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Mit Käpt'n Jock über den Murray in Australien

Echuca Heute muss Käpt'n Jock schon zum siebten Mal ins kalte Wasser des Murray springen, um sein Schiff von einem querliegenden Baumstamm wegzuschieben.

Zwei Passagiere folgen ihm und helfen bei der Rettungsaktion; die restlichen schauen gespannt zu.

Jock Veenstra ist der einzige australische Schiffsunternehmer, der den flachen Oberlauf des Murray-Flusses im Südosten des fünften Kontinents als Kreuzfahrt anbietet. Auf der 500 Kilometer langen Tour von Echuca nach Albury muss das robuste Spezialschiff «Spirit of the Murray» sogar einmal per Tieflader um ein Wehr herumgefahren werden.

Trotz dieser Mühen, seiner nassen Hose und beschädigter Propeller hält der 58-jährige Kapitän die Fahrten für zukunftsträchtig: «Meinen Stammgästen wurde das Herumschippern in dicken Pötten an der Murraymündung langweilig.» Mit «Pötten» sind Raddampfer gemeint, die Touristen über den breiten Unterlauf des Flusses kutschiert.

Rund 2600 Kilometer lang windet sich der Murray durch die drei Bundesstaaten New South Wales, Victoria und Südaustralien. Vom Bergort Corryong bis zum Mündungshafen Goolwa passiert er Gebirgszüge, Weideland, Buschregionen, Obstplantagen, Seen und Eukalyptuswälder; 40 Naturparks und viele geschichtsträchtige Städte liegen an diesem wichtigsten Wasserlauf des Kontinents.

Der Murray entspringt in den Australian Alps. Von hier schlängelt er sich zum Hume Staudamm, dessen Wasserinhalt nach mehrjähriger Dürre so geschrumpft ist, dass längst versunkene Wälder und Orte wieder auftauchen. Vom Lake Hume lohnt sich ein Abstecher nach Süden zum idyllischen Bergstädtchen Beechworth mit seinen historischen Gebäuden aus der Goldgräberzeit.

Der Murray bildet die natürliche Grenze zwischen New South Wales und Victoria. Weil früher beide Staaten von Grenzgängern abkassieren wollten, gründeten sie viele gegenüberliegende Zollstützpunkte. Heute sind es blühende Partnerstädte mit stilvoll renovierten Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert. Ein Beispiel ist der Doppelort Albury - Wodonga. Hier stand eines der größten Auffanglager für Immigranten; auch viele Deutsche, die in den Nachkriegsjahren nach Australien strömten, landeten zunächst in den Baracken, die zu besichtigen sind.

Murray-Reisende stoßen aber auch auf hübsche verschlafene Kleinstädte wie Rutherglen und auf trubelige Urlaubsorte wie Echuca. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Echuca der größte Inlandshafen Australiens. Eine Armada von Raddampfern und Lastkähnen verkehrte auf dem Murray, dem brauchbarsten Transportweg zu den Goldgräbern und Farmern im unwegsamen Landesinneren.

Als wichtige Handelsknotenpunkte galten damals auch Mildura und Wentworth, wo der Murray seinen größten Nebenfluss, den Darling, trifft. Aus dem Outback schwammen Schafswolle, Weizen und Erze an; im Austausch schiffte man Baumaterial und Handwerkszeug in die Wildnis. Wie das Leben aussah, lässt sich in Dock-Museen studieren oder in wiederaufgebauten Siedlungen aus der Zeit um 1900.

Bei Morgan macht der Murray einen scharfen Knick Richtung Ozean. Auf der Stecke nach Mannum hat sich der Fluss zum Teil tief ins Sandgestein gefressen und spektakuläre gelbrote Kliffs geschaffen. Besonders stimmungsvoll sind Abend-Ausflüge, wenn die Felsen im letzten Sonnenlicht golden glitzern.

Informationen: Tourism Australia , Neue Mainzer Straße 22, 60311 Frankfurt; Telefon: 069/27 40 06 97.

Offizielle Reise-Website von Australien: www.australia.com Von Brigitte Zander, dpa

dpa-infocom