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Braune Blätter - Pflege für den kranken Buchsbaum

Bonn Der Buchs­baum ist für den Garten das, was die Jeans für das modi­sche Outfit ist: So gut wie unver­zicht­bar.

Fast in jedem Garten wächst er - zu Skulp­turen geschnit­ten, als Kugel, Kegel, Hecke oder als frei wach­sen­der Busch.

Jetzt bereiten braun werdende Blätter und abster­bende Triebe den Gar­ten­besit­zern zuneh­mend Sorgen. Was steckt dahin­ter? Was lässt sich dagegen tun? Gibt es Sorten, die davon nicht befal­len werden? Cylin­drocla­dium buxi­cola lautet der wis­sen­schaft­liche Name der Krank­heit, die von einem Pilz her­vor­geru­fen wird. Cha­rak­teris­tisch ist die rasche Ent­wick­lung der Erkran­kung. Der Wind ver­brei­tet die Pilz­spo­ren. Nach dem heu­tigen Erkennt­nis­stand dringen die Pilze über die Blätter in die Pflan­zen ein.

«Inner­halb von zwei bis drei Tagen werden die Blätter welk und fallen ab», erläutert Franz Beckers vom Pflan­zen­schutz­amt Bonn die dann sicht­baren Sym­ptome. Sie sollten nicht mit der Gelb- bis Bronzefärbung der Blätter ver­wech­selt werden, die bei Nährstoff- oder Was­ser­man­gel auf­tre­ten. Später zeigen sich an den Trieben dun­kel­braune bis fast schwarze Verfärbungen. Außerdem ent­deckt, wer genau hin­sieht, auf den Blatt­unter­sei­ten einen weißen Spo­ren­belag.

Warm-feuchte Witterung fördert die Aus­brei­tung des Pilzes. Das ver­gan­gene Jahr war daher optimal für sein Gedei­hen, sagt der Pflan­zen­schutz­experte. Bei win­ter­licher Kühle sta­gniert sein Wachs­tum, bei Tem­pera­turen über 30 Grad Celsius stirbt er ab. Als Infek­tions­quel­len bleiben dann aber die Sporen zurück, die drei bis vier, even­tuell sogar bis zu zehn Jahre im Boden über­dau­ern können.

Wichtig ist, alle befal­lenen Blätter so schnell wie möglich zu ent­fer­nen. Laut Beckers gelingt das am besten mit einem Laub­sau­ger. Wer den nicht besitzt, kann die Blätter auch zwi­schen den Trieben «her­aus­wuscheln». Der Experte emp­fiehlt, auch die oberste Boden­schicht mit abzu­heben, um die Dau­erspo­ren des Cylin­drocla­dium-Pilzes zu ent­fer­nen. Infi­zierte Erde und Pflan­zen­teile gehören in die Mülltonne.

Im Notfall sollten Fungizide eingesetzt werden - bei­spiels­weise mit dem sys­temi­schen Wirk­stoff Azoxystro­bin oder dem orga­nischen Man­cozeb. «Auch wenn die befal­lenen Pflan­zen erst einmal traurig aus­sehen, schla­gen sie meist willig wieder aus, die Pilz­infek­tion wirkt dann wie ein natürlicher Rückschnitt», tröstet Volker Atrops von der Buchs­baum­schule Atrops aus Rheurdt am Nie­der­rhein Hobbygärtner. «Wichtig ist es, die Re-Infek­tion zu ver­hin­dern.»

Volker Atrops setzt dabei vor allem auf die Stärkung der Abwehrkräfte: «Wenn wir erkrankte Pflan­zen unter­suchen, ent­decken wir fast immer deut­liche Pfle­gefeh­ler, durch die das Immun­sys­tem geschwächt wurde. Der Pilz hat dann leich­tes Spiel mit der Pflanze.»

Buchsbaum gilt beispielsweise als wenig anspruchs­voll in Bezug auf den Boden. Daher wird er häufig in Torf- und Rin­den­sub­strate gesetzt. Ihr pH-Wert ist dem Gehölz aber viel zu niedrig, denn er liegt oft nur bei 5 oder gar 4,5. Buchs­baum braucht kalk­hal­tige Böden mit einem pH-Wert zwi­schen 7,5 und 8. Kräftige Gaben von Algen­kalk heben die Boden­reak­tion an und stärken den Buchs.

Außerdem tut Gesteins­mehl den Pflan­zen gut, das als fein ver­teil­ter Puder vor­beu­gend gegeben oder bei akutem Befall über die Pflanze gestäubt werden kann. Auch andere Pflan­zenstärkungs­mit­tel können gute Dienste tun. Schützende Wirkung geht nach Atrops Beo­bach­tung von Laven­del aus, dessen äthe­rische Öle pilz­abweh­rende Wirkung besit­zen.

Dienen Buchsbaumhecken als Begrenzung zwi­schen Beet und Weg, leiden sie prak­tisch immer unter ver­dich­tetem Boden. Gründli­ches Lockern, damit die Wurzeln Luft bekom­men und keine Staunässe ent­steht, ist dann drin­gen­des Gebot.

Außerdem mahnt Atrop zu Vor­sicht bei mine­rali­scher Düngung. Zwar treiben Buchsbäume, die mit reich­lich Blau­korn gedüngt wurden, kräftig aus. In Wahr­heit sind sie jedoch hoch­gepuscht und besit­zen weiche, anfällige Triebe. Langsam fließender orga­nischer Dünger wie Hornspäne lässt die Pflanze gemächli­cher wachsen und besser aus­rei­fen.

INFO: Nicht alle Buchs-Sorten sind gleich anfällig

Sorge berei­ten hin­sicht­lich einer Pil­zer­kran­kung vor allem sehr dicht wach­sende Sorten wie Buxus sem­per­virens 'Suf­fru­ticosa', durch die kaum noch Wind hin­durch geht. Nach Regen und Gießen mit dem Spren­ger trocken sie innen nur schwer ab. Der gewöhnliche Buchs­baum, Buxus sem­per­virens 'Arbo­rescens', ist dagegen robust und erkrankt nur selten. Noch wider­standsfähiger sind die hellgrüne, breit und nest­artig wach­sende Sorte 'Her­ren­hau­sen' und der blaugrüne 'Blauer Heinz'. Sie zeigen nur selten Sym­ptome und sollten bei Neu­pflan­zun­gen erste Wahl sein. Von Helga Panten, dpa

dpa-infocom


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