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"Narnia": Dramatische Kämpfe gegen die Knechtschaft

Von Cordula Dieck­mann, dpa München (dpa) - Narnia ist in Aufruhr.

Die Tel­marer haben die Herr­schaft über­nom­men, und König Miraz knech­tet das Land. Die meisten Fabel­wesen sind ver­schwun­den:.

Die Zaubertiere, die tanzenden Bäume und vor allem Aslan, der mächtige Löwe. Peter, Susan, Edmund und Lucy Peven­sie erken­nen ihr früheres Reich kaum wieder, als sie aus dem Welt­kriegs-London auf magi­sche Weise dorthin gelan­gen, gerufen von Prinz Kaspian. Mit ihrer Hilfe will der rechtmäßige Thron­erbe seinen Onkel Miraz stürzen. Im Ver­trauen auf den göttli­chen Bei­stand Aslans nimmt es die kleine Truppe mit der rie­sigen Streit­kraft der Tel­marer auf. «Die Chro­niken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia» nennt sich der zweite Teil der auf­wen­digen Fantasy-Ver­fil­mung nach den berühmten Büchern von Clive S. Lewis, die am 31. Juli ins Kino kommt.

Einen Großteil seiner Span­nung bezieht der schnell geschnit­tene Film aus den üppig aus­gestat­ten und blu­tigen Schlach­tens­zenen, deren Wirkung die dra­mati­sche Film­musik noch erhöht. Die von Andrew Adamson insze­nierte 144 Minuten lange Geschichte ist wesent­lich düsterer als der erste Teil «Der König von Narnia», der welt­weit mehr als 745 Mil­lio­nen US-Dollar ein­spielte.

Während Kaspian (Ben Barnes - «Der Ster­nen­wan­derer») an seinen Umsturzplänen gegen Miraz (Sergio Cas­tel­lito - «Bella Martha») feilt, leiden die Peven­sies unter ihrem tristen Lon­doner Alltag. Doch dann ereilt sie der Ruf des magi­schen Horns aus Narnia. Wenig später finden sie sich an einem traum­haf­ten Strand wieder. 1300 Jahre sind nach Zeit­rech­nung der Narnier ver­gan­gen, seitdem die vier dama­ligen Herr­scher ihr Land ver­las­sen hatten. Vieles kommt ihnen bekannt vor, doch die Magie ist ver­schwun­den. Schmerz­haft müssen sie lernen, dass ihr Traum­land nicht mehr so exis­tiert, wie sie es in Erin­nerung hatten - ein Abschied von der Wun­der­welt der Kind­heit.

Doch auch die Kinder selbst haben sich verändert. Der eins­tige Hochkönig Peter kämpft mit wider­strei­ten­den Gefühlen. Dass Kaspian nun König werden will und sich in Susan ver­liebt, macht ihm schwer zu schaf­fen. «Er ist nicht mehr so ein netter Kerl; er ist kein selbst­loser Pro­totyp eines Helden, er ist ein selbst­gerech­ter Anti- Held», beschreibt William Moseley seine Rolle. Anna Popp­lewell gefällt beson­ders, dass sie als Susan kämpfe­rischer sein durfte. «Sie kann her­vor­ragend mit Pfeil und Bogen umgehen, sie ist sehr fähig und schlau und alle mussten mit­hel­fen, um mit ihrer lächer­lich kleinen Armee die Tel­marer zu besie­gen», sagt die Schau­spie­lerin. Tapfer schla­gen sich auch Skandar Keynes und Georgie Henley, die schon im ersten Teil Edmund und Lucy spiel­ten.

Faszinierend sind vor allem die Technik und die Aus­stat­tung des in Neu­see­land, Polen, Prag und Slo­wenien gedreh­ten Films. Beein­dru­ckende Effekte und Com­putera­nima­tio­nen etwa von Aslan, der Maus Rie­pischiep und dem spre­chen­den Dachs Trüffeljäger machen den Strei­fen zu einem opti­schen Erleb­nis.

Über die Schwächen des Dreh­buchs kann die auf­wen­dige Machart aber nicht hinwegtäuschen. Oft ist die in der gott­glei­chen Anbe­tung Aslans gip­felnde Geschichte nicht nach­voll­zieh­bar. Unverständlich ist etwa, warum das mick­rige Narnier-Heer über­haupt den Kampf mit den übermächtigen Tel­marern sucht, statt sie mit einer intel­ligen­ten List zu besie­gen. Viele der grau­samen und oft sehr lang gera­tenen Schlachts­zenen wären ver­meid­bar, hätte Adamson seine Figuren mit mehr Ein­falls­reich­tum aus­gestat­tet.

Doch wie die Kreuzritter des Mit­tel­alters ziehen die Narnier in den Hei­ligen Krieg. Ange­trie­ben von dem Schlacht­ruf «Für Aslan!» hoffen sie auf seinen Bei­stand. Anleh­nun­gen an die Bibel sind unüber­seh­bar, vor allem am Schluss, wenn sint­flut­artige Was­ser­mas­sen her­ein­bre­chen und alles Böse ver­schlin­gen. Am Ende scheint die eigene Stärke gar nicht so wichtig - was wirk­lich zählt, so die Bot­schaft, ist Gott­ver­trauen.

dpa-infocom