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Umwelteigenschaften von Neuwagen immer überprüfen

Berlin Autokäufer können sich nicht blind auf die Herstellerangaben zu den Umwelteigenschaften von Neuwagen verlassen.

«Es ist immer wichtig, dass man die Angaben nochmal verifiziert», sagt Gerd Lottsiepen vom Verkehrsclub Deutschland (VCD).

So seien zum Beispiel die vermerkten Verbrauchswerte «immer zu niedrig». Erfahrungsgemäß lägen sie 10 bis 20 Prozent unter den im Alltagsbetrieb tatsächlich erreichten Werten. Bei «Bleifuß»-Fahrweise oder Dauerbetrieb der Klimaanlage sei die Differenz noch weitaus größer, sagte der VCD-Autoexperte.

Hintergrund für die Abweichungen ist, dass zur Ermittlung des Durchschnittsverbrauchs eines Neufahrzeugs der sogenannte Neue Europäische Fahrzyklus (NEFZ) zugrunde gelegt wird. Die Rahmenbedingungen dieses genormten Messverfahrens haben jedoch mit denen der alltäglichen Fahrpraxis von Verbrauchern kaum etwas gemein. Hohe Autobahngeschwindigkeiten werden etwa ebenso wenig berücksichtigt wie Kaltstarts sowie zugeschaltete Klimaanlagen und andere Stromverbraucher, die den Spritverbrauch in die Höhe treiben.

Dennoch arbeitet auch der VCD mit den Herstellerangaben - zum Beispiel für die Erstellung seiner jährlichen VCD-Umweltliste. Die aktuelle Fassung dieses Umwelt-Rankings von Neuwagen hat der Verkehrsclub in Berlin vorgestellt. «Es sind die einzigen Daten, die miteinander vergleichbar sind», erklärt Gerd Lottsiepen. Im Vergleich sagten sie schon etwas darüber aus, welches Auto sparsamer und damit umweltfreundlicher sei. Autokäufer müssten eben bei der Auswahl den höheren Praxisverbrauch im Hinterkopf behalten.

Auf der Hut sein müssen Autokäufer auch bei weiteren Herstellerangaben zur vermeintlichen Umweltfreundlichkeit eines Autos. Gerd Lottsiepen verweist auf die Ausstattung von Dieselmodellen mit Rußpartikelfiltern und das Beispiel Smart: Der Kleinwagen des Daimler-Konzerns mit cdi-Diesel landete ursprünglich auf Platz drei der Umweltliste, wurde aber nachträglich vom VCD «disqualifiziert».

Hintergrund ist, dass Daimler zunächst zugesichert hatte, den Smart-Diesel nur noch mit geschlossenem Partikelfilter auszuliefern. Nach Drucklegung der Liste teilte der Konzern jedoch mit, dass es mit dem System technische Probleme gebe und die Diesel daher wie bisher mit offenem Filter verkauft werden - die jedoch weitaus weniger Rußpartikel filtern. Der VCD spricht daher von einer gefährlichen «Mogelpackung», die nicht mehr dem technischen Stand entspricht. Verbraucher sollten sich keine solchen «Restbestände» andrehen lassen, warnt Gerd Lottsiepen. Wer partout so ein Modell haben will, sollte auf die Version mit Vollfilter warten.

Diese soll nach Angaben eines Daimler-Sprechers in Stuttgart nun voraussichtlich im ersten Quartal 2009 auf den Markt kommen. Als Grund für die Verschiebung nannte er, dass die intern geforderten Qualitätsstandards noch nicht erreicht werden. Daher seien Änderungen sowie weitere Dauertests in der kalten Jahreszeit vorgesehen.

Verkehrsclub Deutschland (VCD): www.vcd.org

Vollfilter für Smart-Diesel gibt es erst ab 2009

dpa-infocom


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