol­legen im Home Office Solitär spielen, statt sich ihrem Job zu widmen. Dabei zeigt die Erfah­rung, dass Tele­arbei­ter meist effek­tiver arbei­ten.

Wichtig sind dafür jedoch die Rah­men­bedin­gun­gen. Zum einen ist der hei­mische Küchen­tisch kaum der rich­tige Ort, um seinem Beruf nach­zuge­hen. «Das hängt natürlich vom Typ ab. Aber ich könnte mich da nicht kon­zen­trie­ren», sagt Hartmut Seifert. Damit die Arbeit auch außerhalb der Firma in gere­gel­ten Bahnen abläuft, ist zudem eine genaue Abspra­che der Arbeits­ziele wichtig.

Dass jemand vollständig zu Hause arbei­tet und die Kol­legen nur anlässlich der Weih­nachts­feier sieht, kommt ohnehin eher selten vor. Gang und gäbe ist dagegen die alter­nie­rende Tele­arbeit: Präsenz im Büro und «Home Office» wech­seln sich ab. Denn ganz kann in vielen Fällen nicht auf die persönliche Anwe­sen­heit ver­zich­tet werden.

In der IT- und Telekommunikations- Branche wird über Tele­arbeit nicht mehr gespro­chen - sie wird ganz selbst­verständlich prak­tiziert. Stephan Pfis­terer, Per­sonal- und Arbeits­markt­experte des Bran­chen­ver­ban­des BITKOM, nennt das orts­unabhängige Zusam­men­arbeit. Dafür braucht es vor allem einen schnel­leren und siche­ren Zugang ins Inter­net. So können zum Bei­spiel System-Admi­nis­tra­toren häufig einen Teil ihrer Arbeit von zu Hause aus erle­digen.

Ohnehin eher selten im Büro sind IT-Berater, die viel reisen, weil sie Kunden besu­chen. Da sei es umso wich­tiger, dass sie auch auf Dienst­fahrt voll arbeitsfähig sind, so Pfis­terer. In einer Branche, in der Kol­legen aus Indien, Deutsch­land und USA online zusam­men an einem Projekt arbei­ten, spielt es dann auch keine Rolle, ob der deut­sche Kollege in der Nie­der­las­sung oder in seinem Haus im Speckgürtel einer deut­schen Großstadt sitzt.

Holger Floeting vom Deutschen Institut für Urba­nis­tik in Berlin glaubt dennoch nicht daran, dass - Tele­arbeit hin oder her - künftig wieder deut­lich mehr Men­schen aufs Land ziehen. «Die Ersch­ließung durch das Tele­kom­muni­kati­ons­netz reicht nicht aus.» Nach Fei­erabend sind bestimmte Frei­zeit­ange­bote und Dienst­leis­tun­gen gefragt, die auf dem Lande nicht zu haben sind.

Wo Tele­arbeit - aus welchen Gründen auch immer - nicht möglich ist, hilft viel­leicht eine Veränderung der Arbeits­zei­ten: «Man könnte an vier Tagen jeweils länger arbei­ten und dafür am fünften Tag zu Hause bleiben», sagt Hartmut Seifert von der Hans-Böckler-Stif­tung. Das spare immer­hin schon 20 Prozent der Pen­delei. Kleines Auto spart viel Geld An den Kosten für die Fahrten zum Arbeits­platz und zurück lässt sich nicht nur durch Tele­arbeit sparen. Auch ein klei­neres Auto kann das Por­temo­naie deut­lich ent­las­ten, wie eine Bei­spiel­rech­nung des ADAC zeigt. Zum Bei­spiel hat der Besit­zer eines Mer­cedes E 200 Kom­pres­sor Classic mit Schalt­getriebe (135 kW/180 PS) über einen Zeit­raum von vier Jahren monat­liche Gesamt­kos­ten von 775,87 Euro. Bei durch­schnitt­licher Fahr­leis­tung ergibt sich daraus ein Aufwand pro Kilo­meter von 62,1 Cent.

Der Besit­zer eines Renault Twingo 1.2 Expres­sion mit Schalt­getriebe (43 kW/57 PS) kommt auf monat­lich 372,74 Euro bezie­hungs­weise auf 29,8 Cent pro Kilo­meter. In die Berech­nung des ADAC flossen neben dem Kauf­preis bezie­hungs­weise dem Wert­ver­lust auch die Fix­kos­ten für Steuer und Ver­siche­rung, Betriebs- und Werk­statt­kos­ten ein. Von Sven Appel, dpa

dpa-infocom


Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
Eventkalender
rz lexikon