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«Untraceable» auf DVD: Mord im Internet

Hamburg Noch ein paar Klicks und er ist tot.

So lautet die schlichte wie grausame Formel für einen Mord im Internet, zumindest in dem US-Thriller «Untraceable», der jetzt auf DVD erschienen ist.

Je mehr Besucher die Seite «Killwithme» («Töte mit mir») anklicken, desto heftiger wird der Mann, der mit einer Webcam gefilmt und im weltweiten Netz zu sehen ist, gefoltert. Desto schneller stirbt er auch. Der Film von Gregory Hoblit ist mindestens in einer Hinsicht beklemmend realistisch: Die gesamte Internetgemeinschaft macht sich bei dem, was im Netz vertrieben und betrachtet wird, letztlich mitschuldig. In seiner Kritik an einer solchen Gesellschaft greift der Thriller allerdings selbst zu einer drastischen Bildsprache.

«Klicks» sorgen im Zeitalter des Web 2.0 für das Überleben einer Internetseite. Was für Zeitungen die Auflage und für Fernsehen oder Hörfunk die Quoten, das sind für Websites die Menge der Besuche der Seite und ihrer Angebote: Jeder Klick, das heißt, jedes Mal, wenn die virtuelle Seite aufgerufen wird, zählt. In dem FBI-Action-Film «Untraceable» trägt jeder Klick allerdings auch zur Heftigkeit und Schnelligkeit eines grausamen Todes bei.

FBI-Agentin Jennifer Marsh (Diane Lane) muss sich mit Online-Verbrechen herumschlagen: Von Pornografie bis Bankkontenplünderung. Doch was ihr mit der Seite «Killwithme» unterkommt, übersteigt nach und nach auch ihre Nerven. Zuerst ist es nur eine Katze, die gefilmt wird, wie sie beim Milchschlecken auf einer mit Leim bestrichenen Fläche festklebt und schließlich verendet. Doch dann beginnt ein Serienmord, der an Dynamik immer mehr zunimmt.

Beim ersten Opfer schauen rund sechs Millionen Menschen im Internet zu, wie ein Familienvater qualvoll verblutet. Bei den nächsten Opfern erreicht die Zahl der User blitzschnell die 13 Millionen. Sie alle werden zu Mittätern, denn pro Klick wird entweder ein weiteres Folterwerkzeug eingesetzt oder die Menge giftiger Substanzen erhöht, die dem Gefolterten zugeführt werden. Kein Film für schwache Nerven, denn die Qualen, Verletzungen und Tode der Opfer werden minutiös abgebildet.

Regisseur Hoblit, der auch bei dem Psycho-Thriller «Das perfekte Verbrechen» Regie führte, setzt dabei also genau auf das, was er eigentlich kritisieren will: Die voyeuristische Lust des Zuschauers. Die Kritik richtet sich an Internetnutzer, die Videos wie diese - die in die Kategorie der so genannten Snuff-Videos fallen, also Live-Aufnahmen von Tötungen - für unecht und das Ganze für gelungene Unterhaltung halten. Tatsächlich findet man solche Kommentare nicht selten in Internetforen, in denen sich die Nutzer über die Echtheit von Live-Videos austauschen.

«Untraceable» heißt übersetzt «unauffindbar» und bezieht sich auf die unübersichtlichen Weiten der virtuellen Welt. Diese ist in diesem Film die willkommene Plattform eines Serienkillers, der die Öffentlichkeit sucht, die sich am Leid anderer ergötzt. Bis auf diese Aktualität funktioniert «Untraceable» wie traditionelle Serienmord-Thriller, angefangen beim Klassiker «Das Schweigen der Lämmer» von 1991.

www.universal-pictures.de

dpa-infocom