IVWPixel Zählpixel
kalaydo.de kalaydo.de Jobs Auto kaufen Immobilien Kleinanzeigen Bei kalaydo.de inserieren In der Rhein-Zeitung und ihren Heimatblättern inserieren Zeitungsanzeige aufgeben kalaydo.de
RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Gesundheit       » News       » Wellness

Wenn das Zittern kommt - Mobile Parkinson-Beratung

Fulda Die Krank­heit kommt schlei­chend und geht nie wieder: Par­kin­son ist unheil­bar.

Viele Betrof­fenen und Angehörige wissen wenig über die neu­rolo­gische Erkran­kung. Eine Klinik in Hessen klärt seit zehn Jahren mit einer mobilen Bera­tung auf.

Paul Reinhard ist ein Rentner, der gern in Erin­nerun­gen schwelgt. Er erzählt von Zeiten, als es ihm besser ging. Früher habe er sogar bei den Fußball-Ama­teu­ren von Ein­tracht Frank­furt gespielt, sagt er stolz, als plötzlich sein linker Arm zu zittern beginnt. Der 70-Jährige aus Ebers­burg bei Fulda ist an Par­kin­son erkrankt. Rund ein Prozent der Deut­schen über 60 Jahre kämpft mit der Schüttellähmung. Um den Betrof­fenen ein offenes Ohr zu schen­ken, hat die Klinik für Neu­rolo­gie in Hanau eine mobile Par­kin­son-Bera­tung ins Leben gerufen. Die Ein­rich­tung feierte kürzlich ihr zehnjähriges Beste­hen.

Claudia Weiland fährt regelmäßig durch das Rhein-Main-Gebiet und nach Osthes­sen, um den Pati­enten zuzuhören und Aufklärungs­arbeit zu leisten. «Ein Gespräch zu führen, hilft mehr als Broschüren zu ver­tei­len», sagt die Ärztin, die das nach eigenen Angaben bun­des­weit ein­malige Angebot seit fünf Jahren betreut. Allein im ver­gan­gen Jahr half sie Betrof­fenen bei 150 kos­ten­freien Bera­tungs­gesprächen. Die Ärztin fährt zu den Pati­enten nach Hause, weil für die meisten der Weg in eine Fach­kli­nik zu beschwer­lich wäre. Vor kurzem besuchte Weiland eine Par­kin­son-Selbst­hil­fegruppe in Fulda. Dort gab sie Tipps und Infor­matio­nen, um mit der Krank­heit besser umgehen zu können.

Die Fragen, die während der Beratungen auf­tre­ten, drehen sich um die immer noch unheil­bare Krank­heit. «Wenn man von solch einem Leiden betrof­fen ist, möchte man alles darüber erfah­ren. Auch die Ein­nahme der Medi­kamente wollen die Pati­enten opti­mie­ren, da sie meist eine große Menge ver­schrie­ben bekom­men. Darüber hinaus sind der aktu­elle Stand der For­schung und die neusten The­rapiemöglich­kei­ten immer von großem Inter­esse», skiz­ziert die Ärztin die Themen.

Die Krank­heit kommt meist schlei­chend. Das hat Paul Rein­hard am eigenen Leib erfah­ren. «Ich weiß gar nicht genau, seit wann ich Par­kin­son habe. Meine Enkel haben zuerst gemerkt, dass mit ihrem Opa etwas nicht stimmt», sagt er im Rückblick. Erst habe er Höhen- und Platz­angst verspürt - obwohl er früher gern durch die Berge gewan­dert sei. «Mit der Zeit kamen Blo­cka­den in den Armen und Beinen dazu. Irgend­wann stoppte dann beim Essen sogar die Gabel auf dem Weg zum Mund. Ich muss dann immer erst über­legen, was ich machen will und mein Gehirn ein­schal­ten, um weiter essen zu können», berich­tet er.

Trotz der guten Resonanz stand die Par­kin­son-Bera­tung schon mehr­mals auf der Kippe. Es gibt Finan­zie­rungs­pro­bleme. «Hauptsächlich leben wir von Spenden und Geldern von Pharma-Firmen», sagt Weiland. Daher habe sie auch kein Per­sonal und muss die Bera­tun­gen allein machen - oftmals bis an die Grenzen ihres Leis­tungs­vermögens. «Ich halte die Bera­tung für sehr wichtig. Man kann auf die Fragen der Pati­enten viel besser ein­gehen, als in den fünf Minuten einer Sprech­stunde. Vielen Ärzten fehlt schlicht die Zeit, um genau über die Krank­heit aufzuklären», sagt Weiland.

Infos zur Par­kin­son-Bera­tung im Kli­nikum Hanau: www.kli­nikum-hanau.de

Hilfe für Erkrankte und Angehörige von der Par­kin­son Gesell­schaft: www.par­kin­son-gesell­schaft.de

Hilfe für Erkrankte und Angehörige von der Par­kin­son Verei­nigung: www.par­kin­son-ver­eini­gung.de Par­kin­son ist bis heute nicht heilbar Die Par­kin­son-Krank­heit wurde nach ihrem Ent­decker James Par­kin­son benannt. Die Haupt­sym­ptome sind laut Deut­scher Par­kin­son-Verei­nigung Zittern, Stei­fig­keit und Ver­lang­samung der Bewe­gung. Die genaue Ent­ste­hung und Ursa­chen der Krank­heit sind noch nicht geklärt. Eine erkannte Ursache ist die fort­schrei­tende Zerstörung der Ner­ven­zel­len im Gehirn in der «sub­stan­tia nigra», die den Boten­stoff Dopamin pro­duziert. Der daraus fol­gende Mangel an Dopamin erzeugt die Sym­ptome. Morbus Par­kin­son ist eine chro­nische, fort­schrei­tende Krank­heit, die bis heute nicht heilbar ist. Von Chri­stoph Hel­fen­bein, dpa

dpa-infocom


Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
Eventkalender
rz lexikon