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Die Spielebranche sucht qualifizierte Mitarbeiter

Leipzig Als Kind durchstreifte Thomas Hilbert mit Schwert und Schild das Königreich Hyrule.

Im Videospiel «The Legend of Zelda» kämpfte er stundenlang gegen Fieslinge, um die entführte Prinzessin zu befreien.

Schon damals war ihm klar: Er will selbst Phantasie-Welten gestalten. Vor einem Jahr machte der 25-Jährige seinen Traum wahr, er begann eine Ausbildung an der Games Academy in Berlin. Seine Chancen stehen gut, die Branche sucht Personal. Auf der Games Convention in Leipzig (21. bis 24. August) geht es für manche Besucher daher nicht nur um Spaß, sondern auch um die berufliche Zukunft.

Game Designer und Programmierer, Tester und Produzenten, aber auch Komponisten und Drehbuchautoren: Die Jobs in der Spielindustrie sind vielfältig. Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) schätzt, dass 5000 bis 10 000 Menschen in der deutschen Branche tätig sind. «Das schließt angegliederte Berufe in Handel, Presseabteilungen und Beratungsunternehmen ein», sagt Ruth Lemmen, Projektmanagerin beim BIU. Über den Bedarf an Fachkräften liegen keine Zahlen vor, Schätzungen reichen von 500 bis 1000 Stellen. «Die Industrie saugt Leute auf wie ein Staubsauger», sagt Jörg Müller-Lietzkow, Professor für Medienorganisation und Mediensysteme an der Uni Paderborn.

Dass viele Spieler gern ihr Hobby zum Beruf machen würden, zeigt das Forum «GC Job & Career» in Messehalle 2. Die 100 Plätze sind mit schöner Regelmäßigkeit voll, wenn es um Perspektiven in der Branche geht. Bislang mangelt es allerdings an Abschlüssen, die auf die Spielindustrie zugeschnitten sind. Der Weg in den Job führt oft über Ausbildungen, die weder mit Computern noch mit Spielen zu tun haben. «Nach wie vor arbeiten viele Psychologen und Philosophen bei den Spielentwicklern», berichtet Lemmen.

Wie sinnvoll eine Spezialisierung ist, hat Thomas Hilbert an der Games Academy schnell festgestellt. «Wer im geschäftlichen Bereich programmiert, hat viel mit Datenbanken zu tun, die Anwendungen sind eher statisch», sagt der gelernte Fachinformatiker. Bei Spielen seien dagegen grafische Effekte wichtig. Eine Reihe Fachhochschulen und privater Institutionen hat auf den Bedarf nach Spezialisten reagiert und bietet seit einigen Jahren Studiengänge für Design, Animation, Programmierung und Produktion an. Sechs Institutionen werben auf der Messe um Nachwuchs. Die Broschüren finden reißenden Absatz.

An den Unis ist das Angebot dagegen schmal. «Hier trifft eine hochdynamische Industrie auf einen langsamen Apparat», kommentiert Müller-Lietzkow. Er selbst bildet an seinem Lehrstuhl in Paderborn für die Spieleindustrie aus. Ein Ausbau könne eine Chance für den Standort Deutschland sein: «Spiele von hier können Blockbuster auf der ganzen Welt werden.» Es bedürfe jedoch hochqualifizierter Leute, um diese «komplexe Form der Medienproduktion» zu stemmen. «Der Spieler hat ja eine immer höhere Erwartung an Grafik und Gameplay.»

Die Aussichten für talentierte Programmierer und Grafiker mit Spielleidenschaft sind also gut. Thomas Hilbert hat schon den ersten Schritt gemacht. Nun hofft will er in Leipzig Kontakte zu Entwicklern knüpfen, um bald sein Brot durch Spiele verdienen zu können. «Wer sich reinkniet, hat kein Problem, einen Job zu kriegen», ist er überzeugt. Von Christof Kerkmann, dpa

dpa-infocom


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