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US Open: Grönefeld und Haas in der zweiten Runde

New York Anna-Lena Grönefeld ballte die Faust und strahlte wie lange nicht mehr ins Publikum, Thomas Haas hob nach tollem Kampf den Daumen.

Der Hamburger überstand mit 6:7 (3:7), 6:4, 5:7, 7:5, 6:2 gegen den Franzosen Richard Gasquet seine schwere Erstrundenpartie bei den US Open und vermied das erste Auftakt-Aus seit 1996. Zuvor gelang Grönefeld nach ihrer persönlichen Krise ein grandioses Comeback auf der großen Tennis-Bühne von New York. Die einstige Nummer 14 der Welt schaffte mit dem 6:4, 6:2 gegen die Slowakin Daniela Hantuchova erstmals seit den Australian Open 2007 wieder einen Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier. «Das war der größte Erfolg in diesem Jahr. Ich bin rausgegangen und habe an mich geglaubt», sagte Grönefeld lächelnd. Am Vortag hatten schon Philipp Kohlschreiber und Andreas Beck die zweite Runde erreicht.

Rainer Schüttler schlich dagegen vorzeitig zum Netz: Der Wimbledon-Halbfinalist gab gegen den Franzosen Florent Serra beim Stand von 6:7 (8:10), 0:6, 0:2 auf, nachdem er sich in der vorigen Woche eine heftige Erkältung eingefangen hatte. Der Hamburger Mischa Zverev konnte dem favorisierten Spanier Tommy Robredo beim 6:7 (4:7), 2:6, 1:6 nur im ersten Satz Paroli bieten. Damit sind fünf der zwölf deutschen Teilnehmer nicht mehr dabei. Am Vortag scheiterten Michael Berrer, Denis Gremelmayr und Björn Phau, der drei Stunden lang Widerstand gegen Olympiasieger Rafael Nadal geleistet hatte.

Haas verschenkte im Louis-Armstrong-Stadium beim Stand von 5:3 zunächst mit eigenem Aufschlag zwei Satzbälle gegen den an Nummer zwölf gesetzten Gasquet. Danach lief der auf Platz 39 der Weltrangliste zurückgefallene Haas Rückständen hinterher, rettete sich mit dem Rücken zur Wand aber in den fünften Satz, wo er mit zwei weiteren Breaks den zweiten Erfolg über Gasquet doch noch sicherstellte. Nächster Gegner ist der Luxemburger Gilles Muller.

Nebenan auf dem Grandstand lachte Grönefeld, die sich vorige Woche erst qualifizieren musste. In der zweiten Runde steht die Nordhornerin gegen eine Qualifikantin vor einer lösbaren Aufgabe: Gegnerin ist entweder die Australierin Jessica Moore oder Melanie Oudin aus den USA. «Das wird auch wieder schwer. Man nicht sagen: Die nächste Runde wird einfach», meinte Grönefeld, deren umstrittener Ex- Trainer Rafael Font de Mora vor zwei Jahren bei den US Open noch während der damaligen Erstrundenpleite den Platz verlassen hatte.

Mehr als ein Jahr nach der letzten Grand-Slam-Teilnahme in Wimbledon spielte Grönefeld ihre Stärken gegen Hantuchova voll aus: Mit harten Aufschlägen und druckvollem Grundlinienspiel kompensierte sie läuferische Schwächen. Die 22-Jährige gab mit ihrem ersten Aufschlag nur einen Punkt ab und buchte nach dem 4:4 im ersten Satz sechs Spiele in Folge. Die derzeitige Nummer 141 der Weltrangliste machte nach 1:11 Stunden im zweiten Vergleich den ersten Sieg über die langbeinige Slowakin perfekt.

Schüttler verlor bei der zehnten Teilnahme in New York schon zum sechsten Mal gleich sein Auftaktmatch. «Wenn man sich hier eine Woche lang ins Bett legt, kann man nicht viel erwarten», sagte der Routinier, der mit Flushing Meadows keine Freundschaft mehr schließen wird. «Es ist wie verhext: Ich war hier noch kein Jahr gesund», sagte Schüttler, dessen Trainer Dirk Hordorff im Flugzeug noch an seinen Schützling appelliert hatte, nicht krank zu werden. Der 32 Jahre alte Wahl-Schweizer führte im ersten Satz 5:2 und im Tiebreak 6:3, konnte aber insgesamt vier Satzbälle nicht nutzen. «Ich habe gehofft, dass ich den ersten Satz gewinne und er dann ein bisschen einbricht. Aber so habe ich keine Chance gehabt», sagte Schüttler.

dpa-infocom


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