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Grauschleier auf der Fassade: Algen mögen es feucht

Stutt­gart Wenn sich auf der Putz­fassade grün-grau-schwarze Flächen aus­brei­ten, sieht manch ein Haus­besit­zer rot und fürchtet um sein Eigen­tum. Tatsächlich sind aber oft nur Algen am Werk - und die sind harmlos.

«Ein gewis­ser Algen­bewuchs auf der Fassade ist völlig normal und kei­nes­falls ein Gebäude­scha­den», beru­higt Klaus Sedl­bauer, Leiter des Fraun­hofer-Insti­tuts für Bau­phy­sik in Stutt­gart. «Von diesem Bewuchs geht auch keine Gesund­heits­gefährdung aus.» Ob und wann der Haus­besit­zer den Algen zu Leibe rückt, hängt deshalb ganz davon ab, wie sehr ihn die schmud­delige Optik stört.

Je nach Intensität des Befalls werden die Algen in meh­reren Schrit­ten ent­fernt. «Zunächst wird die Fassade mit einem Hoch­druck­was­ser­strahl abgesprüht. Auf dieses Weise geht oft schon ein Großteil ab», erklärt Heri­bert Ober­haus aus Dort­mund, Sach­verständiger für Putze und Schäden an Fassa­den. Damit der Putz dabei nicht beschädigt wird, ist Fin­ger­spit­zen­gefühl gefragt: Möglichst gerin­ger Was­ser­druck reicht für den ersten Versuch. Außerdem sollte der Strahl mit einem sehr flachen Winkel und aus­rei­chend Abstand auf die Fassade treffen.

Als nächstes wird die Fassade des­infi­ziert. «Hierzu eignet sich eine Natri­umhy­pochlo­ridlösung, auch Chlor­bleich­lauge genannt», erläutert Bau­phy­siker Sedl­bauer. Die Her­stel­ler von Fassa­den­anstrich­far­ben bieten außerdem soge­nannte biozide Kon­zen­trate an. Einige Pro­dukte bleiben als imprägnie­rende Grund­beschich­tung direkt auf der Fassade, andere müssen nach einer Ein­wirk­zeit vom Gebäude abge­spritzt werden.

«Eine solche intensive Fassa­den­rei­nigung mit Absprit­zen sollte nur von einem Fach­betrieb durch­geführt werden», rät Reimund Stewen, Archi­tekt und Vor­stand im Verband Pri­vater Bau­her­ren (VPB) in Berlin. «Sie muss außerdem beim Umwelt­amt ange­mel­det werden.» Damit keine Biozide ins Grund­was­ser gelan­gen, muss die Abspritz­lauge in Wannen auf­gefan­gen werden.

Für den Neu­anstrich bieten sich Pro­dukte mit algi­ziden Bestand­tei­len an. Dabei sind Kom­bina­tions­pro­dukte mit gleich­zei­tig fun­gizi­der Wirkung eine Über­legung wert: Algen und Pilze kommen meist im Dop­pel­pack.

Biozide sind eine Möglichkeit , den Algen das Leben schwer zu machen. Die zweite Möglich­keit ist, ihren Nährboden auf der Haus­fassade so gering wie möglich zu halten. In der Natur sind Algen all­gegenwärtig. Sie ernähren sich aus Bestand­tei­len der Luft, benötigen kein spe­ziel­les Substrat und breiten sich deshalb auf allen Oberflächen aus. «Ent­schei­dend für den Algen­bewuchs ist der Mikro-Stand­ort des Hauses: Je feuch­ter, umso höher das Bewuchs­risiko», erläutert Sedl­bauer.

Feuchtigkeit gelangt zum einen durch Nie­der­schlag auf die Fassade. Unter diesem Gesichts­punkt ist hier­zulande die West­seite des Gebäudes beson­ders betrof­fen. «Wer neu baut, kann dies zumin­dest ein biss­chen berücksich­tigen», sagt Ober­haus. «Ein großer Dachüber­stand und sogar nur wenige Zen­time­ter tiefere Fens­terbänke wirken hier schon als Schutz.»

Hinzu kommt jedoch die Luftfeuchtigkeit. In einer Senke, am Wald­rand, neben dem Gar­ten­teich oder auch im Wind­schutz einer Hecke ist sie beson­ders hoch. «Je länger die Feuch­tig­keit auf der Fassade über­dau­ert, umso günstiger ist das für die Algen», sagt Ober­haus. Extrem gefährdet sind deshalb Mau­ervor­sprünge, auf denen die Tropfen richtig ste­hen­blei­ben.

Aber auch die Gebäude­kon­struk­tion kommt mit ins Spiel: «Auf einer Fassade, die mit einem Wärmedämmver­bund­sys­tem aus­gestat­tet ist, ent­steht Abkühlung. Dort bildet sich Kon­den­sat», erklärt Archi­tekt Stewen. Und das kann vor allem im Winter kaum abtrock­nen. Algen und Pilze - Häufige Partner auf dem Putz Pilze ver­meh­ren sich durch Sporen. Diese können sich auf allen Oberflächen abla­gern. Aus Sporen bilden sich Zellfäden, aus denen sich dann wie­derum die nächste Gene­ration Pilze ent­wickelt. Hierzu benötigen die Pilz­spo­ren Feuch­tig­keit - aller­dings weniger als die Algen für ihr Wachs­tum brau­chen. Beson­ders häufig finden sich auf Fassa­den Schwärze­pilze. Diese Kolo­nien erschei­nen als dunkler Belag. Ihre Sporen und Zellfäden ent­hal­ten zu ihrem eigenen Schutz gegen UV-Strah­len dunkle Pig­mente. Von Eva Neumann, dpa

dpa-infocom


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