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Tarifa: Surf-Paradies an der Südspitze Spaniens

Tarifa Kilometerweit ziehen sich die Sandstrände zwischen Tarifa und der Stranddüne von Punta Paloma.

Während an der benachbarten Costa del Sol Urlauber Schwierigkeiten haben, einen Platz zu finden, ist es hier angenehm ruhig.

Die von Pinienwäldern und Weiden umgebenen Naturstränden der andalusischen «Küste des Lichts» sind menschenleer. Die Küste Marokkos ist nur 14 Kilometer entfernt. Nirgendwo sonst liegen Europa und Afrika näher zusammen.

Tarifa ist der südlichste Punkt des europäischen Festlandes. Es ist ein magischer Ort, an dem das Mittelmeer und der Atlantik aufeinander treffen. Wenn da nicht dieser ständige Wind wäre, der die strandhungrigen Urlaubermassen seit Jahren von der Costa de la Luz fernhält. Doch des einen Leid, ist des anderen Glück. Dank der starken Winde ist Tarifa das El Dorado für Surfer aus aller Welt. Die menschenleeren Strände sind ideal für angehende Kitesurfer - Anfänger haben hier reichlich Platz.

Windböen fegen über den Strand von Valdevaqueros. Die aufgewühlten Sandkörner prasseln mit solcher Kraft auf die Haut, dass es beinahe weh tut. Einige Strandgäste suchen Schutz unter ihren Badetüchern. Andere sind bereits geflüchtet. «Herrlich, besser geht es gar nicht», sagt Tania Rosenkranz und rammt die Markierungs-Flagge der Surfschule in den Pulversand. Am liebsten würden ihre Kitesurf-Schüler ins türkisblaue Wasser springen. Aber jetzt sind Theorie und Trockenübungen angesagt.

Tania kniet sich in den Sand, zeichnet verschiedene Windzonen ein und erklärt, wie sich der Kite-Drachen in welcher Position zum Wind verhält. Danach müssen die Kites aufgebaut werden. Erst kommen die Schüler ein wenig durcheinander, doch bereits beim zweiten Mal klappt es: die Front-Tubes des Drachens aufblasen, die knapp 30 Meter langen Steuer- und Power-Leinen auslegen und mit Schlaufenknötchen am Schirm befestigen, das war's. Nun wird es ernst. Frank Berges ist der erste, der sich traut. Tania schnallt dem Kasseler die «Wellenwindeln» an und macht das Sitztrapez an der Lenkstange fest.

Als erstes geht es darum, den Kite in der windstillen Zone «auf 12 Uhr» zu halten. Das ist leicht. Danach soll der Kite in Achter-Kurven von links nach rechts bewegt werden. Doch sofort stürzt der Drachen ab. «Du warst viel zu verkrampft», sagt die Kitesurf-Lehrerin. Beim nächsten Versuch klappt es schon besser. Nach einigen Stunden geht es endlich ins Wasser. Immer wieder heben Windböen die Surfer bis zu einem Meter aus dem Wasser. Am nächsten Tag geht es aufs Brett. Der Wind weht vom Meer aufs Land, es kann also nichts passieren.

Frank hat Glück. Er wohnt seit knapp zehn Jahren im nur zwei Stunden entfernten Sevilla und will nun häufiger nach Tarifa zum Kiten kommen. Dabei hat die europäische Surferhochburg eine Vielzahl lohnenswerter Surf-Spots zu bieten. Beim auflandigen «Poniente»-Wind tummeln sich die Kitesurfer vor allem an der Playa de los Lances, direkt neben dem Hafen von Tarifa. Sobald der «Levante» bläst, zieht es Surfer und Kiter an die Playa Valevaqueros oder Las Dunas.

Doch manchmal sind die Winde hier so stark, dass viele auch nach Caños de Meca oder zum 15 Kilometer entfernten Strand von Bolonia ausweichen, der zu den schönsten Spaniens zählt. Grund für den permanent starken Wind ist die Meerenge von Gibraltar. Bei Tarifa liegen die Berge Andalusiens und das nordmarokkanische Riff-Gebirge so nah, dass die Winde hier wie durch ein Nadelöhr schießen.

Information: Spanisches Fremdenverkehrsamt, Myliusstraße 14, 60323 Frankfurt, Telefon: 069/72 50 38, für Broschüren-Bestellung: 06123/991 34

Spanien allgemein: www.spain. info

Surferparadies: www.tarifa.de Surfparadies Tarifa Anreise: Flüge ab Deutschland gibt es nach Málaga. Von dort aus geht es mit Bus oder Mietwagen über Algeciras nach Tarifa. Die Fahrzeit beträgt rund eineinhalb Stunden.

Reisezeit: Wegen der leeren Strände und guten Winde sind die besten Monate für Kite-Surf-Kurse April bis Juni und September bis November.

Unterkunft: Es gibt eine Reihe von Hotels und Campingplätze direkt vor den Surfer-Stränden außerhalb Tarifas. In der Altstadt selbst sind die zahlreichen Hotels und kleineren Pensionen etwas günstiger.

Surfen: Fast alle Kitesurf-Schulen bieten Anfängerkurse von acht Stunden für rund 200 Euro an. Von Manuel Meyer, dpa

dpa-infocom