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Berufsunfähigkeitsschutz und Vorsorge trennen

Hamburg/Köln (dpa/tmn) - Genaues Hinsehen ist beim Kündigen einer Kapital- oder Rentenversicherung geboten, wenn im Paket der Schutz vor Berufsunfähigkeit abgeschlossen wurde.

Denn wer daneben keine separate oder keine ausreichende gesonderte Absicherung gegen Berufsunfähigkeit hat, steht hinterher ohne Schutz da, sagt Jens Trittmacher vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg. Es wäre zwar im Vornherein besser gewesen, Schutz und Sparvorgang zu trennen - vielen war das beim Abschluss aber vielleicht nicht bewusst.

Nicht immer muss ein Berufsunfähigkeitsschutz als kombinierter Zusatz aber erhaltenswert sein - zum Beispiel, wenn die Höhe der Versicherungsleistung zu niedrig ist und andere Umstände hinzukommen. «Es gibt die Grundsicherung, also die Sozialhilfe - sie beträgt je nach Bundesland zwischen 600 und 700 Euro im Monat», erläutert Martin Reißig, Präsident des Bundesverbands der Rentenberater in Köln. Gezahlt wird sie an denjenigen, der 65 oder voll erwerbsgemindert ist. «Und es gibt Fälle, in denen die Berufsunfähigkeitsrente auf die Grundsicherung voll angerechnet wird - dann ist eine BU-Rente von 400 Euro zum Beispiel wirklich Unsinn.»

Denn zum einen müsste sie viel höher sein, damit der Versicherte sich seinen Lebensstandard im Notfall erhalten kann. «Wenn sie voll angerechnet wird, mache ich mit meinem Vertrag nur den Versicherungsvertreter reich», sagt Reißig. Zum anderen sollte gerade in alten Verträgen genau geprüft werden, ob eine Klausel zur sogenannten abstrakten Verweisung enthalten ist. Denn das würde bedeuten, dass keine Berufsunfähigkeitsrente gezahlt wird, wenn jemand nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann - sondern nur in dem unwahrscheinlichen Fall, dass er überhaupt gar keiner Arbeit mehr nachgehen kann.

dpa-infocom


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