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Müde und lustlos: Was tun bei niedrigem Blutdruck?

Frank­furt/Main Sie sind oft müde und schlapp, haben kalte Hände und kommen nicht richtig in die Gänge.

Menschen mit nied­rigem Blut­druck können einen hohen Lei­dens­druck haben, berich­tet die Deut­sche Herz­stif­tung in Frank­furt.

Die Beschwerden bei der sogenannten Hypo­tonie reichen von Lust­losig­keit, Übelkeit und Kon­zen­tra­tionsstörungen bis hin zu Schwin­del und Bewusst­losig­keit. In der inter­natio­nalen Wis­sen­schaft aller­dings werde die Störung «sehr ver­nied­licht» und stiefmütter­lich behan­delt, kri­tisiert Wolf­gang Grebe, Inter­nist und Sport­medi­ziner im nord­hes­sischen Fran­ken­berg. Im Eng­lischen nennt man zu nied­rigen Blut­druck spöttisch «German Disease», deut­sche Krank­heit. «Diese Krank­heit gibt es nur in Deutsch­land, in ame­rika­nischen und eng­lischen Lehrbüchern wird sie nicht erwähnt», sagt Prof. Dieter Klaus, Mit­glied im Wis­sen­schaft­lichen Beirat der Herz­stif­tung.

Nach Defi­nition der Welt­gesund­heits­orga­nisa­tion WHO hat eine Frau zu nied­rigen Blut­druck, wenn der obere Wert unter 100 Mil­lime­ter Queck­sil­bersäule liegt, bei Männern unter 110. Ob es bei diesen Mess­wer­ten aber auch zu Beschwer­den kommt, ist von Mensch zu Mensch ver­schie­den. Zum Ver­gleich: Bei 120 zu 80 spricht man von einem nor­malen Blut­druck, bei 140 zu 90 von einem hohen Blut­druck (Hyper­tonie). Während Blut­hoch­druck das Risiko für Herz­infarkt und Schlag­anfall erhöht, sinkt bei nied­rigem Blut­druck die Wahr­schein­lich­keit von anderen Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen.

Rund zwei bis vier Prozent der Bevölkerung leiden der Herz­stif­tung zufolge an zu nied­rigem Blut­druck. Das kann die Folge einer orga­nischen Erkran­kung sein - etwa einer Unter­funk­tion der Schilddrüse, einer Blut­armut oder einer schwe­ren Herz­schwäche. «Bei Pati­enten mit nied­rigem Blut­druck muss der Arzt daher zunächst die orga­nischen Hin­tergründe abklären», erklärt Ingolf Dürr vom Deut­schen Grünen Kreuz in Marburg.

Bei einer wei­teren Form der Hypo­tonie ver­sackt das Blut beim raschen Auf­set­zen oder Auf­ste­hen in den Beinen. «Wir Men­schen waren es 30 000, 40 000 Jahre gewohnt, auf allen Vieren zu gehen - und als wir uns auf­gerich­tet haben, mussten wir unseren gesam­ten Kreis­lauf umstel­len», sagt Prof. Andreas Schu­chert, Herz­spe­zia­list im schles­wig-hol­stei­nischen Neumünster. Bei bestimm­ten Erkran­kun­gen bleibe das Blut in der unteren Körper­par­tie, im Kopf komme kaum noch etwas an. «Man hat fest­gestellt, dass das Gehirn bei Men­schen mit nied­rigem Blut­druck etwas schlech­ter durch­blu­tet ist», sagt Klaus.

Und wie lässt sich der Kreislauf wieder in Schwung bringen? An erster Stelle stehen viel Bewe­gung und eine vernünftige Ernährung - viel Obst und Gemüse, aber auch Hühner­suppe und Fleischbrühe. «Man muss auf genug Flüssig­keit kommen», sagt Grebe. Pati­enten mit nied­rigem Blut­druck können auch ruhig stärker salzen - schließlich wird dadurch mehr Flüssig­keit im Körper gebun­den, und der Blut­druck steigt. Grebe emp­fiehlt zudem Wech­sel­duschen, Was­ser­gym­nas­tik und «sehr viel Schwim­men»: «Diese Dinge helfen wahn­sin­nig gut.»

Ein Auf­ent­halt in kli­mati­schen Reiz­zonen, etwa an der Nordsee oder im Hoch­gebirge, sei eben­falls emp­feh­lens­wert, betont Klaus. «Und schon vor dem - lang­samen - Auf­ste­hen sollte man ein Glas Wasser trinken.» Wenn all diese Maßnahmen nicht aus­rei­chen, können Grebe zufolge Medi­kamente den Kreis­lauf ankur­beln - zum Bei­spiel Tropfen, die sehr schnell wirken. «Alles unter einem Blut­druck von 90 zu 60 würde ich medi­kamentös unterstützen.»

Dauerstress kann einen niedrigen Blut­druck noch weiter absin­ken lassen. «Eigent­lich wird der Blut­druck durch nega­tiven Stress ange­hoben, weil sich dann die Gefäße ver­engen - aber wenn man dauernd Stress hat, versagt diese Ret­tungs­funk­tion des Körpers», erläutert Grebe. Sein Tipp: «Man sollte ver­suchen, den nega­tiven in posi­tiven Stress umzu­wan­deln - indem man wieder Freude am Leben hat.» Auch Sport­ler leiden unter nied­rigem Blut­druck Im Gegen­satz zu Blut­hoch­druck ist nied­riger Blut­druck in der Regel kein Gesund­heits­risiko. «Es muss nicht sein, dass nied­riger Blut­druck Beschwer­den ver­ursacht», sagt Prof. Dieter Klaus von der Deut­schen Herz­stif­tung. Sogar Hoch­leis­tungs­sport­ler können unter nied­rigem Blut­druck leiden. Auch große Men­schen und junge, schlanke Frauen sind häufig betrof­fen - die Ursache dafür ist laut Klaus aber noch unklar. Von der Hypo­tonie als Krank­heit wird erst dann gespro­chen, wenn der Blut­druck nicht mehr aus­reicht, um eine gute Durch­blu­tung der Organe zu gewährleis­ten. Mögliche Anzei­chen sind Müdigkeit oder Schwin­del. Von Julia Ranniko, dpa

dpa-infocom


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