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Estlands Inseln: Tipp für Wanderer und Wassersportler

Kures­saare Estland ist zuerst Tallinn. Jeder dritte Este lebt in der Haupt­stadt, Hun­dert­tau­sende Tou­ris­ten kommen jedes Jahr.

Aber Estland ist noch mehr. Vor allem die Ost­see­inseln haben einen eigenen Charme.

Wer von Tallinn aus zwei Stunden nach Südwesten fährt, muss zunächst mit der Fähre nach Muhu, bevor er über einen Damm nach Saa­remaa, der größten Insel, wei­ter­fah­ren kann. Es lohnt, sich ein oder zwei Tage Zeit zu nehmen, um die Insel zu erkun­den, auf der knapp 2000 Men­schen leben.

Auf Muhu wurde 1534 das erste Buch auf Est­nisch gedruckt - die Bibel. Auf der Insel lebten Bauern: «Unter einem Dach wohnten 20, 25 Leute, das Vieh noch dazu», sagt Katrin Vaikmaa im Frei­licht­museum von Muhu. Holzhäuser mit Reetdächern emp­fan­gen die Besu­cher. «Die Sowje­tunion ging gerade noch recht­zei­tig unter, damit die alte Kunst des Reet­dach­bau­ens noch über­leben konnte», sagt Vaikmaa.

Die Esten lieben die Inseln. Tra­ditio­nell macht man am Johan­nis­tag einen Inse­laus­flug. Die Fähren sind dann schon nach Minuten aus­gebucht - in der Regel über das Inter­net. Das Recht auf freien Zugang zum Inter­net ist in Estland per Gesetz gere­gelt. Das Schild mit der Auf­schrift «WiFi Area» hängt sogar an der alten Burg von Kures­saare. Sie geht auf das 14. Jahr­hun­dert zurück und gab als Arens­burg der Insel-Haupt­stadt ihren deut­schen Namen. Das Museum stellt die wech­sel­volle Geschichte der Insel dar, die früher Ösel hieß und die die Esten Saa­remaa nennen: Insel­land.

Die beste Rei­sezeit in Estland ist der Hoch­som­mer. Dann ist es auf den Inseln warm und trocken, aber auch teurer. Auf Saa­remaa bekommt man aber noch ein ein­faches Dop­pel­zim­mer für einen Preis, den man in Deutsch­land für ein gutes Abendes­sen zahlen muss: Viele Insu­laner auf Hiiumaa ver­die­nen sich etwas neben­bei, in dem sie Zimmer ver­mie­ten.

Zu Hiiumaa gehören auch Schafe und die Wolle, für die die Insel im Bal­tikum bekannt ist. Ver­arbei­tet wird sie in Vaemla wie vor hundert Jahren. So alt sind die Maschi­nen, die in einer kleinen Woll­fabrik rattern. «Wir betrei­ben sie für die Tou­ris­ten, aber auch, weil sie immer noch funk­tio­nie­ren», sagt Jüri Valdma. Der 63-Jährige hält gern ein Pläusch­chen mit den Tou­ris­ten.

Alte Orden und Lenin­wim­pel zeigen, dass die Maschi­nen auch zu Sowjet­zei­ten rat­ter­ten. Linda habe ihre Norm zu 128 Prozent erfüllt, steht noch auf einer Urkunde. Und kann man heute noch davon leben? Als Antwort klopft Valdma nur lächelnd auf seinen prallen Bauch. Dann ver­kauft er die gerade gestrick­ten Socken für ein paar Euro oder für etwas mehr auch Pull­over aus der Wolle und sogar Hüte aus Filz.

Die Inseln sind abwechslungsreich für Wan­derer, idyl­lisch für Reiter - und die Wege sind nicht zu steil für Rad­fah­rer. Aber vor allem der Was­ser­sport ist hier zu Hause. «Zu uns kommen immer mehr Leute, Esten meist, aber auch Schwe­den oder Deut­sche», sagt Ivar Jüssi. Zusam­men mit seinen Freun­den bietet er Kajak­tou­ren an. Dann geht es auf der Ostsee zu kleinen Inseln, deren ver­las­sene Bauernhöfe wie Frei­licht­museen wirken. Drei Kunst­stu­den­tin­nen sitzen im Gras und üben sich im Malen von Licht­refle­xen, sonst ist kein Mensch auf der Insel. Ein biss­chen wirkt Wes­test­land wie aus einem Astrid-Lind­gren-Roman. Kein Wunder: Ilon Wikland, die fast alle Lind­gren-Bücher illus­trierte, hat hier ihre Kind­heit ver­bracht.

Informationen: Bal­tikum-Tou­ris­mus-Zen­trale, Katha­rinen­straße 19, 10711 Berlin; Telefon: 030/89 00 90 91.

Offizielle Tou­ris­mus-Website fürs Bal­tikum: www.bal­tiku­minfo.de Von Chris Melzer, dpa

dpa-infocom