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Glück-Unterricht für mehr Lebenskompetenz

Hei­del­berg Das Glück hat Hoch­kon­junk­tur: An der Elite-Uni­ver­sität Harvard sind die Hap­piness-Kurse seit Jahren aus­gebucht.

Nun zeigt die Willy-Hell­pach-Schule in Hei­del­berg: Schule macht glücklich.

Als erste Schule in Deutschland setzte sie 2007 das Fach «Glück» auf den Stun­den­plan. Nach einem Jahr Pilot­phase zieht Schul­lei­ter Ernst Fritz-Schu­bert ein posi­tives Fazit. «Die Persönlich­keit der Schüler wurde durch den Unter­richt gestärkt», berich­tet der 60-Jährige. «Sie sind selbst­bewus­ster und sen­sibler gewor­den.»

Im Unter­richts­fach Glück sollen die Schüler vor allem eines: Lebens­kom­petenz erwer­ben. «Es war nie unsere Absicht, alle glücklich zu machen», sagt Fritz-Schu­bert. «Unser Ziel ist, den Schülern gute Gründe mit auf den Weg zum Glücklich­sein zu geben.»

An dem Projekt in der Willy-Hellpach- Schule betei­ligen sich Thea­ter­wis­sen­schaft­ler, Psy­cho­logen, Sport­wis­sen­schaft­ler und Moti­vati­ons­trai­ner. Erleb­nispädagogik ist eine wich­tige Stütze des Kon­zep­tes. Sport, Klet­tern, Körperer­fah­rung beim Thea­ter­spie­len, Ernährung und Phi­loso­phie gehören zum Unter­richt. Pro­minente Unterstützung bekommt das Fach vom Erfolgs­coach und fünfma­ligen Hockey-Welt­meis­ter Bern­hard Peters.

Der Wiener OECD-Beauf­tragte für Sozi­alfor­schung, Ernst Geh­macher, und der Hei­del­ber­ger Pro­fes­sor für Sportpädagogik, Wolf­gang Knörzer, haben das Projekt unlängst eva­luiert. Ihre beiden Studien beschei­nigen dem Fach posi­tive Effekte. In zwei Test­ver­fah­ren wurden 78 Schüler - die Glücks­gruppe sowie eine Kon­troll­gruppe - abge­fragt.

Die «Glückskinder» schnitten weit besser ab. «Bei der Glücks­gruppe gab es einen klar erkenn­baren Zuwachs: Die Schüler haben die Zuver­sicht gewon­nen, ihre Ziele errei­chen zu können», schil­dert Knörzer. Im Gegen­satz zur Kon­troll­gruppe wüssten die jungen Leute bereits nach einem Jahr Glücks­unter­richt genau, was sie wollten und was nicht, berich­tet Knörzer. Selbst­bewusst­sein und Selbst­ver­trauen seien damit gewach­sen.

Im kom­men­den Schul­jahr will sich die Schule nun verstärkt um die Berufs­fachschüler kümmern und deren Selbst­bewusst­sein stärken. «Erschre­ckend war, dass am Anfang viele der Berufs­fachschüler keine eigenen Stärken benen­nen konnten», sagt Knörzer. «Durch das nega­tive Selbst­bild haben sie sich nichts zuge­traut.»

Das Fach wird sowohl am Wirt­schafts­gym­nasium als auch der zweijährigen Berufs­fach­schule für Wirt­schaft, die die Willy-Hell­pach- Schule unter einem Dach vereint, unter­rich­tet. «Diese Schüler sind oft die Ver­lie­rer des Bil­dungs­sys­tems», kri­tisiert Knörzer. Auch Schul­lei­ter Fritz-Schu­bert will hier anset­zen: «Wir müssen frühzeitig Gruppen aus einem pro­ble­mati­schen Umfeld fördern», so der 60-Jährige. «Wir sind in einer guten Sache unter­wegs - es ist kein Glücks­rit­ter­tum und kein eso­teri­sches Geschwätz.» Mitte August erscheint sein Buch «Schul­fach Glück».

Mit dem «Glück» füllte die Schule offen­bar eine Lücke im Bil­dungs­sys­tem. In den ver­gan­genen Monaten gingen in Hei­del­berg Anfra­gen von Schulen aus ganz Deutsch­land ein. Ein neugegründetes Privat-Gym­nasium im benach­bar­ten Wein­heim (Rhein-Neckar-Kreis) startet nach den Ferien mit dem Fach «Glück» bereits ab Klasse 5.

Aber auch Wissenschaftler aus Europa sind hellhörig gewor­den: Der Sozio­logie-Pro­fes­sor Ruut Veen­hoven von der Erasmus-Uni­ver­sität Rot­ter­dam will das Projekt künftig wis­sen­schaft­lich beglei­ten und die Ergeb­nisse aus­wer­ten. Der For­scher hat in den ver­gan­genen Jahren die «World Data­base of Hap­piness» auf­gebaut. Die ein­zig­artige Samm­lung von For­schungs­ergeb­nis­sen gibt Aus­kunft über die Lebens­zufrie­den­heit von Men­schen - welt­weit. Schul­lei­ter Fritz-Schu­bert arbei­tet derweil am nächsten Projekt: Die B-Jugend des Fuss­ball-Auf­stei­gers 1899 Hof­fen­heim will künftig auch ein pro­fes­sio­nel­les Coa­ching in Sachen Glück.

Willy-Hell­pach-Schule: www.whs.hd.bw.schule.de Von Panja Scholl­bach, dpa

dpa-infocom


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