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Silberstaat Zacatecas: Das unbekannte Mexiko

Zaca­tecas Edel­metalle haben die Men­schen schon immer gelockt, und ohne Gold und Silber würde es auch die Stadt Zaca­tecas in Mexiko wohl nicht geben.

Sie ist die Haupt­stadt des gleich­nami­gen Staates und liegt rund 600 Kilo­meter nördlich von Mexiko-Stadt.

Wüsten und Halbwüsten an den Ausläufern der Sierra Madre Occi­dente prägen diese Region. Auch als vor fünf Jahr­hun­der­ten die Spanier kamen, began­nen sie gleich mit der Suche nach den Schätzen des Landes, das bis dahin von den Chi­chi­meken und anderen india­nischen Völkern - wenn auch nur dünn - besie­delt war. Der Reich­tum der ver­gan­genen Zeiten ist heute vor allem an den Kirchen und Palästen in Zaca­tecas und anderen Städten des Staates ables­bar.

Die Stadt, seit 1993 Welt­kul­tur­erbe, ist ein Kleinod spa­nischer Kolo­nial­archi­tek­tur. Viele Besu­cher nutzen als erstes eine Kabi­nen­seil­bahn, die hoch über die Stadt zum Berg La Bufa schwebt, was über­setzt «Schwei­neblase» heißt. Von dort aus lässt sich ein Über­blick über die vielen Kirchen, Paläste und Klöster ver­schaf­fen. Bisher ver­zeich­net Zaca­tecas rund 1,5 Mil­lio­nen Tou­ris­ten im Jahr. Die meisten sind Mexi­kaner, Europäer kommen ver­gleichs­weise selten.

Das soll in den kommenden Jahren anders werden: Tou­ris­mus­minis­ter Rafael Flores hat eine Menge Ideen, um auch Europäer in dieses andere, ihnen weit­gehend unbe­kannte Mexiko zu locken. Die Haupt­stadt verfügt über eine Reihe zau­ber­haf­ter Hotels, eines davon ist in die alte Stier­kampf­arena ein­gebaut worden. Ein anderes ist eine ehe­malige «Vecin­dad», eine nach­bar­schaft­liche Ansamm­lung von Reihenhäusern aus dem 18. Jahr­hun­dert mit kleinen Gassen und Brücken.

Mehrere Fes­tivals für Musik, Theater und Volks­kunst haben sich inzwi­schen in Zaca­tecas eta­bliert. Und da auch mit dem Silber- und Gold­berg­bau wieder Geld ver­dient wird, leistet es sich die Regie­rung, alle Kon­zerte und Ver­anstal­tun­gen zu finan­zie­ren. Vor kurzem hatten zum Bei­spiel rund 20 000 Besu­cher den Genuss, dem US-Musiker Bob Dylan zuzuhören, ohne einen Centavo Ein­tritt bezah­len zu müssen.

Zacatecas verfügt über eine Reihe sehens­wer­ter Museen, die alle in den alten Gemäuern ehe­mali­ger Orden unter­gebracht sind. Im Fran­zis­kaner-Konvent, einer statt­lichen Anlage aus dem 16. Jahr­hun­dert und zum Teil als Ruine kon­ser­viert, sind 2700 Masken zu besich­tigen. Sie wurden bei ver­schie­denen kul­tischen Fei­erlich­kei­ten ein­gesetzt und stammen aus dem Besitz des Malers Rafael Coronel, der ins­gesamt 11 000 Masken gesam­melt hat. Im Museum Felguérez wie­derum sind die berühmten Wand­bil­der der Oaxaca-Maler aus­gestellt, die für die Wel­taus­stel­lung in Osaka vor­gese­hen waren. Da sie zu groß geraten waren, haben sie das Gebäude in Zaca­tecas aller­dings nie ver­las­sen.

Besonders sehens­wert ist die alte Sil­ber­mine El Edén. Ein großer Teil dieser Mine, die seit dem 16. Jahr­hun­dert aus­gebeu­tet wird, ist inzwi­schen für den Tou­ris­mus zugänglich gemacht worden. Wo in den ver­gan­genen Jahr­hun­der­ten vor allem die Indios unter bru­talen Bedin­gun­gen schuf­teten, befin­det sich unter anderem eine Dis­kothek - tief in einem Berg, in dem bis heute Silber abge­baut wird.

Außerhalb der Stadt sind bedeutende Rui­nenstädte aus der vor­spa­nischen Zeit zu bewun­dern. 150 Kilo­meter südlich von Zaca­tecas zieht sich die Anlage La Quemada (Chi­como­stoc) einen Berg empor. Eine Beson­der­heit ist eine Ansamm­lung von rie­sigen Säulen, die einst ein großes Dach getra­gen haben müssen. In der Theke der Cafe­teria können Besu­cher eine ansehn­liche Samm­lung von Klap­per­schlan­gen aus der Gegend bewun­dern. Zuerst beschrie­ben und aus­gemes­sen hat die Rui­nen­anlage, die in der Zeit vor dem Jahr 1000 ange­legt wurde, der aus Deutsch­land stam­mende Inge­nieur Carlos de Berghes, der sei­ner­zeit für die Berg­werks­gesell­schaft Veta­grande dort nach Edel­metal­len suchte.

Zwei Natur­parks ver­spre­chen blei­bende Eindrücke: die Sierra de Organos, rund 20 Kilo­meter von Zaca­tecas ent­fernt, und die Distelwüste in der Nähe der Stadt Jerez. Dort kann man in einigen ein­fachen Cabañas über­nach­ten, die alles bieten, was man in der Wildnis so braucht - aber keinen Fern­seher und auch kein Inter­net.

«Wir wollen die Menschen auch mit Touren in die großen moder­nen Berg­werke anlo­cken», sagt Minis­ter Flores. Außerdem sind Touren mit geländegängigen Fahrrädern durch die Wüsten und Halbwüsten des zweitgrößten Flächen­staa­tes in Mexiko vor­gese­hen. Es geht von einer Haci­anda zur nächsten, wo die besten Kampfs­tiere Mexikos gezüchtet oder die Rei­sen­den auf Wunsch mit den tra­ditio­nel­len Speisen der Gegend ver­sorgt werden: Es gibt Mescal - wie Tequila ein Schnaps aus der blauen Agave. Auf der Karte stehen außerdem Leguan, Schlange, Gürtel­tier und Ratte - gut zube­rei­tet alles Deli­kates­sen für Kenner.

Infor­matio­nen: Mexi­kani­sches Frem­den­ver­kehrs­amt, Tau­nus­anlage 21, 60325 Frank­furt, Telefon: 00800/11 11 22 66 (kos­ten­los)

Region Zaca­tecas (spa­nisch): www.turis­moza­cate­cas.gob.mx

Mexiko: www.visit­mexico.com Von Franz Smets, dpa

dpa-infocom