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Zugreisen in China: Harte Bewährungsprobe

Peking Zwischen den Sitzbänken türmt sich der Müll: Schalen von Sonnenblumenkernen, leere Kekspackungen und Zeitungen liegen überall herum. Dabei ist der Zug erst vor kurzem abgefahren.

Bahnreisen in China können für Europäer zur harten Bewährungsprobe werden - was den Schmutz angeht, aber auch die Länge der Strecken. So sind es von Peking ins südliche Fuzhou über 3000 Kilometer oder schlappe 33 Stunden mit der Eisenbahn. «Am Hemd des Schaffners lässt sich immer genau erkennen, wie lange die Fahrt schon dauert», erzählt ein deutscher Auslandsstudent. Denn die Arbeit des Zugbegleiters ist schweißtreibend. Mindestens alle zwei Stunden muss er die Waggons ausfegen und immer wieder auf die sichere Unterbringung des Gepäcks achten.

In den meisten Zügen durch das Riesen-Reich herrscht eine klare Klassen-Gesellschaft: Von Stehplätzen über harte Sitze und eher unbequeme Pritschen reicht das Ticketangebot bis hin zu weich gepolsterten Sitzen und bequemen Schlafwagen. Die wahre Hölle ist auf Bahnhöfen und in Zügen während der sogenannten Goldenen Wochen los, vor allem rund um das Frühlingsfest und den Nationalfeiertag am 1. Oktober. Dann scheint ganz China auf den Beinen zu sein und sich um Zugtickets zu schlagen. Viele ergattern nur noch Stehplätze und hocken sich hin - oft auf Zeitungen -, wo immer ein Fleckchen frei ist.

«Kaum in den Zug eingestiegen, packen vor allem Bauern gleich tausende Tüten, Taschen oder Packungen mit Essen aus», erzählt der Auslandsstudent. Und dann beginnen sie, geröstete Sonnenblumenkerne zu knabbern, mitgebrachte Teigtaschen zu verdrücken oder ihre Instant- Nudelsuppe zu «kochen». In fast jedem Waggon steht ein Boiler mit heißem Wasser für die Suppe oder den nächsten Teeaufguss bereit.

Zugreisen in China sind übrigens für Europäer ein wahres Schnäppchen: Von Peking bis zur koreanischen Grenze (22 Stunden) kostet es ohne Sitzplatz umgerechnet 17 Euro und selbst für eine Fahrt mit dem bequemen Schlafwagen von Peking nach Shanghai (in diesem Fall rund 13 Stunden, es gibt aber sowohl langsamere als auch schnellere Verbindungen) sind umgerechnet nur etwa 30 Euro fällig.

Während der Olympischen Spiele ist allerdings der Trubel auf dem Pekinger Hauptbahnhof nicht ganz so arg - die meisten Wanderarbeiter mussten vor Beginn des Mega-Events die Stadt verlassen. Im schicken Wartesaal der 1. Klasse hat jetzt fast jeder Reisende einen Sessel abbekommen. In den Warteräumen für das «normale» Volk liegen allerdings viele Zuggäste auf dem Boden, um die Zeit bis zur Abfahrt für ein Nickerchen zu nutzen. Wer wach ist, packt fast immer sein Picknick aus. Auch vor der Reise wird schon gespachtelt. Von Imke Hendrich, dpa

dpa-infocom


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Blog aus Beijing zu den Olympischen Spiele 2008
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