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Wiesenknöpfe sind eine Entdeckung wert

Bonn Fili­gran schwe­ben rosa­far­bene und weiße Ähren über dem Beet. Einige stehen auf­recht, andere beschrei­ben sanfte Bögen.

Anmutig sehen die zier­lichen Wie­senknöpfe (San­gui­sorba) aus, vor allem im Kon­trast zu dicken, prächtigen Blüten.

Zu Unrecht gelten gerade die ein­hei­mischen Ver­tre­ter als unschein­bar - nicht nur optisch sind sie kei­nes­wegs zu ver­ach­ten. Den Wie­sen­knopf priesen schon die alten Kräuterpäpste. Blut­stil­ler lautet denn auch die Über­set­zung des bota­nischen Namens. Der hohe Gehalt an Gerb­stof­fen ist dafür ver­ant­wort­lich, wie man heute weiß. Aber inzwi­schen ist es eher das feine Aroma, das die Men­schen begeis­tert. Frisch und gurkenähnlich schmeckt das Kraut, beglei­tet von süß-würzigem Duft. Beides zusam­men hat dem Kleinen Wie­sen­knopf (San­gui­sorba minor) einen Platz im Kräuter­gar­ten beschert.

Suppen, Salaten, Kräuter­quark und Eier­spei­sen gibt er die beson­dere Note. Ham­bur­ger Aal­suppe braucht ein paar seiner fein gefie­der­ten Blätter. Aber auch einfach gehackt auf But­ter­bro­ten erfreut er die Zunge.

Neben dem Kleinen Wiesenknopf leistet der Große Wie­sen­knopf (San­gui­sorba offi­cina­lis) ähnlich heil­same und appe­tit­liche Dienste. Beide werden im Volks­mund auch als Pim­pinelle bezeich­net - was oft zu Ver­wechs­lun­gen mit der Biber­nelle (Pim­pinella saxifraga) führt.

Wie kräftige runde Knöpfe schwe­ben die Blütenstände in arten­rei­chen Wiesen: Der Kleine Wie­sen­knopf in eher tro­ckenem Kalk­mager­rasen, der Große Wie­sen­knopf in fri­schen bis feuch­ten, manch­mal sogar nassen Wiesen.

Die bekannteste Sorte unter den Großen Wie­senknöpfen ist wohl «Tanna», eine mit 30 bis 40 Zen­time­tern niedrig wach­sende Form, die durch dicke, schwarz­rote Blütenknöpfe gefällt. Höher wächst «Pink Tanna», die rosa­far­bene bis dun­kel­rote Knöpfe bis zu 140 Zen­time­ter hoch schwe­ben und leicht überhängen lässt.

Die Wie­senknöpfe aus der Fremde unter­schei­den sich von den hei­mischen Arten durch die deut­lich längeren Blütenstände. Bei ihnen ent­steht kein rund­licher Knopf aus den win­zigen Ein­zelblüten, sondern eine duftige «Fla­schenbürste», die von zen­time­ter­lang her­aus­ragen­den Staub­gefäßen gebil­det wird.

Die aus Japan stammende Art Sanguisorba obtusa bei­spiels­weise trägt vier bis sieben Zen­time­ter lange Bürsten in Rosa, die in weichen Bögen und Schwüngen wehen. Hübsch sieht das aus zum fri­schen Grün der unpaa­rig geteil­ten Blätter. Mit 80 Zen­time­tern Höhe wächst sie ver­hal­ten. Bei San­gui­sorba haku­sanen­sis, eben­falls aus Japan stam­mend, fällt das Rosa noch etwas leb­haf­ter, die Bürste noch etwas länger aus. Sie braucht noch feuch­tere Böden als ihre Schwes­ter und eignet sich sogar für den flachen Teich­rand.

Saubere, statt­liche Horste bildet San­gui­sorba cana­den­sis, die - der Name sagt es - aus Nord­ame­rika stammt. Bis zu 15 Zen­time­ter lang können ihre straff auf­recht getra­genen, weißen Kerzen werden. Zu meh­reren stehen sie auf kräftigen 100 bis 150 Zen­time­ter hohen Stängeln und wirken wie freche Aus­rufe­zei­chen zwi­schen Rit­ter­sporn, Tag­lilien oder Astern.

Die meisten Wiesenknöpfe blühen von Juli bis Sep­tem­ber. Die rosa Blüten von San­gui­sorba obtusa schwin­gen sogar noch im Oktober im Wind, wenn die Blättchen der anderen Wie­senknöpfe bereits mit ihrer gelb­lichen oder rötlichen Herbstfärbung begin­nen. Nur San­gui­sorba men­zie­sii, aus Sibi­rien und China stam­mend, tanzt aus der Reihe. Sie schmückt sich bereits im Mai und Juni mit wein­roten Blüten über graugrünem Laub.

Anders als die Wie­senknöpfe im Küchen­gar­ten, deren Blütenstände regelmäßig zurückge­schnit­ten werden, damit immer neue zarte Blättchen her­anwach­sen, sollten die Gar­ten­for­men mit ihren Blütenständen in den Winter gehen dürfen. Sie bringen Struk­tur in den kahlen Garten und wirken wie ver­zau­bert unterm Schneehäubchen oder umspon­nen von Raureif. Erst im frühen Frühjahr wird geschnit­ten - recht­zei­tig bevor der frische Tuff zier­lich zer­teil­ter Blätter Hoff­nung auf neue Knöpfe und Fla­schenbürsten macht. Fester Platz für Wie­senknöpfe Die meisten Wie­sen­knopf-Arten lieben frische, lehmige Böden. Als Wie­sen­pflan­zen fühlen sie sich in voller Sonne wohl, kommen aber auch mit zeit­wei­ligem Schat­ten zurecht. San­gui­sorba haku­sanen­sis eignet sich am besten für den halb­schat­tigen, kühlfeuch­ten Teich­rand. An ihnen zusa­gen­den Stand­orten sind die Wie­senknöpfe lang­lebig. Müssen sie umge­pflanzt werden, ist das zeitige Frühjahr die beste Zeit. Später ver­tra­gen sie das Umpflan­zen schlecht. Dicke Horste lassen sich mit dem Spaten oder dem Messer teilen. Von Helga Panten, dpa

dpa-infocom


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