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Urlaub wird im Winter teurer und individueller

Berlin Vieles wird teurer, das Reisen macht da keine Aus­nahme: Unter dem Druck stei­gen­der Ener­gie­kos­ten haben zahl­rei­che Ver­anstal­ter zur Win­ter­sai­son 2008/09 die Preise erhöht, vor allem für Flug­rei­sen zu Zielen wie den Kanaren und in Nor­dafrika.

Bei der Vor­stel­lung der neuen Kata­loge waren die meisten Anbie­ter jedoch bemüht, dieses Thema nicht in den Vor­der­grund zu rücken. Lieber wurde über einen anderen Trend gespro­chen: Ver­anstal­ter­rei­sen werden immer indi­vidu­eller.

«Zum Teil deutlich unterhalb der aktu­ellen Infla­tions­rate» liege der Preis­anstieg - nicht nur TUI-Deutsch­land-Chef Volker Böttcher ver­suchte mit solchen Äußerungen, die Urlau­ber zu beru­higen. Bei der TUI werden Flug­rei­sen auf der soge­nann­ten Mit­tel­stre­cke im Schnitt um 2,9 Prozent teurer. FTI legt bei Zielen wie der Türkei, Ägypten und Spanien 1 bis 4 Prozent drauf, bei All­tours sind es im Schnitt 4 Prozent. Thomas Cook Reisen erhöht seine Preise um 3 bis 5 Prozent. Und bei Necker­mann gibt es nach Ende der Frühbu­cher­frist im Ver­gleich zum Vorjahr einen Auf­schlag von 2,3 Prozent.

Wenn der Euro nicht so stark wäre, würde sich Urlaub aber wohl noch mehr ver­teu­ern, denn der Kos­ten­fak­tor Flug­ben­zin hängt vom in US-Dollar abge­rech­neten Ölpreis ab. Außerdem hilft die Dol­lar­schwäche den deut­schen Ver­anstal­tern gerade bei den Fern­rei­sen: In Nord­ame­rika, Aus­tra­lien oder Südostasien können sie zu günstigen Kursen Hotel­kapa­zitäten ein­kau­fen und die höheren Aus­gaben für Kerosin dadurch aus­glei­chen.

Was bedeutet das alles für die Rei­setrends im Winter 2008/09? Für Prof. Karl Born, Tou­ris­mus­for­scher an der Hoch­schule Harz in Wer­nige­rode, zeich­net sich bereits ab, «dass es weniger Kurz- und Städte­rei­sen geben wird», und auch Fern­rei­sen «werden nicht mehr in dem glei­chen Maße wachsen wie in den ver­gan­genen zwei, drei Jahren».

Nachdem Flug­gesell­schaf­ten wie Air Berlin, Ger­man­wings, Tuifly und Ryanair ihre Flugpläne ausgedünnt - oder dies zumin­dest angekündigt - haben, «besteht die größte Schwie­rig­keit im Moment für Ver­anstal­ter und Tou­ris­ten darin, genug günstige Flüge zu bekom­men», beob­ach­tet Torsten Schäfer vom Deut­schen Rei­sever­band (DRV) in Berlin. Daher sei im Winter auch keine Preis­schlacht mit günstigen Last-Minute-Offer­ten zu erwar­ten.

Dass es einen signifikanten Rückgang der Rei­selust geben könnte, fürchtet der DRV aber nicht: Urlaub habe bei den Deut­schen wei­ter­hin einen «sehr hohen Stel­len­wert», sagt Schäfer. Für die Ver­anstal­ter richten sollen es dabei auch diesmal die vielen Frühbu­cher­rabatte, die für Buchun­gen etwa bis Ende Sep­tem­ber oder Ende Oktober gewährt werden. Die Systeme unter­schei­den sich aber unter den Ver­anstal­tern, und es wird immer schwie­riger, den Über­blick zu behal­ten.

Die Pau­schal­reise als Urlaubs­form erlebe ins­gesamt eine «Renaissance», meint DRV-Spre­cher Schäfer. Auch Prof. Born ist sich sicher, «dass die Pau­schal­reise die stärkste Rei­seform in Deutsch­land bleiben wird. Sie war es immer, die Ver­anstal­ter haben in den ver­gan­genen Jahren nur ver­ges­sen, Werbung für sie zu machen.»

Auch jetzt weisen die Veranstalter lieber auf neue indi­vidu­elle Ange­bote hin: Bei TUI sind jetzt fast alle 6700 Ver­trags­hotels auch einzeln buchbar, Necker­mann hat eben­falls seine «Reise-Bau­steine» aus­gebaut. Mit «Rei­seleicht» und «Tjae­reborg indi» lassen die TUI und die Rewe-Pau­schal­tou­ris­tik zwei neue Marken auf die Kund­schaft los, bei denen Hotels und Flüge zu tages­aktu­ellen Preisen zu Paketen zusam­men­gefügt werden.

Die Stärkung der Pau­schal­reise und die immer indi­vidu­elle­ren Ange­bote schei­nen auf den ersten Blick nicht zusam­men­zupas­sen. Für beides gibt es aber eine große Ziel­gruppe, sagt Born. Mit den indi­vidu­ellen Pro­gram­men zielten die Ver­anstal­ter gar nicht darauf ab, Pau­schal­urlau­ber für diese Form des Reisens zu begeis­tern, «sondern es geht eher darum, Gäste zu gewin­nen, die bisher ganz ohne einen Ver­anstal­ter unter­wegs sind.» Von Chris­tian Röwekamp, dpa

dpa-infocom