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Entwickler-Star Knopper macht mit freier Software Schule

Andernach Die komplette Software, mit der man einen Computer starten und auch betreiben kann - immer auf einer CD dabei. Mit "Knoppix", seiner speziellen Version des freien Betriebssystems Linux, hat Klaus Knopper den PC westentaschenfähig gemacht und Kultstatus unter Computer-Enthusiasten erreicht.

Jetzt hat sich der Guru aus der Linux-Szene in Andernach mit den Entwicklern einer freien Software für Schulen, dem Skolelinux, zusammengetan. "Als zweifacher Vater bin ich an guter Lernsoftware interessiert", erklärt der aus Ingelheim stammende Knopper.

Unzähligen PC-Anwendern hat Knopper - heute Dozent für Wirtschaftsinformatik an der FH Zweibrücken - mit seinen "Knoppix"-CDs den Umstieg aufs freie Betriebssystem Linux schmackhaft gemacht oder mit dem verkleinerten Reparatur-Ableger "Knoppicilin" bei Problemen aus der Patsche geholfen. Was als Hobbyprojekt im Studium begann, begeisterte rasch die PC-Anwender: "Anfangs hatte ich 500 Downloads pro Woche - inzwischen sind es 24 000 täglich, allein über die Links auf meiner Internetseite." Womit seine Verantwortung steigt: "Wenn ich nur den kleinsten Fehler mache, verbreitet der sich tausendfach."

Cebit weckte das Interesse

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Begonnen hatte es auf der Cebit 1999: Dort war Knopper erstmals mit CDs in Berührung gekommen, mit denen ein PC auch ohne Festplatte "gebootet", also gestartet werden konnte. Knopper begann, damit zu experimentieren - kein billiges Hobby bei damaligen Preisen von 30 D-Mark für einen CD-Rohling. Es entstand Knoppix, das auf Linux basiert und mit allen notwendigen Einstellungen direkt von der CD startet. Die positiven Rückmeldungen anderer Entwickler ermunterten ihn, es dann dem breiten Publikum zugänglich zu machen. "Ich staunte, dass immer mehr Rückmeldungen von Anwendern kamen, die nie zuvor Linux verwendet hatten", so Knopper. Der Grund: "Viele konnten erstmals in Linux reinschnuppern, ohne es auf der Festplatte zu installieren. Für viele war es eine ,Einstiegsdroge": Man verändert nichts auf dem bisherigen System und kann gefahrlos probieren."

Die Liste an Wünschen und Programmen wurde länger: Die aktuelle Knoppix-Version benötigt den Platz einer DVD. Als Helfer in der Not bewährt sich zudem oft "Knoppicilin", eine von Knopper im Auftrag entwickelte Rettungsversion mit Virenscanner und Reparatursoftware. Beides gibt es kostenlos - das ist ein Charakteristikum in der verschworenen Linux-Gemeinde. So engagiert sich Knopper auch gern für andere Linux-Projekte, wie jetzt beim Entwicklertreffen für "Skolelinux" in Andernach - einer weltweiten Initiative, die sich für freie Software im Unterricht, in der Schule und zu Hause einsetzt. Skolelinux gibt es kostenlos von der deutschen Internetseite, es enthält Lernsoftware wie einen Vokabeltrainer, Übungen zur Prozentrechnung oder ein interaktives Periodensystem für den Chemieunterricht - all das ist einfach auf den Schulrechnern zu installieren.

Der Enthusiasmus der Anhänger ist entsprechend groß: Kurt Gramlich aus Bielefeld, Projektleiter des deutschen Bereichs, schwärmt: "Skolelinux ist nachhaltig, denn uns kann man nicht kaufen."An der Berufsbildenden Schule Andernach, die Skolelinux als eine der ersten Schulen einsetzte, feilten jetzt Gramlich und 20 Mitstreiter aus ganz Deutschland an neuen Funktionen und Lösungen. Auch die zuständigen Fachlehrer an der BBS, Thomas Rohde und Joerg Menzel, sehen zahllose Vorteile gegenüber kommerziellen Lösungen. Etwa die einfache Handhabung: "Man kann sich aufs Unterrichten konzentrieren und muss keine PCs reparieren." Rhode hält es auch für wichtig, Schülern eine Alternative zu Windows und Co. auf den beruflichen Ausbildungsweg mitzugeben.

Zentralrechner spart Energie

Kostenersparnis ist ein weiterer Aspekt: die Software zum Nulltarif, dazu geringere Anforderungen an die Computertechnik. So lässt sich auch mit älteren PCs neueste Software betreiben, sagen Rhode und Menzel. Durch die Verwendung von einem Zentralrechner und vielen kleinen Arbeitsplatzstationen wird zudem viel Energie gespart. Klaus Knopper unterstützt Skolelinux mit technischen Lösungen und arbeitet derzeit an Erweiterungen für die Bildschirmoberfläche. Auch Eingabehilfen für Sehbehinderte oder Blinde, an deren Entwicklung Knoppers blinde Ehefrau Adriane beteiligt war, will er künftig einbauen.

Text und Foto: Markus Simon (RZ)

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