IVWPixel Zählpixel
kalaydo.de kalaydo.de Jobs Auto kaufen Immobilien Kleinanzeigen Bei kalaydo.de inserieren In der Rhein-Zeitung und ihren Heimatblättern inserieren Zeitungsanzeige aufgeben kalaydo.de
RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
 

Hachenburger Filmfest: Regisseure fiebern Löwen entgegen

Hachenburg Goldener und Silberner Löwe, Junger Löwe und Kleiner Löwe plus ein Preis für die beste Dokumentation: Das zweite Hachenburger Filmfest hat am Wochenende begonnen, und die teilnehmenden Regisseure sind gespannt, wer die Jurys von sich überzeugen kann.

Rund 100 Filmfestivals gibt es in Deutschland, und bereits die Vorjahrespremiere im Hachenburger Cinexx hat bundesweit ein gutes Echo gefunden. Für Filmjournalist Wolfgang Hamdorf aus Berlin wird sich dies auch bei der zweiten Auflage fortsetzen, dafür bürge das Programm der Woche mit sehenswerten Filmen und interessanten Gesprächspartnern.

Ähnlich optimistisch äußerte sich auch Programmgestalterin Karin Leicher während des Eröffungsabends, als sich die Hachenburger den Premierenfilm "Friedliche Zeiten" mit dem renommierten Filmfestival im kanadischen Montreal teilen konnten: "Montreal ist ein A-Festival, aber wir arbeiten uns auch im Alphabet langsam höher und höher."

Das ist zum einen eine cineastische Aufgabe, aber auch eine wirtschaftliche Herausforderung. Unumwunden gab Karin Leicher zu, dass bei der Filmfestpremiere im Vorjahr "die Kosten davongaloppiert" waren. Umso nachdrücklicher fiel der Dank an die Sponsoren und Unterstützer aus, etwa den Kultursommer Rheinland-Pfalz.

Bewusst Filme schauen

Dem Ziel, Jugendliche für die bewusste Auseinandersetzung mit dem Medium Film zu interessieren, ist das Hachenburger Filmfest schon einen Schritt näher gekommen: Am Eröffnungstag lagen bereits rund 1500 Schüleranmeldungen für die Vorstellungen vor, eine Steigerung gegenüber 2007 um mehr als 100 Prozent. Zwei Schülerjurys entscheiden über die Vergabe der Jungen Löwen 12+ sowie 16+. Filmegucken statt Schule - was sich auf den ersten Blick wie ein Traumjob anhört, ist in Wirklichkeit richtige Arbeit. Denn die Filme, die um die beiden mit je 500 Euro dotierten Preise wetteifern, haben es in sich.

Die Jury "16+" hat beispielsweise gleich zwei "Brocken" zu bewerten: "Chiko" von Regisseur Özgür Yildirim feierte auf der diesjährigen Berlinale seine Premiere und erzählt die Geschichte des jungen Drogendealers Chiko, der in der Branche Karriere machen will. In der Hauptrolle ist Moritz Bleibtreu in ungewohnt brutalem Gewand zu sehen. Auch "Beautiful Bitch" von Regisseur Martin Theo Krieger ist alles andere als ein lustiger Popcorn-Streifen. Die 15-jährige Bica aus Bukarest gerät in die Fänge einer organisierten Taschendieb-Bande. Als sie sich mit der verwöhnten Milka anfreundet und zum ersten Mal eine normale Jugendliche sein darf, gerät sie in einen Strudel aus Freiheitsdrang und steigender Gewalt.

Die junge Jury hat die schwierige Aufgabe, sich anspruchsvollen Filmen zu stellen, die anders sind als der Standard-Blockbuster aus Hollywood. Die nicht weichgespült wurden, um kommerziell erfolgreich sein zu können, sondern die mit Ecken und Kanten ins Kino gelassen wurden, die beim Anschauen richtig weh tun können.

Skurriles und Drastisches

Der Junge Löwe für Nachwuchsregisseure wird von einer Fachjury unter der Leitung von Regisseur Jan Bonny vergeben. Fünf Regie-Debüts wollen bewertet werden, da-runter so skurrile Geschichten wie "Die Eisbombe" von Regisseur Oliver Jahn, die von Tom und seiner von Phobien geplagten Familie erzählt; in bester "Monk"-Tradition. Auch "Die Dinge zwischen uns" von Regisseurin Iris Janssen blickt in ungewohnt drastischen Bildern in eine Ehe kurz vor der Zerrüttung.

Den Hauptpreis des Festivals , den Goldenen Löwen, vergibt das Kinopublikum. Am Samstagabend werden ab 19 Uhr die Löwen bei freiem Eintritt im Cinexx verliehen. Bis dahin tummelt sich noch so mancher Ehrengast im Hachenburger Kino: Heute werden die Schauspielerinnen Daniela Wutte und Katharina Palm aus "Die Dinge zwischen uns" erwartet, morgen kommt Ulrich-Mühe-Tochter Anna Maria Mühe ("Novemberkind"). Elmar Hering/Michael Defrancesco

RZO