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Endgültige Änderungen mit Vermieter absprechen

Berlin/Karls­ruhe Neues Laminat ver­legen und die Wände in den Lieb­lings­far­ben strei­chen - um aus der neuen Wohnung ein gemütliches Zuhause zu machen, scheuen viele Mieter kaum Mühen. Aller­dings sollten sie ihrer Krea­tivität nicht völlig freien Lauf lassen.

Wenn die Pläne mit den Rechten des Ver­mie­ters kol­lidie­ren, müssen sie sich bremsen. Das Miet­recht lässt aber auch Spielräume: «Ich darf eigent­lich alles machen, was ich bei Ver­trag­sende wieder rückgängig machen kann», erläutert der Karls­ruher Rechts­anwalt Thomas Han­nemann. Der Vor­sit­zende der Arbeits­gemein­schaft Miet­recht des Deut­schen Anwalt­ver­eins (DAV) in Berlin rät Mietern, sich vor der wohn­lichen Veränderung in die Situa­tion ihres Ver­mie­ters hin­ein­zuver­set­zen. «Bei der Ent­schei­dung, ob der Mieter etwas tun darf, wird danach gefragt, ob damit in die Sphäre des Ver­mie­ters ein­gegrif­fen wird.»

STREICHEN UND TAPEZIEREN: «Grundsätzlich muss der Mieter keine Zustim­mung des Ver­mie­ters ein­holen, wenn er in der Wohnung soge­nannte Schönheits­repa­ratu­ren oder Reno­vie­rungs­arbei­ten durchführt. Das bedeu­tet, er kann die Wohnung anstrei­chen und tape­zie­ren, wie es ihm gefällt», sagt Ulrich Ropertz, Spre­cher des Deut­schen Mie­ter­bunds in Berlin. Das gelte auch für grelle oder bunte Farben - zumin­dest während der Miet­zeit. Vor dem Auszug müssen Mieter die Wohnung aber oft wieder «farb­lich neutral» über­geben, auch wenn im Miet­ver­trag eine ent­spre­chende Klausel fehlt.

FLIESEN UND TÜREN: Auch Verände­run­gen an Fliesen und Türen sollten nicht endgültig sein. Werden zum Bei­spiel Fliesen in Bad und Küche gestri­chen, dürfe die Oberfläche der Fliesen nicht beschädigt werden, erklärt Michael Schick vom Immo­bili­enver­band Deutsch­land (IVD) in Berlin. Aus­nah­men von dieser Regel gebe es, wenn die Fliesen ohnehin in einem sehr schlech­ten Zustand sind. Eine Alter­native bieten laut Ropertz zum Bei­spiel Deko-Folien - vor­aus­gesetzt, sie lassen sich rückstands­frei wieder ablösen. Könne der Ver­mie­ter bei Ver­trag­sende nicht alles wieder rückgängig machen, drohe Scha­denser­satz.

KÜCHENSCHRÄNKE UND -GERÄTE: Bei Verände­run­gen an Küchengeräten kommt es immer darauf an, wem die Möbel gehören. «Soweit die Küchen­ein­rich­tung vom Ver­mie­ter gestellt wird, muss der Mieter bei Rückgabe der Miet­sache die Spuren besei­tigen können», so Ropertz.

Ähnli­ches gilt für die Spülma­schine und andere Geräte: «Will der Mieter auf eigene Kosten neue Geräte anschaf­fen, ist er gut beraten, wenn er die alten Ver­mie­ter­geräte ein­lagert und beim Auszug wieder präsen­tie­ren kann», sagt der Experte vom Mie­ter­bund. Diese Frage ist laut Schick häufig Anlass für Que­relen: «Streit gibt es oft dann, wenn der Mieter aus­zieht und der Meinung ist, den Wert seiner Inves­titio­nen nicht abge­wohnt zu haben.» Oft gebe es dann Streit über die ange­mes­sene Höhe der Abfin­dung. Dieser lässt sich ver­mei­den, wenn man sich vor dem Kauf neuer Geräte mit dem Ver­mie­ter einigt.

VERSCHÖNERUNGEN AUF DEM BALKON: «Grundsätzlich gilt, dass der äußere Ein­druck des Hauses nicht ver­schlech­tert werden darf», erklärt der IVD-Spre­cher. Zu den Ein­zel­hei­ten - zum Bei­spiel wie ein Sicht­schutz beschaf­fen sein darf - gebe es aber keine ein­deu­tige Recht­spre­chung. Mieter sind demnach auf der siche­ren Seite, wenn sie sich für unauffällige Verände­run­gen auf dem Balkon ent­schei­den. Pflan­zen­lieb­haber hätten weit­gehend freie Hand, ergänzt Ropertz. «Auf dem Balkon darf der Mieter ohne wei­teres Blumenkästen anbrin­gen, sowohl nach innen als auch nach außen gerich­tet. Er muss aber sicher­stel­len, dass hier­durch keine Gefahr für Passan­ten und unter ihm woh­nende Mieter aus­gehen kann.»

ZWISCHENWÄNDE: Mit nachträglich ein­gezo­genen Zwi­schenwänden können Mieter den Zuschnitt der Räume umge­stal­ten. «Es gibt inzwi­schen ganz tolle Tro­cken­bau­sys­teme, die die Bau­sub­stanz nicht oder kaum beschädigen», sagt Schick. «Bei seinem Auszug ist der Mieter ver­pflich­tet, diese Zwi­schenwände vollständig zurückzu­bauen». Die Bau­sub­stanz darf bei Auszug nicht schlech­ter sein als vorher. Gefällt dem Ver­mie­ter die Zwi­schen­wand, kann er mit einer ange­mes­sen Abfin­dung an den Mieter dafür sorgen, dass die Wand bleibt.

PARKETT UND LAMINAT: Hat der Vermieter den Par­kett­boden verlegt, sei es auch seine Aufgabe, ihn gege­benen­falls abschlei­fen zu lassen. Soweit der Mieter dies auf eigene Kosten erle­digen will, sollte er den Ver­mie­ter zumin­dest vorab infor­mie­ren», rät Ropertz. Der Mieter muss aber darauf achten, dass er die Arbei­ten fach­gerecht ausführt, ergänzt Schick. «Wenn man sich bei­spiels­weise eine Schleif­maschine aus­leiht und als Laie die Arbeit ausführt, haftet man für Beschädigun­gen, die das Parkett nimmt.» Laminat, dass sich pro­blem­los wieder ent­fer­nen lässt, dürften Mieter aber ohne wei­teres ver­legen. Was wird aus Dübellöchern beim Auszug? Das Ver­wen­den von Dübeln, etwa um Bilder und Regale an den Wänden anzu­brin­gen, ist erlaubt. Was mit den Dübellöchern nach Auszug pas­sie­ren muss, ist nicht klar gere­gelt. Laut des Immo­bili­enver­bands Deutsch­land in Berlin gibt es unter­schied­liche Urteile. Auch die Frage, wie viele Dübellöcher man dem Nach­mie­ter hin­ter­las­sen darf, ist ungeklärt. Von Stefan Waschatz, dpa

dpa-infocom


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