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Banken

Commerzbank/Dresdner-Verhandlungen vor dem Ziel

München/Frankfurt - Die Verhandlungen über eine Fusion von Commerzbank und Dresdner Bank sind auf der Zielgeraden.

«Ich rechne fest damit, dass an diesem Sonntag entschieden wird», sagte eine mit den seit Monaten laufenden Gesprächen vertraute Person am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa in Frankfurt. Dem Vernehmen nach trifft sich an diesem Wochenende der Aufsichtsrat der Commerzbank, um über den Zusammenschluss zu entscheiden. Am Samstag (30.8.) sollen Vorgespräche in den Aufsichtsratsgremien stattfinden, am Sonntag (31.8.) komme dann das gesamte Kontrollgremium von Deutschlands zweitgrößter Bank zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Auch der Aufsichtsrat der Dresdner-Bank-Mutter Allianz soll nach unbestätigten Berichten am Sonntag tagen.

Seit Monaten wird über einen Zusammenschluss des DAX-Konzerns mit der angeschlagenen Banktochter des Münchner Versicherungskonzerns Allianz verhandelt. Als sicher gilt, dass die Allianz die Dresdner Bank, die im Zuge der seit Sommer 2007 tobenden Finanzkrise Milliardenbelastungen verkraften musste und in die roten Zahlen gerutscht war, zumindest in Teilen verkaufen will. Die Commerzbank gilt als einer der Hauptinteressenten.

Im Rennen ist nach übereinstimmenden Berichten mehrere Medien aber auch die chinesische Staatsbank China Development Bank (CDB). Das Institut soll für die Dresdner Bank deutlich mehr bieten als die Commerzbank und zudem bereit sein, den Kaufpreis komplett in bar zu bezahlen. Der Preis der Dresdner Bank wird im Markt mit etwa neun Milliarden Euro angegeben. Gekauft hatte die Allianz das Institut im Jahr 2001 für rund 23 Milliarden Euro. «Wir werden die Chinesen nicht überbieten können», hieß es am Mittwoch aus Commerzbank-Kreisen. Die Allianz wollte die Berichte über das Interesse der Chinesen nicht kommentieren.

Auf der Arbeitnehmerseite des Allianz-Aufsichtsrates zeichnet sich unterdessen Unterstützung für einen Verkauf der Dresdner Bank an die CDB ab, berichtet die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Donnerstag). Wenn die Commerzbank den Zuschlag für die Frankfurter Banktochter der Allianz bekomme, drohe dagegen ein schmerzhafter Stellenabbau, sagte Peter Kossubek, Konzernbetriebsratsvorsitzender der Allianz-Gruppe in Deutschland und Aufsichtsratsmitglied der Allianz SE, dem Blatt. «Ich würde die CDB unterstützen, falls es von der Commerzbank nicht weitgehende Arbeitsplatzgarantien geben sollte», zitiert die Zeitung Kossubek. Der Betriebsratschef erwarte, dass auch die anderen fünf Arbeitnehmervertreter in dem zwölfköpfigen Kontrollgremium diese Position vertreten. «Ich denke, das ist Konsens.»

Verlockend wäre ein Verkauf an die Chinesen für die Allianz, weil sich damit attraktive Vertriebsmöglichkeiten in dem wichtigen Wachstumsmarkt China ergeben würden. Die CDB ist die größte der drei staatlichen Entwicklungsbanken in China. «Frankfurter Allgemeine Zeitung» und «Financial Times Deutschland» (beide Mittwoch) verwiesen jedoch darauf, dass eine solche Lösung auf erheblichen Widerstand in der Politik stoßen dürfte: Bundespolitiker hatten sich wiederholt für die Schaffung eines zweiten «nationalen Champion» neben der Deutschen Bank ausgesprochen und sogar ein Dreierbündnis aus Dresdner, Commerzbank und Postbank favorisiert.

Die Belegschaft könnte bei einem Zuschlag an die CDB glimpflicher davonkommen: Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hatte wiederholt vor dem Abbau tausender Arbeitsplätze gewarnt, sollte es zu einer Fusion der Großbanken im Inland kommen. Bei solchen Zusammenschlüssen stünden 20 bis 25 Prozent der Arbeitsplätze auf dem Spiel - im Falle einer Fusion von Dresdner und Commerzbank also 10 000 bis 12 000 Stellen. Arbeitnehmervertreter wiesen am Mittwoch aber darauf hin, dass auch im Falle eines Zuschlags für eine ausländische Bank das Geschäftsmodell entscheidend sein wird.

dpa-infocom


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