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Leuchten der Wüste: Naturschauspiele in Namibia

Lüderitz Es ist früh am Morgen, die Sonne hat noch nicht die Kraft, den Nebel zu durch­drin­gen.

Erst später am Vor­mit­tag wird sie ihn auflösen, um dann über einen wol­ken­losen Himmel zu wandern und die Wüste mit ihrem Glut­hauch zu ver­sen­gen.

«Namibia ist ein kaltes Land mit heißer Sonne», sagt Marion Schelke, die von Lüderitz am Atlan­tik aus Wüsten­tou­ren für Tou­ris­ten orga­nisiert. «Mit dem abrup­ten Wechsel von kalten, feuch­ten Nächten und glühend heißen Tagen zählt die Region zu den unwirt­lichs­ten Gegen­den der Welt.»

Über­setzt bedeu­tet das Wort Namibia Wüste oder auch «weites Land». Welcher der Ver­sio­nen man auch zuneigt: Sie sind beide richtig, was am Namib-Naukluft-Park leicht erkenn­bar ist: Mit einer Fläche von etwa 50 000 Qua­drat­kilo­metern ist er größer als die Schweiz, und er besteht fast nur aus Wüsten­land­schaft. Für Tou­ris­ten sind die beiden bedeu­tends­ten Natur­sehenswürdig­kei­ten des Gebie­tes zugänglich: das von gewal­tigen Dünen ein­gerahmte Sos­susv­lei und der Sesriem Canyon.

Die Reise in die Märchenwelt beginnt am Sesriem Camp. Dort öffnen sich mit Son­nen­auf­gang die Tore des Parks. Die Dünen, deren Kämme ständig vom Wind neu model­liert werden, sind im Licht der auf­gehen­den Sonne in fas­zinie­rende Rot- und Goldtöne getaucht. Am Morgen ist es auch noch ange­nehm kühl, um die mit 380 Metern höchste begeh­bare Sanddüne «Big Daddy» zu erklim­men. Auch wenn der Auf­stieg im losen Sand nicht einfach ist, sollten Besu­cher diese Anstren­gung auf sich nehmen. Denn die Mühe wird mit einem Aus­blick auf das endlos erschei­nende Dünenmeer belohnt, in dem auch eine durch Wasser geformte Lehmpfanne liegt. Sie füllt sich nur alle paar Jahre, wenn es in den Auf­fang­gebie­ten des Tsauchab-Flusses genug gereg­net hat.

In der Nähe der Sous­susv­lei-Park­ein­fahrt lohnt ein Besuch des Sesriem Canyons. «Ses Riem» - sechs anein­ander gekno­tete Riemen eines Och­sen­gespan­nes - brauch­ten Rei­sende früher, um Eimer in die 30 Meter tiefe Schlucht hin­abzu­las­sen, die der Tsauchab-Fluss hier in die Felsen gegra­ben hat. Heute ist jeder gut beraten, der aus­rei­chend Trink­was­ser mit sich führt. Zwar soll der Canyon nach Regenfällen tatsächlich Wasser führen, aber das pas­siert nur ganz selten.

Die Straße nach Süden entlang der Wüste Namib beein­druckt durch die Kulisse der gezack­ten Nubib-Berge, vor denen Dünengras so hoch wie Korn­fel­der silbrig glänzend im Wind wogt. Wenige Kilo­meter von der Piste ent­fernt erscheint wie eine Fata Morgana das Schloss Duwisib. Die wie eine Festung anmu­tende Wohn­anlage wurde 1909 vom Kolo­nia­lof­fizier Hanshein­rich von Wolf inmit­ten eines fast baum­losen Nichts erbaut. Das mit einem schönen Innen­hof aus­gestat­tete und von Zinnen geschmückte Schloss ist heute ein Museum. In der benach­bar­ten Farm können Besu­cher frisch geba­cke­nen Apfel­kuchen genießen.

Auf dem wei­teren Weg in den Süden emp­fiehlt sich ein kleiner Umweg. Die wenig befah­rene Sand- und Schot­ter­piste D 707 biegt bei Spes Bona ab. Hier sind die Rei­sen­den meis­tens mit der Natur allein. Irgendwo am Hori­zont ver­schmilzt die schnur­gerade Piste mit dem blauen Himmel und den weißen Wol­ken­fel­dern. Begrenzt wird der Blick nur durch die schrof­fen Bergzüge der Tiras­berge auf der einen und die roten Dünen der Namib auf der anderen Seite.

Nach 123 Kilometern stößt die D 707 auf die Straße C 13, die nach Aus führt. Der kleine Ort ist vor allem wegen seiner wilden Pferde bekannt. Sie leben in kleinen Gruppen und haben sich über Jahr­zehnte die Wüste als Lebens­raum erobert. Um die Her­kunft der Tiere ranken sich unter­schied­liche Geschich­ten, wahr­schein­lich stammen sie aber von Pferden der südafri­kani­schen Armee ab, die während des Ersten Welt­krie­ges ver­sprengt wurden und ver­wil­der­ten. Mit etwas Glück können Besu­cher aus­gelas­sen her­umto­bende Pferde an einer Was­ser­stelle bei Garub beob­ach­ten. «Die Pferde sym­boli­sie­ren die Frei­heit, die der Mensch ver­loren hat. Des­wegen sind viele Leute von ihnen so fas­ziniert», sagt Piet Swie­gers, der in der Nähe eine Farm betreibt.

Die bedeu­tendste Stadt im Süden Nami­bias ist das 150 Kilo­meter land­einwärts gele­gene Keet­mans­hoop. Hierhin kommen Tou­ris­ten vor allem wegen des Köcher­baum­wal­des. Der Köcher­baum ist eigent­lich eine Aloen­art. Er kann größere Was­ser­men­gen im Stamm spei­chern, wo es durch die holzige Borke gut vor Ver­duns­tung geschützt ist. Das lässt ihn auch längere Durst­stre­cken über­leben. Heute dienen die rund 250 Bäume vor allem als Foto­motiv. Beson­ders morgens und abends gelin­gen ein­drucks­volle Auf­nah­men und erin­nern - wie die Fotos von den Nebeln am Morgen - zu Hause an die Natur­erleb­nisse im Süden Nami­bias.

Informationen: Namibia Tourism , Schil­ler­straße 42-44, 60313 Frank­furt, Telefon: 069/133 73 60.

Frem­den­ver­kehrs­amt Namibia: www.namibia-tourism.com Von Detlef Berg, dpa

dpa-infocom