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Rambler-Rosen suchen sich ihren Weg

Bonn Wer Namen wie 'Lykke­fund', 'Bobby James' oder 'Felicité et Perpétue' fallen lässt, gewinnt die volle Auf­merk­sam­keit von Rosen­freun­den. Es sind die Namen von Rambler-Rosen mit beson­ders langen Trieben.

Und unaus­gespro­chen steht mit ihrem Klang unter Lieb­habern sofort das «Wo» und «Wie» im Raum: Wo stehen sie, und wie kann man sie besich­tigen? Denn blühende Rambler sind ein Traum. Fans schre­cken auch vor langen Wegen nicht zurück, um sie zu erleben.

Im englischen Sprachraum , aber zuneh­mend auch in Deutsch­land wird bei Klet­ter­rosen zwi­schen «Ram­blern» und «Clim­bern» unter­schie­den: Climber - also Klet­terer - sind die steift­rie­bigen Sorten, die zwei bis vier Meter Höhe errei­chen. Die meisten von ihnen blühen mehr­mals im Jahr. Die Rambler - die Wan­derer - dagegen besit­zen weiche, lange Triebe von vier bis sechs Metern Länge. Einige wie 'Bobby James' bringen es auf neun Meter und mehr. Und Rambler blühen fast alle nur einmal im Jahr.

Umso nachdrückli­cher bleibt diese Zeit in Erin­nerung und entzündet Vor­freude auf die nächste Saison. Verlängern lässt sich die Blütezeit durch geschickte Sor­ten­wahl. 'Gruß an Zabern' bei­spiels­weise blüht früh im Juni, 'Francis Lester' spät im Juli. Die geschmei­digen Triebe von Ram­blern lassen sich mühelos auf­bin­den, lenken und leiten. So ent­ste­hen Kas­kaden über Mauern und Abhänge herab. Per­golen, Rosenbögen und Zäune ver­schwin­den unter ihrer Blütenfülle, sie umschmei­cheln Rosen­lau­ben und -pavil­lons.

Die Vorfahren der Rambler wachsen an Waldrändern, zum Bei­spiel die vielblütige Rosa mul­tiflora, die immergrüne Rosa sem­per­virens, die Krie­chende Feldrose (Rosa arven­sis) und Rosa wichu­riana. Dort nesteln sie sich mit ihren Trieben durch die Zweige der Bäume und Sträucher, nutzen ihre Sta­cheln, um sich auf dem Weg in die Höhe fest­zuklam­mern. So schie­ben sie sich bis ans Licht und lassen dann ihre langen Zweige außen über das Blätter­dach der Bäume und Sträucher her­abfal­len.

Die eigentümlichen dun­kel­magenta- bis lila­far­benen Blüten von 'Veil­chen­blau' sowie ihr schwe­rer Duft entzücken schon seit dem Jahr 1909. Damals stellte sie Hermann Kiese, Rosenzüchter in der Gärtnerei J. C. Schmidt in Erfurt, vor. 'Prin­cesse Louise' und 'Prin­cesse Marie', zwei zart­rosa Sem­per­virens-Sorten mit feinem Duft, wurden 1828 und 1829 von Gar­ten­direk­tor Jacques im Park des Herzogs von Orleans in Neuilly gezüchtet und nach den Herzog-Töchtern benannt. 'Prin­cesse Marie' ist die wuchskräftigere von beiden und schickt ihre Triebe an geeig­neten Stand­orten zehn Meter in die Höhe.

'Kiftsgate' schafft das genauso. Die extrem starkwüchsige Sorte, 1964 gezüchtet, geht aber min­des­tens ebenso in die Breite und ver­steckt mühelos unan­sehn­liche Gebäude unter einem Gebirge aus süß duf­ten­den Blüten­dol­den. Die alten Rambler sind manch­mal etwas fro­stemp­find­lich, auch wenn etliche wie 'Bobby James', 'De La Gif­feraie' oder 'Felicité et Perpétue' normale Winter ohne Schäden über­ste­hen. Sorten wie 'Aglaia', 'Chevy Chase' oder 'Made­leine Seltzer' leiden eher, treiben aber willig wieder aus.

Viele Rambler besit­zen kräftige Sta­cheln, was das Han­tie­ren mit ihnen nicht immer einfach macht. Umso wich­tiger ist das regelmäßige Schnei­den. Es ver­hin­dert, dass ein undurch­dring­liches Dickicht ent­steht und hält die Rosen blühfreu­dig. Rambler werden in der Regel lang belas­sen: Das heißt die kräftigen Triebe, die das Gerüst der Pflanze bilden, bleiben stehen.

Alle schwachen, kranken, zu dicht ste­hen­den oder alten Triebe werden bis zur Basis ent­fernt, Blüten­triebe eingekürzt. So kann die Pflanze ihre Kräfte kon­zen­trie­ren, und die ver­blei­ben­den Blüten­triebe ent­wickeln sich kräftig. Der rich­tige Zeit­punkt für den Schnitt liegt nach dem Winter. Einige Rosen­fach­leute schwören auch auf den Schnitt unmit­tel­bar nach der Blüte.

INFO: Die rich­tige Mischung aus Sonne und Schat­ten

Humos-feuchte, beschattete Plätze sind der bevor­zugte Stand­ort der Rambler. Ihre Vor­fah­ren wachsen an Waldrändern. Viel­fach werden sie daher auch als Schat­ten­rosen bezeich­net. Aber auch wenn sie im Schat­ten wurzeln, sollen ihre langen Triebe in Sonne baden können. Sonst blühen sie schlecht oder gar nicht. Außerdem lieben sie es, wenn die Luft durch sie hin­durch gehen kann. An Mauern und Wänden leiden sie rascher unter Mehltau und Sternrußtau als an frei ste­hen­den Rankgerüsten, an Per­golen, in Bäumen. Von Helga Panten, dpa

dpa-infocom


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