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Wissenschaft

Gentherapie hilft Mäusen beim Hören

London US-Forscher haben per Gentherapie funktionierende Sinneszellen im Ohr von Mäusen wachsen lassen.

Die Gruppe um John Brigande von der Oregon Health and Science University in Portland erhofft sich dadurch Fortschritte zu einer Gentherapie für hörgeschädigte und taube Menschen.

Das berichteten die Wissenschaftler im britischen Fachjournal «Nature» (online vorab veröffentlicht). Mit Hilfe eines Gens hatten die Forscher bei embryonalen Mäusen die Produktion zusätzlicher Haarzellen im Ohr angeregt, die die gleichen Funktionen wie die Sinneshaare im Innenohr ausüben und dadurch das Gehör der Mäuse unterstützen.

Die Forscher benutzten ein Gen mit dem Kurznamen Atoh1, das für die Entwicklung von Haarzellen mitverantwortlich ist. Dieses Gen brachten sie am elften Entwicklungstag in die schallempfindliche Struktur des Innenohrs eines Mausembryos ein, das sogenannte Cortische Organ. Während die übliche vorgeburtliche Entwicklung von dem Eingriff unbeeinflusst blieb, hatten sich bereits am achtzehnten Entwicklungstag des Embryos überzählige Haarzellen gebildet. Diese Haarsinneszellen entstanden mit Hilfe von Atoh1 durch Umwandlung von Nicht-Sinneszellen, berichten die Forscher. Brigande und seine Kollegen konnten erstmals nachweisen, dass die überzähligen Haare Schallwellen übertragen und voll funktionsfähig sind.

Verlust oder Schädigung der Sinneshaare im Ohr und der dazugehörigen Nervenzellen ist die häufigste Ursache von Hörschäden, erklären die Forscher. Menschen und Säugetiere sind nicht in der Lage, diese Haarzellen nach einem Verlust neu zu bilden. Die Bildung funktionaler Sinneszellen sei ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg zu einer Gentherapie für Erkrankungen des Innenohres beim Menschen.

dpa-infocom


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