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Mehr als eine Reha-Maßnahme: Sport für Behinderte

Frankfurt/Main Felix spielt Basketball und ist ein typischer Vereinssportler, wie er selbst sagt.

Einmal pro Woche Training, am Wochenende Spiel. Doch der 20-Jährige kann nicht laufen, seine Beine hat er noch nie bewegen können.

Deshalb spielt er in der Regionalliga- Mannschaft des Rollstuhl-Sportclubs (RSC) Frankfurt. «Einzelsport würde ich nicht machen. Mir ist wichtig, dass man im Team zusammen ist», sagt Felix, der von Geburt an eine Querschnittslähmung hat. Er wolle beim Sport «Gleichbetroffene» kennenlernen - Menschen mit einer ähnlichen Lebenswelt. Im Garten der Berufsgenossenschaftlichen (BG) Unfallklinik Frankfurt konnte er am 23. August viele treffen, denn das Klinikum stellte Sportarten für Behinderte vor - darunter Rugby, Tanzen, Golf und Bogenschießen.

Bei der siebten Station einer deutschlandweiten Infotour durch elf BG-Unfallkliniken sollten unter dem Motto «Go for Paralympics» die Auswirkungen von Sport auf die Rehabilitation behinderter Menschen gezeigt werden. Auch für den Weltmeister im Rollstuhl-Tischtennis, Holger Nikelis vom RSC Köln, war der Sport zunächst nur Teil seiner Reha-Maßnahmen nach einem Badeunfall 1995. «Dass es letztendlich so professionell ausartet, hätte ich zu dem Zeitpunkt auch nicht gedacht», sagt Nikelis, der seit seinem Unfall im Rollstuhl sitzt. Der Sport habe ihm viele positive Erfahrungen beschert, der Erfolg bringe zudem das Selbstvertrauen für viele Herausforderungen im Alltag.

Sport trage entscheidend zur Reduzierung körperlicher und psychischer Folgen einer Behinderung bei, heißt es bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Er fördere die Mobilität der Behinderten, sie lernten im Training oder Wettkampf nach Rückschlägen nicht aufzugeben.

6,9 Millionen schwerbehinderte Menschen leben laut Statistischem Bundesamt in Deutschland. «Das ist ein gewaltiger Prozentsatz», sagte Ministerpräsident Roland Koch (CDU) bei seinem Besuch der Frankfurter Klinik. «Das ist nicht irgendwas am Rande, sondern das ist mitten in der Gesellschaft.» Koch forderte mehr öffentliches Interesse am Behindertensport. Im Deutschen Behinderten-Sportverband betreiben etwa 340 000 behinderte Menschen Reha-, Breiten- oder Leistungssport.

Tischtennisspieler Nikelis, der auch im deutschen Kader für die Paralympics in Peking steht, stellte jüngst eine Aufwertung des Behindertensports am eigenen Beispiel fest: «Als ich mein Bild in der Fernsehzeitung gesehen habe, da war ich schon überrascht.» Nikelis gilt als heißer Favorit auf eine Goldmedaille. Koch betonte die Vorbildfunktion solcher Athleten für den Breitensport, «weil man eben einen Antrieb, eine Motivation, ein Vorbild braucht». Bei den XIII. Paralympics in Peking gehen vom 6. bis 17. September 170 Athleten (103 Männer, 67 Frauen) aus Deutschland an den Start.

Tour-Termine der «BG-Kliniktour 2008: Go for Paralympics» (Stichwort Rehabilitation): www.dguv.de

Hessischer Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband: www.hbrs.de

Informationen zu Behindertensport (bundesweit): www.userpage.fu-berlin.de/~infobspo/index.html Von Tobias Goerke, dpa

dpa-infocom


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