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Mao im Mausoleum und auf Feuerzeugen

Peking Die Schlange schiebt sich voran. Es geht recht flott, stehenbleiben ist verboten.

Nur ein recht kurzer Blick auf den gläsernen Sarkophag, dennoch ist für die meisten Chinesen der Besuch des Mausoleums mit der Leiche Mao Tsetungs ein Höhepunkt in ihrem Leben.

«Meine Großmutter wollte unbedingt einmal den Großen Vorsitzenden sehen, jetzt konnte ich sie endlich hierher bringen», sagt ein junger Mann, der eine 80-Jährige im Rollstuhl auf dem Pekinger Tian'anmen-Platz zu den Menschenmassen vor der Gedenkhalle schiebt. Der Prachtbau, der für den 1976 gestorbenen «Großen Steuermann» errichtet wurde, bestimmt das riesige Areal. «Mao ist für die Chinesen noch immer wie ein Gott», meint die brasilianische Touristin Cecilia Falco.

Und dass, obwohl der selbst ernannte ewige Revolutionär Mao (1893- 1976) nach 1949 das Land in fast drei Jahrzehnte blutiger Kampagnen und voller Fanatismus gestürzt hat. Unterschiedlichen Schätzungen zufolge fielen diesen zig Millionen Menschen zum Opfer. Spricht man heute auf dem Platz des Himmlischen Friedens mit Chinesen, ist von Kritik an der Person Maos nichts zu hören. «Ich verehre ihn», sagt der Student Xie Ning. Und auch der 23-jährige Cheng Yanfeng meint: «Es war so bewegend für mich, seinen Leichnam zu sehen, ich liebe Mao, ich bewundere ihn.» Warum? «Er war ein großer Staatsmann.»

Nach offiziellen Angaben kommen in der sommerlichen Hochsaison im Schnitt 50 000 Besucher am Tag ins Mausoleum, unmittelbar vor den Olympischen Spielen seien es sogar bis zu 70 000 gewesen. «Es stehen eigentlich immer noch Schlangen davor, wenn geschlossen wird», erzählt eine Sicherheitskraft. Der Eintritt ist frei. «Jeder Chinese sollte hier einmal gewesen sein», findet Xie Ning. Er sei noch ganz erfüllt von dem Besuch.

Auf dem Platz des Himmlischen Friedens ist Mao immer präsent - von einem dreimal sechs Meter großen Porträt über dem Eingang zum Kaiserpalast blickt er auf «sein» Volk hinunter. Auf dem Tor stehend hatte Mao am 1. Oktober 1949 die Gründung der Volksrepublik China ausgerufen. Auch in den Souvenirläden um den Platz herum findet sich sein Konterfei in allen Varianten - auf Feuerzeugen, Fächern, Krawattennadeln oder auch als kleiner Anhänger für den Rückspiegel. Ebenfalls im Angebot: Die kleine rote «Maobibel» mit seinen berühmtesten Aussprüchen - auch über 30 Jahre nach seinem Tod verehrt China seinen «Großen Vorsitzenden». Von Imke Hendrich, dpa

dpa-infocom


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