IVWPixel Zählpixel
kalaydo.de kalaydo.de Jobs Auto kaufen Immobilien Kleinanzeigen Bei kalaydo.de inserieren In der Rhein-Zeitung und ihren Heimatblättern inserieren Zeitungsanzeige aufgeben kalaydo.de
RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Garten & Umwelt     » News     » Gartenwelt     » Umwelt     » Zeit für…

Nacktschnecken-Alarm: Kampf mit Gartenschere und Ente

Düssel­dorf Immer mehr Nackt­schne­cken nagen am Salat und den Nerven deut­scher Kleingärtner.

«In diesem Jahr habe ich über­haupt kein Glück», klagt Irmgard Vervosd (72) und zupft an einem durchlöcherten Toma­ten­blatt.

Ob Rhabarber, Bohnen oder Tomaten - «was ein biss­chen aus der Erde kam, war sofort ange­fres­sen», seufzt die Düssel­dor­ferin. Seit mehr als 30 Jahren hat sie mit ihrem Mann ein Stück Grün in einer Klein­gar­ten­kolo­nie im Düssel­dor­fer Süden gepach­tet.

Die krie­chen­den Schleim­linge machten sich schon in den vorigen Jahren mit Vor­liebe über die jungen Pflänzchen her, aber so viele wie in diesem Jahr waren es noch nie, klagen Kleingärtner überall im Land. Mit Bier­fal­len haben die Ver­vosds die Schne­cken geködert, mit Salz gele­gent­lich aus­tro­ckenen lassen oder «etwas von dem teuren Schne­cken­korn aus dem Gar­ten­markt gestreut». Aber «den Schne­cken ist kein Kraut gewach­sen», bilan­zie­ren selbst erfah­rene Kleingärtner.

«Wir erleben momentan eine Art Inva­sion», erklärt der Bun­des­ver­band Deut­scher Gar­ten­freunde, der mehr als 15 000 Kleingärtner­ver­eine ver­tritt. Schuld an den vielen unersättli­chen Glib­ber­lin­gen seien der milde Winter und die vielen Regen­tage im Juli. «Die letzte Hoff­nung vieler Kleingärtner war, dass es trocken bleibt», sagt Spre­cher Thomas Wagner. Beson­ders zu schaf­fen mache den Gar­ten­freun­den die Spa­nische Weg­schne­cke. Die dun­kel­braune Nackt­schne­cke sei die «Gefräßigste» unter ihren Art­genos­sen, schme­cke aber den meisten «Schne­cken­fein­den» wie Igel, Kröten oder Singvögeln über­haupt nicht.

Einzige Aus­nahme sei die Indi­sche Lauf­ente. Das Feder­vieh ver­putze am Tag bis zu 50 dieser dicken braunen Schleim­linge. Unter Gar­ten­freun­den ist der schnat­ternde Schne­cken­fres­ser längst ein Geheim­tipp. Doch der «Son­der­ver­ein der Lauf­entenzüchter Deutsch­lands» warnt, die Tiere seien «keine reinen Schne­cken­fres­ser»; gele­gent­lich naschen sie gerne auch ein paar Salatblätter.

Die Entenzüchter in Deutschland merken, dass sich in diesem Jahr mehr Schne­cken als sonst über die Beete her­machen. Die Enten­ver­kaufs­zah­len seien merkbar gestie­gen, schil­dert der Ver­eins­vor­sit­zende Markus Koll­hoff. Von Ver­lei­han­gebo­ten für die Ente­nart wie dem öster­rei­chi­schen «Rent-an-Ent» hält der Züchter­ver­band nichts. Die Enten seien kein «leben­des Pflan­zen­schutz­mit­tel», betont auch der Verband der Gar­ten­freunde. Sie müssten art­gerecht gehal­ten werden. Mögliche Entenkäufer warnt Züchter Kohl­hoff vor einer Fehlin­ves­tition. «Nicht jede Ente, die unter der Bezeich­nung "Schne­cken­fres­ser" ver­kauft wird, ist auch eine Indi­sche Lauf­ente», so der Züchter.

Doch die schnat­tern­den Enten passen nicht in die kleine Welt der Gar­ten­zwerge. In den meisten Schre­bergärten ist Tier­hal­tung ver­boten. Daher setzt der Verband Deut­scher Gar­ten­freunde im Schne­cken­kampf auf bewährte Metho­den. Hobbygärtner sollten die Tiere mit einer Gar­ten­schere zer­schnei­den. Wem das zu grausam sei, der könne Schne­cken­korn oder spe­zielle Zäune aus dem Fach­han­del ein­set­zen. Der Verband warnt jedoch vor Fallen, die mit Lock­stof­fen arbei­ten. Gerade das viel­geprie­sene Haus­rezept mittels einer Schale Bier der Plage Herr zu werden, könne die Inva­sion noch verstärken und Schne­cken aus den Nach­bargärten anlo­cken.

«Schnecken sind Feinschmecker und Alko­holi­ker», weiß die Gärtnerin Gisela Rede­mann. Die 63-Jährige bewirt­schaf­tet einen 3500 Qua­drat­meter großen Bio­gar­ten in Düssel­dorf. Sie läuft in der abend­lichen Dämmerung regelmäßig mit einer Taschen­lampe durch ihren Garten und pflückt mit einer Pin­zette die Schne­cken von ihren Pflan­zen. Dann kämen die viel­fres­sen­den Alko­holi­ker in ein Glas mit Bier: «Deckel darauf, dreimal drehen, dann sind sie betrun­ken und haben viel­leicht einen schönen Tod», hofft Rede­mann.

Bundesverband Deut­scher Gar­ten­freunde e. V.: www.klein­gar­ten-bund.de

Laufentenzüchter Deutsch­lands e.V.: www.lauf­enten-sv.de Von Kris­tina Kiauka, dpa

dpa-infocom


Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
Eventkalender
rz lexikon